Danilo Petrucci (2.): «Habe überlegt, Dovi zu helfen»

Von Sharleena Wirsing
Danilo Petrucci: «Gemischte Gefühle»

Danilo Petrucci: «Gemischte Gefühle»

Um nur 1,1 sec verpasste Danilo Petrucci in Misano seinen ersten MotoGP-Sieg. Der Ducati-Pilot erklärte im Anschluss, warum er erwägte, Platz 2 WM-Anwärter Dovizioso abzugeben, sich aber anders entschied.

Danilo Petrucci feierte bei seinem Heim-GP in Misano seinen vierten MotoGP-Podestplatz insgesamt und den dritten in dieser Saison nach Platz 3 in Mugello und dem zweiten Rang in Assen. Der Italiener setzt wie die Ducati-Werkspiloten Dovizioso und Lorenzo eine 2017er-Ducati ein.

«Gemischte Gefühle. Natürlich bin ich froh, in Italien wieder auf dem Podest zu stehen. Es ist mein dritter Podestplatz in diesem Jahr, aber ich führte das Rennen über viele Runden an», beschrieb Petrucci seine Gemütslage nach dem MotoGP-Rennen. «Ich war etwas in Sorge, denn am Morgen erkannten wir schon, dass die Strecke in manchen Kurven sehr rutschig ist. Als ich nach Jorges Sturz vorne lag, versuchte ich öfter zu pushen, aber acht Runden vor Schluss ging ich in Kurve 6 ein sehr großes Risiko ein. Ich dachte, dass mich Marc nun wahrscheinlich schnappt. Aber mir wurde klar, dass Marc zu clever ist, um die Führungsarbeit zu leisten. Ich dachte, dass ich ihn vorbeilasse. Aber im Warm-up war er sehr stark, ich hätte ihn verlieren können. Darum versuchte ich, vorne zu bleiben.»

In der Gesamtwertung machte Petrucci drei Plätze gut und liegt als Siebter nun vor Cal Crutchlow, Ducati-Werkspilot Jorge Lorenzo und Rookie Jonas Folger. «Zwei Runden vor Schluss pushte ich wieder, aber Marc war in der letzten Kurve der vorletzten Runde hervorragend und schnappte mich dann in Kurve 1. Ich versuchte, ihn in Kurve 4 zu überholen, da er weit ging. Doch ich verlor die Front und konnte das nur abfangen, weil ich ein großer Fahrer bin. Ich habe das Bike mit dem Knie hochgedrückt. In der letzten Runde ging er mehrmals weit, aber ich war immer zu weit weg. Ich habe dann einfach gepusht, aber seine letzte Runde war unglaublich. Ich bin ein bisschen traurig, nur Zweiter zu sein, aber ich bereue nichts, weil ich es das gesamte Rennen versucht habe. Marc fuhr eine unglaubliche letzte Runde. Er hat den Sieg verdient.»

Hast du darüber nachgedacht, Platz 2 Andrea Dovizioso zu überlassen, um ihm im Titelkampf zu helfen? «Ich muss ehrlich sein. Ja, ich habe darüber nachgedacht, ihm zu helfen. Ich hatte gehofft, dass Andrea nah an mir dran ist. Doch ich bin auch davon überzeugt, dass Andrea ohne meine Hilfe um den Titel kämpfen kann. Ich wäre aber froh, wenn ich in den nächsten Rennen wichtig für ihn sein kann. Obwohl ich darüber nachgedacht habe, versuchte ich bis zum dritten Sektor der letzten Runde, Márquez noch zu schnappen. Ich habe ihn beobachtet, er ging ein großes Risiko ein. Darum spekulierte ich darauf, dass er in irgendeiner Kurve weit geht und ich ihn schnappen kann. Doch er machte keinen Fehler. Ich denke auch nicht, dass es gut für das Image der Weltmeisterschaft wäre, wenn ich meine Position in der letzten Runde abgegeben hätte. Schon am Donnerstag habe ich gesagt, dass ich Dovi im Titelkampf helfen will, aber wenn ich ihn in der letzten Kurve vorbeigelassen hätte, wäre das nicht gut für die Weltmeisterschaft gewesen.»

Andrea Dovizioso bekräftigte: «Das war die richtige Entscheidung. Er fuhr ein unglaubliches Rennen. Es ist schön, ihn als Zweiten auf dem Podest zu sehen.»

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