Kenny Roberts: Kein Kontakt mehr zu Sohn Kurtis

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Im Vorjahr ist ein heftiger Streit zwischen Ex-500-ccm-Weltmeister Kenny Roberts senior und Sohn Kurtis ausgebrochen. Es geht um häusliche Gewalt, ein schwarzes Schaf, um Geld und andere schwerwiegende Vorwürfe.

Kenneth Leroy Roberts (65), besser bekannt als «King Kenny», hat kein vergnügliches Jahr 2016 hinter sich. Er wurde in eine unappetitliche gerichtliche Auseinandersetzung wegen häuslicher Gewalt verwickelt, dann erlitt er einen Herzinfarkt und musste sich einen «Stent» einsetzen lassen.

Der dreifache 500-ccm-Weltmeister Kenny Roberts hat im Sommer 2016 eine einstweilige Verfügung gegen Sohn Kurtis (37) erwirkt. Es ging um häusliche Gewalt und Rufmord.

Dass seine beiden Söhne Kenny junior alias «Little Kenny» und Kurtis den Rennfahrerberuf ergriffen, hat den dreifachen 500-ccm-Weltmeister «King Kenny» Roberts nie gestört.

«Das ist mir lieber, dann habe ich sie in meiner Nähe und muss nicht befürchten, dass sie sich daheim in Kalifornien drogensüchtig aus irgendeinem Fenster stürzen», antwortete Kenny Roberts einmal auf meine Frage, ob er nicht ständig Angst um seine Söhne habe.

Doch im letzten Jahr kam es zu einem Eklat zwischen Kenny Roberts senior und Kurtis. Der rothaarige Junior äusserte sich lange nicht zu diesem Thema.

Kürzlich gab er seine Version der Geschichte preis.

Der Streit habe wegen des gemeinsamen Betriebs einer Mandelbaumplantage auf der berühmten «Roberts Ranch» in Hickham/Kalifornien begonnen, schilderte Kurtis Roberts.

Es kam zu einem Streit, «King Kenny» fühlte sich bedroht, er strengte dann ein gerichtliches Verfahren an, das ihm Schutz vor seinem Sohn gewährleisten sollte. Kurtis sollte eine Unterlassungserklärung unterschreiben und sich von seinem Vater und der Ranch künftig mindestens 100 Yards fernhalten. Kurtis habe ihn gewürgt, lautete der Vorwurf des Amerikaners, der die 500-ccm-Weltmeisterschaft 1978, 1979 und 1980 auf Yamaha gewonnen und Barry Sheene (Suzuki) entzaubert hat.

Kenny Roberts senior erlitt dann wegen all der Aufregungen am 14. August 2016 einen Herzinfarkt. Er musste deswegen seinen Auftritt bei der Barry-Sheene-Parade beim Silverstone-GP absagen.

Am 29. August stand die Roberts-Familie vor Gericht – Vater und Sohn standen einander im «The Superior Court of California, County of Stanislaus» gegenüber.

Roberts senior sagte dort aus: «Kurtis hat mich während des letzten Jahres unzählige Male belästigt und bedroht. Das Verhalten eskalierte, irgendwann kam es zu körperlicher Gewalt. Das war um den 20. Juni 2016. Danach habe ich meine eigene Liegenschaft nicht mehr betreten. Kurtis hat mich angegriffen und gewürgt. Ich befand mich in Lebensgefahr.»

In einem Gespräch mit roadracingworld.com gab Kurtis Roberts seine Version der Story zum Besten. Er schob die Schuld seinem Vater in die Schuhe. Er habe seinen «Dad» gewarnt, er möge mit den Angriffen aufhören. Kurtis lebte damals in einem separaten Nebengebäude auf der weiträumigen Ranch seines Vaters mit seiner Frau und seinen kleinen Kindern, in dem früher Grossvater Buster gewohnt hatte.

Man habe gemeinsam eine Mandelbaumplantage auf der 67.000 Quadratmeter grossen Ranch betrieben, schilderte Kurtis. Er betonte vor Gericht auch, er habe sich den ganzen Juni nie in körperlicher Nähe zu seinem Vater befunden. «Ich habe meinen Vater seit Mai nicht gesehen», widersprach der Sohn den Aussagen des Seniors.

«Das war der Tag im Mai, an dem er mir sagte, ich sei nicht mehr länger sein Partner im Mandelbaum-Geschäft, mit dem ich mich intensiv beschäftigt habe. Ich habe mich sehr bemüht und alles über den Obstanbau gelernt. 'Dad' brauchte Geld. Er braucht 200.000 Dollar im Jahr zum Leben. Es kam zu einem Streit; er drohte mir, mich in den Arsch zu treten. Dann drängte er mich mit seinem Brustkorb zur Seite, nachher rammte er mich mit seiner Brust. Ich packte ihn und sagte: 'Dude, ich bin grösser als du. Du solltest das nicht machen. Wenn du damit beginnst, werde ich den Kampf beenden. Und ich werde für ein böses Ende sorgen, denn du hast mir mein ganzes Leben versaut, du hast in Zusammenhang mit mir nur Mist gebaut. Hör’ auf damit.'»

Das Gericht verordnete dann eine einstweilige Verfügung an, Kurtis musste eine Unterlassungserklärung unerzeichnen, seinen Wohnsitz auf der Ranch verlassen und sich 100 Yards vom Vater fernhalten.

«King Kenny» will die Ranch übrigens seit 2010 verkaufen, fand aber bisher keinen zahlungskräftigen Interessenten. Durch die Mandelbaumplantage ist das Objekt allerdings stark im Wert gestiegen.

Vor Gericht wurde viel Schmutzwäsche gewaschen. Kurtis wurde sogar vorgeworfen, er habe gedroht, wertvolle und unersetzliche Memorabilia aus King Kennys Rennfahrerkarriere zu zerstören.

Kurtis entgegnete, sein Vater schulde ihm Geld. «Ich habe keine Beziehung mehr zu meinen Vater», stellte er fest. «Er hat meiner Frau sogar per SMS geschrieben, er wolle unseren neugeborenen Sohn nicht sehen. Als mir 'Dad' im Mai mittteilte, ich sei nicht mehr sein Geschäftspartner, sagte ich ihm: ‚Ich werde eine Klage einreichen.’ Danach begannen seine Drohungen...» Übrigens: Kurtis hat nie eine Klage eingereicht.

Kurtis Roberts gewann die AMA Pro Formula Xtreme Championship 1999 und 2000, die AMA Pro 600 ccm Supersport Championship im Jahr 2000. Er fuhr auch einige MotoGP-Rennen im Team Roberts. Seine motorsportlichen Erfolge blieben vergleichsweise bescheiden, so wurde er zum schwarzen Schaf der Familie.

Kenny Roberts junior, 500-ccm-Weltmeister im Jahr 2000 auf Suzuki, der ältere der beiden Söhne aus erster Ehe, hält bei diesem Disput zu seinem Vater. Er sagt, sein Vater habe alles unternommen, um Kurtis bei der Beseitigung seiner finanziellen Probleme zu helfen. Deshalb ließ er ihn bis zum Krach kostenlos auf der Ranch wohnen. Kenny junior: «Es war nie Dads Absicht, das Leben von Kurtis zu ruinieren.»

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