MotoGP: Portimão will Portugal-GP – Dorna winkt ab

Von Johannes Orasche
MotoGP
Die Strecke in Portimão entspricht den modernsten Vorgaben und Sicherheitsvorkehrungen

Die Strecke in Portimão entspricht den modernsten Vorgaben und Sicherheitsvorkehrungen

Wegen der Probleme beim Bau des Kymi-Rings in Finnland (das Geld ist knapp) machten sich die Betreiber der Portimão-Piste an der Algarve Hoffnungen. Aber es wird keinen Portugal-GP geben.

Die Vorverträge zwischen den Dorna-Bossen und den Betreibern des Kymi-Rings im finnischen Tillola, 110 Kilometer nordöstlich von Helsinki, sind seit Sommer unterzeichnet. Demnach soll die MotoGP-WM im Sommer 2019 oder spätestens ein Jahr später erstmals seit 1982 wieder im hohen Norden Station machen. Doch im Herbst sickerten Informationen über Probleme bei der Finanzierung der GP-Strecke durch.

Jetzt haben die Betreiber des «Autodromo Internacional do Algarve» von Portimão Interesse an einem MotoGP-Event für die Zeit ab 2019 angemeldet.

Die großzügige Anlage an der Algarve ist zwischen Faro und Lagos gelegen, sie wurde von 2006 bis 2008 mit EU- und Tourismus-Fördergeldern errichtet. Mittlerweile steht die gesamte Anlage im Besitz einer staatsnahen portugiesischen Gesellschaft. Erste Meldungen portugiesischer Medien, wonach man das staatliche Okay für die Verhandlungen mit Dorna habe, wurden nun wieder dementiert. Die MotoGP war in Portugal zuletzt im Jahr 2012 in Estoril zu Gast, damals siegte Casey Stoner als Titelverteidiger auf der Repsol-Honda.

Seit einiger Zeit ist der ehemalige portugiesische Supersport-WM-Pilot Miguel Praia im Management des Autodroms tätig. Praia hat bestätigt, dass seitens der Betreiber und des Managements großes Interesse an der MotoGP besteht.

Der Vorteil von Portimão: Die Strecke ist bereits einsatzbereit und entspricht den modernsten Vorgaben und Sicherheitsvorkehrungen. Das Boxen-Hauptgebäude ist jenem von Aragón sehr ähnlich, mit schlichter aber sehr zweckmäßiger Architektur. Es gibt zudem genügend Platz im Paddock. Eine Grade-A-Homologation für Grand Prix sollte nur eine Formalität sein.

Zur Erinnerung: Bei der Eröffnung im November 2008 im Rahmen des Superbike-WM-Finales war sogar Michael Schumacher vor Ort, der locker durch den Grid spazierte, Troy Bayliss bei dessen letztem Rennen die Daumen drückte und mit dem damaligen SBK-Direktor Paolo Ciabatti um die Wette strahlte. Am Tag danach schwang sich «Schumi» im Rahmen des Journalisten-Tests in den Sattel einiger Werksmaschinen. Anfangs war in Portugal sogar von Ambitionen für ein Formel-1-Rennen die Rede, auch die MotoGP war stets ein Thema.

Das 4,6 Kilometer lange Autodrom ist eine Berg- und Talbahn und gilt als fahrerisch höchst anspruchsvoll. Zudem wäre Portugal ein interessanter Austragungsort, da im Unterschied zu Finnland mit KTM-Moto2-Star Miguel Oliveira im Moment ein echter Publikumsmagnet existiert. Auch klimatisch wäre ein GP-Event an der Algarve für die Organisatoren einfacher und wohl auch reizvoller.

Aber WM-Promoter Dorna Sports hat bereits abgewinkt. «Es gibt keine Chance für Portimão», ließen die Spanier verlauten.

Die Gründe: Erstens wird mit vier Grand Prix in Spanien (Jerez, Barcelona, Aragón, Valencia) und zwei in Italien (Mugello, Misano) schon ein Drittel aller Grand Prix in Südeuropa ausgetragen. Zweitens gerät Portimão bei der Dorna mit der Zahlung der Superbike-Austragungsgebühren immer wieder in Rückstand, also wird man die fast zehnmal höheren GP-Tarife kaum finanzieren können. Drittens stehen 2018 bereits 19 Grand Prix auf dem Kalender, die Ausweitung auf 20 ist nicht zwingend erforderlich. Außerdem steht neben Finnland auch Indonesien in den Startlöchern, und dieser WM-Lauf in Palembang steht wegen der aufstrebenden Märkte in Südostasien ganz oben auf dem Wunschzettel der Werke, Zubehörfirmen und Sponsoren.

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