Pit Beirer: «In Dani Pedrosa brennt das Feuer noch»

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Pit Beirer weiss, dass seine Schützlinge in diesem Jahr kein leichtes Spiel hatten. Der Motorsport-Direktor von KTM freut sich umso mehr über die Verstärkung durch Johann Zarco und Edelreservist Dani Pedrosa.

«Ja, es war ein schwieriges Jahr», räumt Pit Beirer mit Blick auf die Saison 2018 ein. Der Motorsport-Direktor von KTM fügt aber auch eilends an: «Als wir in die MotoGP eingestiegen sind, haben wir auch nicht erwartet, dass es einfach wird. So gesehen war dieses Jahr eine normale Saison für ein so junges Team wie unseres, denn wir sind gewissermassen immer noch ein Neuling in dieser Klasse.»

«Am Anfang lief es ziemlich gut für uns, und wir haben in der Folge viele neue Teile eingeführt. Am Sachsenring hatten wir nahezu ein neues Bike dabei. Wir haben das Motorrad abgestimmt und waren am Sonntagmorgen im Warm-up die Schnellsten», erzählt der Österreicher rückblickend. «Aber im Rennen hatte Pol dann einen Crash. Er kehrte in Brünn zurück, und verletzte sich. Dann kam er in Aragón wieder, nur um sich erneut zu verletzen. Auch Mika Kallio hat sich auf dem Sachsenring verletzt», seufzt er.

Beirer klagt: «Wir hatten so viele neue Teile, die wir testen und im Rennen einsetzen wollten, doch wir konnten sie nicht auf die Strecke bringen und unsere Ergebnisse dadurch verbessern.» Gleichzeitig betont er: «Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, die das Team geleistet hat. Nur leider konnten wir auf der Piste nicht beweisen, wo wir derzeit stehen. So gesehen muss ich natürlich zustimmen, wenn von einem schwierigen Jahr die Rede ist. Denn selbst ein derart fantastisches Team bringt nichts, wenn die grossartigen Fahrer verletzt zuhause sitzen. Da kann man nicht die richtige Leistung bringen. Wenn zwei deiner drei Fahrer verletzt sind, dann kannst du nicht richtig mitmischen.»

Umso grösser ist Beirers Vorfreude auf die nächste Saison, in der KTM gestärkt antreten wird. Nicht nur die Neuzugänge Johann Zarco und Dani Pedrosa als Testpilot lassen hoffen, mit Tech3 verfügen die Österreicher nun über ein Kundenteam im Feld. Beirer ist sich sicher: «Unser Projekt ist gewachsen und weil nun ein weiterer Testfahrer bei uns ist, glaube ich auch nicht, dass wir wieder in dieser Situation stecken werden, in der uns zur Saisonmitte im Grunde genommen die Fahrer ausgehen. Ich freue mich sehr auf diesen nächsten Schritt, denn es handelt sich um ein langfristiges Projekt. Es war immer klar, dass wir in den ersten beiden Jahren keine Wunder erwarten dürfen.»

Man liege im Zeitplan, beteuert der 46-Jährige. «Wir sind genau da, wo wir sein wollen. Wir konnten in den ersten beiden Jahren beweisen, wie ernst es uns ist. Wir haben ein grossartiges Team und deshalb hat uns Zarco auch so früh sein Vertrauen geschenkt. Auch Dani Pedrosa kommt als Testfahrer an Bord und ich denke, das wäre nicht passiert, wenn wir nicht so professionell arbeiten würden. Hier zahlt sich die Arbeit bereits aus, und diese beiden Neuverpflichtungen werden das Projekt vorantreiben.»

«Wir sind sehr stolz, dass ein Fahrer von Danis Format zu uns kommt und seine Erfahrung in unser Projekt einfliessen lässt. Denn unsere Fahrer hatten es nicht leicht, sie mussten mit einem zunächst schwierigen Bike auskommen und jede Woche neue Teile ausprobieren. Deshalb konnten sie sich nicht ausschliesslich aufs Rennfahren konzentrieren. Nun haben wir mit Dani und Johan zwei weitere hochkarätige Fahrer auf unserem Motorrad, das mittlerweile richtig gut geworden ist», lobt Beirer, und erzählt: «Wir konnten bei der Verpflichtung von Dani keinen Druck machen, denn erst war nicht klar, ob er wirklich aufhören würde und dann kam auch noch ein weiteres Projekt auf, das für ihn in Frage kam. Er wusste aber von Anfang an, dass wir ihn wirklich haben wollten. Denn wir wussten auch, er kann uns bei der Entwicklung für die Zukunft sehr nützlich sein. Ich denke, es ist auch für einen Fahrer schön zu sehen, wenn er seine Karriere beendet und merkt, dass er noch richtig gebraucht wird, und nicht nur als Marketing-Instrument fungiert. In ihm brennt das Feuer noch, deshalb wollte er einen Job, bei dem er richtig arbeiten muss. Und diesen können wir ihm definitiv bieten.»

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