Danilo Petrucci (3.): «Wir sind komplett verrückt»

Von Ivo Schützbach
Danilo Petrucci kommt im Nassen gut klar

Danilo Petrucci kommt im Nassen gut klar

Alle MotoGP-Piloten waren sich am Freitag einig: Die Bedingungen in Valencia sind grenzwertig, jeder kämpft mit Aquaplaning. Danilo Petrucci aus dem Team Alma Pramac Ducati nutzt den Regen zu seinem Vorteil.

Beide freien Trainings mussten wegen zu viel Wasser auf der Strecke unterbrochen werden, die schnellsten Zeiten des Freitags wurden in FP1 am Morgen gefahren. Weltmeister Marc Márquez blieb in 1:39,767 min um 0,106 und 0,140 sec vor dem Pramac-Duo Jack Miller und Danilo Petrucci.

Im nasseren zweiten Training fuhr Petrucci in 1:41,318 min sogar Bestzeit und blieb 0,407 sec vor dem Zweiten Márquez.

«Ich bin sehr gut ins Wochenende gestartet», grinste der Italiener, als er sich in einem notdürftig aufgestellten Easy-Up-Zelt vor der Pramac-Box mit den Medien traf, um dort den Elementen zu trotzen. «Ich habe nichts zu verlieren und muss alles versuchen, die Wertung der Privatfahrer zu gewinnen. Also gebe ich seit Freitagmorgen alles. Sicher, das Wetter hilft mir ein bisschen. In beiden Trainings war die Strecke nass, das mag ich. Ich mag den Regen, weil ich schnell bin. Gerne aufs Motorrad steige ich bei solchen Bedingungen aber nicht.»

Der 28-Jährige weiter: «Es ist nicht das höchste der Gefühle, wenn dir auf der Geraden bei 300 km/h der Hinterreifen durchdreht. Dir geht die ganze Zeit durch den Kopf, dass wir komplett verrückt sind. Diese Bedingungen sind grenzwertig. Eine Weile fuhr ich auf der Geraden hinter Márquez her, ich konnte kaum etwas sehen. Wenn du im Rennen am Ende einer Gruppe bist, weiß ich nicht, ob man da überhaupt noch etwas sieht. Besonders auf der langen Geraden steht viel Wasser, die Stellen sind aber kaum auszumachen.»

Kannst du erklären, weshalb du im Regen so gut bist? «Das liegt wohl an meinem Fahrstil», grübelte Petrucci. «Bis ich 16 Jahre alt war, fuhr ich Dirt-Bikes. Andere fuhren als Jugendliche 125er. Im Trockenen ist das ein Nachteil für mich, weil ich mir schwer damit tue, die Reifen auf der richtigen Temperatur zu halten. Im Nassen habe ich diese Sorgen nicht, da kann ich fahren und pushen wie ich will. In der Beschleunigung hilft mir mein Gewicht ein bisschen. Und zum ersten Mal ist meine Größe ein Vorteil, in 90 Prozent der Saison ist sie ein Nachteil. Seit ich MotoGP fahre, bin ich im Nassen schnell.»

Während die Wettervorhersage für Samstag deutlich besser ist, soll es am Sonntag erneut regnen. Wer denkt, dass freue Petrucci, der irrt. «Im fahre nicht gerne im Nassen Rennen, weil da alles passieren kann», meinte der Ducati-Pilot. «Da lässt sich das Limit kaum abschätzen, man ist dauernd in Sturzgefahr. Ich weiß, dass ich bei allen Bedingungen schnell sein kann. Am Schwierigsten ist es bei Mischverhältnissen, wenn die Strecke nass ist und abtrocknet.»

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