Hervé Poncharal (KTM): «Ich will kein Parasit sein»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Tech3-Teambesitzer Hervé Poncharal (61) freut sich über die enge Zusammenarbeit mit KTM, bezahlt aber die üblichen Leasingkosten für die Motorräder. «Wir können jetzt drei Jahre in Ruhe planen», sagt er.

Bei KTM Factory Racing ist das Material für das neue Kundenteam von Red Bull Tech3 bereits im Dezember und Januar aufgebaut worden. Teambesitzer Hervé Poncharal hat sich nach 20 Yamaha-Jahren bereits aus ganzer Überzeugung zum KTM-Botschafter verwandelt und auch die Dakar-Rallye aufmerksam verfolgt. «Ich habe jeden Tag den Live-Stream auf meinem Bildschirm verfolgt», berichtete der Franzose, der die MotoGP-WM 2019 mit Oliveira und Syahrin bestreitet und in der Moto2-Klasse mit Marco Bezzecchi und Peter Öttl auf KTM antreten wird. «Ich habe natürlich jeden Tag die Daumen für KTM gedrückt.»

Die Verträge in der MotoGP-WM sehen vor, dass die Hersteller die Leasing-Pakete für den Kundenteams pro Saison und Fahrer mit maximal 2,2 Millionen Euro in Rechnung stellen. Die Dorna bezahlt dann pro Fahrer 2,5 Millionen an die Teams, die dann meist noch die Fahrergagen, die Sturzteile, die Entwicklungsteile, die Gehälter für die Mannschaft und so weiter bezahlen müssen.

«Ich habe einen normalen Leasing-Vertrag mit KTM», versicherte Teambesitzer Hervé Poncharal. «Und ich bin ehrlich happy und zufrieden damit, denn ich will kein Parasit sein. Herr Pierer, Herr Trunkenpolz und alle anderen Verantwortlichen bei KTM haben ein Unternehmen zu führen. Und ich kümmere mich um mein Budget, das nicht unglaublich groß ist.»

Der französische Mineralölkonzern «elf» ist bei Tech3-KTM als neuer Sponsor für drei Jahre eingestiegen. Beim Red Bull-KTM-Werksteam in der MotoGP-WM sowie den Moto2- und Moto3-Teams von Red Bull KTM Ajo Racing tritt weiterhin die Schweizer Firma Motorex als Ölsponsor auf.

Poncharal: «Auch meine Verträge mit KTM und Red Bull gehen über drei Jahre, was mich glücklich macht, denn wir können jetzt diese drei Jahre in Ruhe planen. Wir können gemeinsam etwas aufbauen.»

Mit bald 62 Jahren denkt Poncharal noch nicht ans Aufhören, auch wenn seine Tochter Mathilde seit zwei Jahren im Team eine Rolle spielt. «Ich habe kürzlich mit Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta gesprochen. Er ist 72 und macht noch weiter», überlegt Poncharal, der im selben Alter wie KTM-Chef Stefan Pierer ist. «Herr Pierer, Herr Mateschitz, Carmelo – das sind leuchtende Beispiel für mich. Ich will mich in keiner Weise mit ihnen vergleichen, denn ich verfüge nicht über dieselben Fähigkeiten. Aber auch ich habe in meiner Mannschaft einige Personen, denen ich vertrauen und auf die ich mich verlassen kann. Das ist wichtig.»

Hervé Poncharal ist gespannt auf die nächsten MotoGP-Tests in Sepang (6. bis 8.2.), nachdem Oliveira und Syahrin bei den November-Tests mit der KTM RC16 noch ihre liebe Mühe hatten.

«Für meinen Geschmack war die KTM vorne zu steif», erklärte Moto2-Vizeweltmeister Miguel Oliveira. «Deshalb habe ich kein Gefühl und kein Vertrauen zum Vorderreifen aufbauen können.»

Testfahrer Dani Pedrosa dürfte beim Dezember-Test einen ähnlichen Input abgeliefert haben, deshalb werden die KTM RC16 für den Malaysia-Test teilweise umgebaut, damit auch die Umsteiger von Yamaha (Zarco, Syahrin) und Rookie Oliveira damit konkurrenzfähige Zeiten fahren können.

Denn bisher ist die Basis bei Honda, Yamaha und Ducati für die Neulinge und Umsteiger sichtlich besser.

Man darf nicht vergessen: Johann Zarco war 2018 beim Jerez-GP Zweiter auf der Tech3-Yamaha und danach sogar WM-Leader. Beim Jerez-Test im November schaffte er auf der KTM nur die 19. Zeit. Er verlor 1,9 Sekunden auf die Bestzeit von Nakagami. Und das Tech3-Duo Syahrin und Oliveira kam über die Plätze 23 und 24 in Jerez nicht hinaus.

Kombinierte Zeitenliste Jerez-Test, 28./29. November 2018:

1. Takaaki Nakagami (J), Honda, 1:37,945 min
2. Danilo Petrucci (I), Ducati, + 0,023 sec
3. Marc Márquez (E), Honda, + 0,025
4. Maverick Viñales (E), Yamaha, + 0,121
5. Jorge Lorenzo (E), Honda, + 0,160
6. Franco Morbidelli (I), Yamaha, + 0,173
7. Andrea Dovizioso (I), Ducati, + 0,240
8. Jack Miller (AUS), Ducati, + 0,262
9. Francesco Bagnaia (I), Ducati, + 0,388
10. Alex Rins (E), Suzuki, + 0,577
11. Valentino Rossi (I), Yamaha, + 0,651
12. Fabio Quartararo (F), Yamaha, + 0,816
13. Álvaro Bautista, (E), Ducati, + 0,885
14. Tito Rabat (E), Ducati, + 0,931
15. Joan Mir (E), Suzuki, + 0.986
16. Andrea Iannone (I), Aprilia, + 1,063
17. Pol Espargaró (E), KTM, + 1,199
18. Karel Abraham (CZ), Ducati, + 1,799
19. Johann Zarco (F), KTM, + 1,919
20. Aleix Espargaró (E), Aprilia, + 2,211
21. Bradley Smith (GB), Aprilia, + 2,229
22. Sylvain Guintoli (F), Suzuki, + 2,553
23. Hafizh Syahrin (MAL), KTM, + 2,575
24. Miguel Oliveira (P), KTM, + 2,632
25. Matteo Baiocco (I), Aprilia, + 3,962

Kombinierte Zeitenliste Valencia, 20./21. November 2018

1.Maverick Viñales (E), Yamaha, 1:30,757 min
2. Andrea Dovizioso (I), Ducati, +0,133 sec
3. Marc Márquez (E), Honda, +0,154
4. Jack Miller (AUS), Ducati, +0,182
5. Danilo Petrucci (I), Ducati, +0,202
6. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +0,217
7. Alex Rins (E), Suzuki, +0,497
8. Takaaki Nakagami (J), Honda, +0,547
9. Valentino Rossi (I), Yamaha, +0,614
10. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +0,643
11. Francesco Bagnaia (I), Ducati, +0,648
12. Jorge Lorenzo (E), Honda, +0,827
13. Pol Espargaró (E), KTM, +0,871
14. Joan Mir (E), Suzuki, +0,957
15. Tito Rabat (E), Ducati, +1,183
16. Stefan Bradl (D), Honda, +1,258
17. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +1,334
18. Andrea Iannone (I), Aprilia, +1,367
19. Michele Pirro (I), Ducati, +1,463
20. Jonas Folger (D), Yamaha, +1,508
21. Johann Zarco (F), KTM, +1,752
22. Karel Abraham (CZ), Ducati, +2,149
23. Hafizh Syahrin (MAL), KTM, +2,251
24. Bradley Smith (GB), Aprilia, +2,271
25. Miguel Oliveira (P), KTM, +3,041

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