Alberto Puig wettert: «Die Zeit von Rossi ist vorbei»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Alberto Puig hat vor einem Jahr bei Repsol-Honda die Rolle des Teamprinzipals übernommen. Während der Saison blieb er zurückhaltend, jetzt holt er zum Rundumschlag aus – er lästert über Pedrosa und Rossi.

Honda hat in dieser Saison die Moto3-Weltmeisterschaft gewonnen und auch die MotoGP-WM dominiert, aber es gab auch Misserfolge. Bei der Dakar-Rallye, im US-Supercross und in der Motocross-WM wurde Honda von KTM und Husqvarna in den Schatten gestellt.

Gut zwei Wochen nach dem letzten MotoGP-Tests in Jerez gab Alberto Puig, der 1995 den Jerez-GP in der 500-ccm-Klasse auf Honda gewann, den Kollegen von lavangardia.com ein Interview, in dem er gegen Dani Pedrosa und Valentino Rossi gehörig austeilte.

Dazu muss man wissen: Puig war der Entdecker von Pedrosa und bis 2013 dessen persönlicher Manager, denn stellte sich Dani auf seine eigenen Beine. Er managte sich zuerst selbst, überliess seine Geschäfts dann der Wasserman Group und wurde zuletzt von Sete Gibernau gemanagt.

Deshalb war es für Dani sicher keine einfache Situation, als Puig in diesem Jahr als Teamprinzipal bei Repsol-Honda das Kommando übernahm.

Und wenn die Motoren schweigen, sorgen die Teammanager für Krach.

«Valentino war ein großartiger Fahrer. Deshalb hat er meinen vollen Respekt», erklärte Puig. «Aber alles im Leben hat seine Zeit. Und er erlebt jetzt eine schwierige Phase seiner Laufbahn. Er will nicht akzeptieren, dass seine Zeit vorbei ist. Manchmal musst du innehalten und nachdenken. Dann musst du dir vor Augen halten, ob es dir gefällt oder nicht: Marc Márquez ist die Nummer 1. Und Marc schert sich nicht um die Meinungen, die aus dem Rossi-Lager kommen. Im Gegenteil: In Rossis Benehmen haben wir Anzeichen von Schwäche ausgemacht.»

Puig und Rossi sind in diesem Jahr schon einmal aufeinander geprallt. Als Weltmeister Márquez beim Argentinien-GP durchdrehte und innerhalb von 40 Minuten drei Penaltys kassierte, wollte Puig in der Yamaha-Box vor einem weltweiten TV-Publikum eine Entschuldigung abliefern. Aber da er eine TV-Crew im Schlepptau hatte und offenbar nur gut aussehen wollte, schickte ihn Rossis Kumpel Uccio wieder nach Hause.

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