Titelverteidiger Willemsen mit Rippenbrüchen

Von Axel Koenigsbeck
Motocross
Daniel Willemsen (1) stürzte schwer

Daniel Willemsen (1) stürzte schwer

Gleich im ersten Lauf des Motocross-Gespann-WM-Laufs in Frauenfeld kam Weltmeister Daniël Willemsen zu Fall und musste ins Krankenhaus. Auch Jason Vandaele stürzte schwer.

Nach den Schneefällen der letzten Tage präsentierte sich die Strecke von Frauenfeld in nicht befahrbarem Zustand. Die für den Ostersamstag angesetzten Trainings und Qualifikationsläufe mussten sämtlich auf den Montagmorgen verlegt werden. Noch am Abend des ohnehin rennfreien Sonntags sah die Piste nicht so aus, als könne man darauf reguläre Rennen bestreiten. Doch dank einer trockenen Nacht und intensiver Bemühungen des Veranstalters konnten die Qualifikationsläufe wie geplant stattfinden. Und obwohl einige der Parkplätze gesperrt werden mussten, fanden sich zahlreiche Zuschauer ein.

Dem komprimierten Zeitplan fiel allerdings das freie Training zum Opfer. Somit hatten die Teams entsprechend geringere Möglichkeiten, die Strecke zu studieren. Den Rozehnal-Brüdern wurde der Verzicht auf die Last-Chance-Runde zum Verhängnis: In der Quali hatten die Tschechen bald aufgeben müssen, weil die Zündspule wegen Wassereintritts streikte. So mussten die letztjährigen WM-Siebten unverrichteter Dinge heimfahren.

Daniël Willemsen/Robbie Bax fuhren in der ersten Qualifikationsgruppe die schnellste Zeit vor Jason Vandaele/Tim Smeuninx. In Gruppe 2 dominierten Valentin Giraud/Nicolas Musset vor Ben Adriaenssen/Ben van den Boogart. Als bestes deutschsprachiges Team wurden die Lokalmatadoren Andreas Bürgler/Martin Betschart Gruppenfünfte. An der Qualifikationshürde scheiterten Battaglia/Furrer, Inderbitzin/Brechbühl (alle CH), Prokesch/Hildebrand (D), Garhammer/Klooz, Wanger/Gabor (A/CZ) und überraschend auch Marcel Faustmann/Christian Daiss. «Wir konnten wenig trainieren. Das Zusammenspiel klappt noch nicht perfekt», resümierte der letztjährige WM-27.

Willemsen würgte den Motor ab

Zum ersten Start war der Boden zwar noch schwer, aber die Piste bot durchgängig mindestens eine schnelle Fahrspur. Während Henrik Söderqvist/Tim Gustavsson zunächst in Führung gingen, fuhr sich Willemsen nach dem Start fest und würgte dabei den Motor ab. Von Platz 28 fuhr er in bekannter Manier auf den fünften Rang vor, bremste den Motor dann abermals aus und stürzte wenig später. Mit einem Rippenbruch musste der Titelverteidiger ins Krankenhaus, während der aus dem Boot katapultierte Robbie Bax weitgehend unverletzt blieb. Bei einer Sprunglandung kam auch Vandaele schwer zu Sturz. Mit Verdacht auf innere Verletzungen wurde der junge Belgier ebenfalls ins Hospital gebracht. An der Spitze zogen Adriaenssen und Giraud bald an Söderqvist vorbei, dessen Beifahrer gegen Rennende abbaute. Jan Hendrickx/Elvijs Mucenieks waren durch den steckengebliebenen Willemsen ebenfalls ins Hintertreffen geraten, fanden aber dann Anschluss an die Spitzengruppe.

Starker Auftritt von Bürgler/Betschart

Den zweiten Lauf gewannen Adriaenssen/van den Boogart ebenfalls souverän. Hendrickx konnte anfangs mithalten, stürze aber und musste aufgeben. Ein starkes Rennen fuhren Bürgler/Betschart, die als Zwölfte vom Startgitter losgekommen waren. «Im ersten Lauf hatten wir noch Abstimmungsprobleme miteinander. Aber dann lief es richtig gut», freute sich der nun WM-Siebtplatzierte. Es fehlte nicht viel und die Schweizer hätten noch Maris Rupeiks/Haralds Kurpnieks attackiert. Auch Björn Roes/Bruno Kälin hatten einen starken Auftritt. Weniger erfolgreich war Marius Strauss als zweiter helvetischer Beifahrer im Auslandsdienst. Zwar qualifizierte er sich mit Andreas Clohse als Reserve, doch dann machte die Kupplung Probleme.

Sieben Woche Pause

Von den deutschen Teams starteten Tobias Blank/Max Moll als 13., konnten den Platz jedoch nicht halten. Silvio Senz/Ronny Benning schafften es wegen einer defekten Zündanlage nicht mehr rechtzeitig in den Vorstart. Die Vorarlberger Benjamin Weiss/Patrick Schneider verpassten die Punkteränge jeweils knapp – im Gegensatz zu dem Schweizer Duo Roland Suter/Meinrad Schelbert und den Thüringern Thomas Morch/Stefan Nicke. «Beim zweiten Start fuhr das Gespann vor uns in das Gitter. Trotzdem sind wir mit dem Rennen nicht unzufrieden», konstatierte Tommy Morch.

Der nächste WM-Lauf im ukrainischen Chernivtsi findet erst in knapp sieben Wochen statt. Da kann man den verletzten Fahrern inklusive dem erst Ende letzter Woche aus dem Krankenhaus entlassenen Etienne Bax nur wünschen, dass sie bis dahin komplett genesen sind und wieder kräftig in der WM-Spitze mitmischen.

Resultate Motocross-Gespann-WM Frauenfeld/CH:

1. Lauf: 1. Adriaenssen/van den Boogart (B), VMC-KTM. 2. Giraud/Musset (F), WHT-KTM. 3. Jan Hendrickx/Mucenieks (B/LV), WSP-Zabel. 4. Söderqvist/Gustavsson (S), WSP-Zabel. 5. Daiders/Daiders (LV), WSP-Zabel. 6. Rupeiks/Kurpnieks (LV), WSP-Zabel. 7. Brown/J.Chamberlain (GB), WSP-Zabel. 8. Millard/Millard (GB), WHT-Zabel. 9. Bürgler/Betschart (CH), VMC-KTM. 10. Jenkins/D.Chamberlain (GB), WSP-Zabel. 11. Grondman/Verhagen (NL), VMC-Zabel. 12. Visscher/Visscher (NL), VMC-Zabel. 13. Roes/Kälin (NL/CH), WSP-Zabel. 14. Etheridge/Grahame (GB), VMC-Husaberg. 15. Cerny/Musil (CZ) WSP-Jawa. 16. Van Werven/Beunk (NL), VMC-KTM. 17. Morch/Nicke (D), WHT-KTM. 18. Suter/Schelbert (CH), VMC-Zabel. 19. Van Duijnhoven/Saloniemi (NL/FIN), VMC-Zabel. 20. Wilkinson/Parmentier (GB), WHT-KTM. 22. T.Blank/Moll (D), VMC-Zabel. 23. Weiss/Schneider (A), VMC-Zabel. 26. Senz/Benning (D), WSP-Zabel.

2. Lauf: 1. Adriaenssen. 2. Daiders. 3. Giraud. 4. Rupeiks. 5. Bürgler. 6. Brown. 7. Grondman. 8. Visscher. 9. Stenborg/Nilsson (S), VMC-Zabel. 10. Söderqvist. 11. Roes. 12. Millard. 13. France/France (GB), VMC-Zabel. 14. Van Werven. 15. Jenkins. 16. Wilkinson. 17. Cerny. 18. Suter. 19. Morch. 20. Vejchoda/Vejchoda (CZ), WSP-Zabel. 22. Weiss. 23. T. Blank. 28. Clohse/Strauss (B/CH). VMC-Zabel.

WM-Stand nach 2 von 28 Läufen: 1. Adriaenssen 50. 2. Giraud 42. 3. Daiders 38. 4. Rupeiks 33. 5. Söderqvist u. Brown je 29. 7. Bürgler 28. 8. Grondman 24. 9. Millard u. Visscher je 22. 12. Roes. 20. Morch u. Suter je 6.

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Romain Grosjean (Haas): Seine fünf Schutzengel

Mathias Brunner
​Es besteht kein Zweifel: Noch vor wenigen Jahren hätte Romain Grosjean bei einem Unfall wie am 29. November 2020 sein Leben verloren. Es waren vor allem fünf Faktoren, die ihn gerettet haben.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Fr. 04.12., 23:50, ORF 1
    Formel 1 Großer Preis von Sakhir 2020
  • Sa. 05.12., 00:05, Sky Sport 2
    Formel 1: Großer Preis von Sakhir
  • Sa. 05.12., 00:45, Hamburg 1
    car port
  • Sa. 05.12., 01:05, Sky Sport 2
    Formel 1: Großer Preis von Sakhir
  • Sa. 05.12., 01:40, Motorvision TV
    4x4 - Das Allrad Magazin
  • Sa. 05.12., 03:15, ORF Sport+
    Formel 1
  • Sa. 05.12., 04:35, Sky Sport 2
    Formel 1: Großer Preis von Sakhir
  • Sa. 05.12., 05:15, Hamburg 1
    car port
  • Sa. 05.12., 05:25, SPORT1+
    Motorsport - FIA WEC
  • Sa. 05.12., 05:35, Motorvision TV
    Top Speed Classic
» zum TV-Programm
6DE