Danilo Petrucci: «Ich wollte wie Capirossi sein»

Von Oliver Feldtweg
MotoGP

Wie seine Kollegen Pirro und Corsi hat Danilo Petrucci eine Ausbildung bei der Polizei gemacht. Aber jetzt hat er das große Los gezogen: Er wird 2019 statt Lorenzo im Ducati-Werksteam fahren.

Als er noch ein Kind war, wollten alle seine Kameraden Astronauten oder Fussballer werden. Danilo Petrucci hingegen erzählt eine andere Geschichte. «Ich wollte wie Capirossi werden. Er war mein Superman.»

Nun, der Traum kommt immer näher, da der 27-jährige Italiener aus Terni bei Rom nächstes Jahr im offiziellen Ducati-Werksteam an der Seite von Andrea Dovizioso fahren wird. «Schon als Kind habe ich für Ducati und Loris geschwärmt, weil mein Vater damals im Pileri-Team Chauffeur war, für das Loris klange gefahren ist», erklärte Petrucci in einem Interview mit den Kollegen von «Corriere della Sera».

Petrucci macht sich keine Illusionen. «Ducati hat mich für den Platz im Werksteam in Betracht gezogen, weil ich billiger bin als Jorge Lorenzo», sagte der aktuelle MotoGP-WM-Fünfte schon beim Frankreich-GP im Mai.

Danilo, warum hat sich Ducati wirklich für dich entschieden?

Wir arbeiten seit vier Jahren zusammen und die Zusammenarbeit ist gut. Sicher ist auch ein Grund, dass ich mit 27 Jahren gereift bin.

Als ich in der MotoGP anfing, war ich Letzter im Training, Letzter im Qualifying und Letzter im Rennen. Jetzt sitze ich eigentlich schon auf einer Werksmaschine – und die Resultate stimmen.

Aber ich befinde mich immer noch in der Lernphase, deshalb haben wir nur einen Einjahresvertrag gemacht. Vielleicht war ich auch ein ungeschliffener Diamant und jetzt fehlt mir noch dieser eine Prozent, das den Unterschied macht zwischen Gewinnen oder eben nicht.

Du fährst seit dreieinhalb Jahren bei Ducati, du hast sechs Podestplätze errungen, aber noch keinen Sieg.

Ich arbeite daran.

In Mugello kam es in der ersten Runde zu einer unschönen Szene zwischen dir und Marc Márquez.

Nicht sehr schön in der Tat. Ich war schnell und hatte einen sehr guten Start,ich war Dritter und in der zweiten Kurve nur noch Zehnter. Dank seiner Einlage. Dann habe ich bei meiner Aufholjagd die Reifen strapaziert. Schade, ich hätte Dritter werden können. Ein komplettes Ducati-Podest mit Lorenzo, Dovizioso und mir war möglich.

Ist Màrquez gefährlich?

Nein, aber er hat sehr viel Selbstwertgefühl und glaubt, er sei unnahbar und übertreibt es manchmal.

Du wirst 2019 bei Ducati Lorenzo ersetzen. Erzeugt das keinen Druck?

Puhh, bis Le Mans dachte ich, ich muss nur einen Namen ersetzen, aber nach seinen zwei Siegen wird es wohl mehr sein.

Seit Jahren schreibst du ein Tagebuch. Hast du was über den neuen Vertrag geschrieben?

Bisher noch nicht, aber es wird sicher einige positive Einträge geben.

Bei euch in Terni bei Rom hat die Lega als Rechtspartei bei den Wahlen die meisten Stimmen gewonnen.

Sehr konfus eigentlich. Bei uns geht die Krise eben weiter, Leute die seit dem Erdbeben in Containern wohnen, wollen Änderungen. Ich kümmere mich nicht gross um Politik, aber vor zehn Jahren war es besser.

Kann ein bekannter Sportler wie du etwas ändern?

Ich bin mit meiner Verlobten nach Terni zurück gekehrt und wollte einen Park eröffnen. Einen Park für Kinder, wo sie spielen können und sie so auch dem Motorrad näher bringen. Sie sagten: «Bravo». Sie haben mir dann aber immer die kalte Schulter gezeigt.

Nächstes Jahr Ducati-Werksfahrer zu sein, lenkt das jetzt in den nächsten Rennen nicht auch ab?

2019 existiert für mich noch gar nicht. Erst wenn ich im November in eine andere Box gehen werde, werde ich realisieren, dass sich ein Traum erfüllt hat. Für eine Sekunde nur, dann werde ich wieder in die Realität zurückkehren, wie immer.

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