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Erste Yamaha-Bilanz: Rossi ist zurück, Viñales nicht

Nach drei Rennen zählt Yamaha-Star Valentino Rossi zu den Titelanwärtern in der MotoGP-WM 2019: Flammen auch in Jerez alte Gefühle auf? Ein Blick auf den Saisonstart von Rossi, Viñales, Morbidelli und Quartararo.

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Wussten Sie, dass Valentino Rossi die zweitmeisten Trainings-Kilometer (hinter Nakagami) in den ersten drei Grand Prix abgespult hat? Und wussten Sie, wer im Texas-GP die zweitmeisten Trainings-Runden gedreht hat? Genau, das war auch Rossi.

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Nach einer frustrierenden Saison hat sich die Herangehensweise von Yamaha – und Valentino Rossi – verändert. Mit zwei zweiten und einem vierten Platz belegt der neunfache Weltmeister in der WM-Wertung vor dem Europa-Auftakt Rang 2. Noch wichtiger aber ist, dass er in Sachen Konkurrenzfähigkeit auf ein hohes Niveau zurückgekehrt ist.

Während uns die Zahlen daran erinnern, wie lange sein letzter Sieg zurück liegt, ist es wahrscheinlich, dass sich Valentino selbst deshalb am wenigsten sorgt, wie er in Amerika gezeigt hat. Die Erfahrung ist seine Stärke und er weiß genau, dass seine Chancen auf den WM-Titel regelmäßig schwanken. Er weiß, dass Marc Márquez der Fahrer ist, den es zu schlagen gilt; der Repsol-Honda-Star ist schneller als er, also muss der Yamaha-Routinier aus dessen Fehlern Kapital schlagen... oder aus denen von Honda.

Das ist der Stand der Dinge – und deshalb ist Konstanz das Um und Auf, das heißt Podestplätze in jedem Grand Prix. Bisher gab es ein Rennen, Katar, wo es der Speed-Nachteil von Yamaha für Rossi unmöglich machte, um den Sieg zu kämpfen. Er zeigte jedoch eine fantastische Aufholjagd, die ihn bis in die Spitzengruppe führte. Dort angekommen zerschlugen sich seine Hoffnungen angesichts der technischen Logik.

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In Texas gewann der "Doctor" aber eine Runde gegen Márquez und in Argentinien gegen den anderen offiziellen Titelanwärter, Andrea Dovizioso. Er schlug den Spanier dank dessen Fehlers und setzte sich vor der Ziellinie gegen den Ducati-Hoffnungsträger durch. Im Duell mit Alex Rins (Suzuki) behielt der 40-Jährige in Katar einen kühlen Kopf und akzeptierte in Austin die Niederlage gegen denselben Fahrer, nachdem er das Rennen eine ganze Weile angeführt hatte. Das zeigt, dass der alte Löwe mit Köpfchen fährt – in seinem Kopf plante er übrigens auch in Argentinien das Überholmanöver gegen seinen Landsmann "Dovi" zwei Runden lang.

Nach dem Rennen von Termas berichtete "Vale" seinem Team, wie er, als er am Hinterrad der Desmosedici klebte, entschieden hatte, dass er Ducati den zweiten Platz wegschnappen würde. Er erzählte auch, dass er unter dem Helm lachte und sich selbst zu seiner cleveren Strategie beglückwünschte – und in genau diesem Moment kurz die Konzentration verlor und Doviziso plötzlich einige Meter voraus war.

Durch das neuen Konkurrenzdenken, das von der internen Yamaha-Umstrukturierung im Winter entfacht wurde – die Rede ist von "Michele Gada und seinen Jungs" – ließ Rossi die Apathie der ersten drei Viertel der Vorsaison hinter sich und schaffte es, seine Truppe mit Enthusiasmus zu infizieren – und konkurrenzfähig zu sein.

Jetzt geht es in freundliche Gefilde, nach Europa, wo die Strecken kleiner, enger und nicht so schnell sind. Jerez ist der erste Schauplatz – in der Vergangenheit eigentlich eine "Rossi-Strecke", aber in den dunklen Yamaha-Jahren 2017 und 2018 wurde der Spanien-GP zu einer besonders schwierigen Aufgabe.

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Es wird interessant zu sehen, ob die Arbeit, die im Winter in Iwata geleistet wurde, in Jerez die alten Gefühle aufflammen lässt. Falls es so wäre, ist ein Podest für Vale fast schon sicher. Und ein Sieg? Es wird schwierig, weil die Spanier zu Hause mit Extra-Motivation ausrücken werden. Vor allem Marc Márquez, der seine Fehler – in dem Fall jenen von Texas – gerne mit einem überwältigenden Sieg im nachfolgenden Rennen wettmacht... Valentino kann sicherlich warten, bis er an der Reihe ist.

Maverick Viñales und das Petronas-Yamaha-Duo

Wenn man den Saisonstart von Maverick Viñales beurteilen muss, kann man ihn nicht anders als enttäuschend bezeichnen. Schaut man sich die Statistik an, wird man feststellen, dass Maverick sich in Doha auf eine überzeugende Art und Weise die Pole-Position geschnappt hat, dass er sich in Argentinien Startplatz 2 sicherte und in Texas, keine ausgesprochene Yamaha-Strecke, in der zweiten Reihe stand. Die Laune wird dem Yamaha-Werksfahrer im Rennen aber gehörig vermiest: In Losail fiel er in der ersten Runde auf Rang 7 zurück, in Termas auf 4 und in Austin auf 7. Als ernüchternde Endergebnisse standen daraufhin Platz 7, DNF und Platz 11 zu Buche... Wie kann das sein?

Es stimmt, dass die 40 Punkte Rückstand auf den WM-Leader Doviziso bei 16 ausstehenden Rennen und 400 zu vergebenen Punkten ein Nichts sind, aber der Eindruck, den Maverick zu Saisonbeginn hinterlassen hat, lässt auf keine Veränderung der Dynamik hoffen.

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Immer wieder haben wir bei SPEEDWEEK.com festgestellt, dass der Spanier zu keinem Siegfahrer wird, wenn er seine Startprobleme nicht löst und an der mangelnden Aggressivität in den ersten Runden arbeitet. Das muss die absolute Priorität für den Fahrer, das Team und Yamaha werden.

Neben Freud und Leid im Yamaha-Werksteam muss erwähnt werden, dass Fabio Quartararo und Franco Morbidelli in allen drei Grand Prix in das Q2 aufgestiegen sind. Die beiden Petronas-Fahrer haben, unter der Leitung von Wilco Zeelenberg, eine Rolle eingenommen, die Johann Zarco und Hafizh Syahrin zuletzt inne hatten – dank der M1, die Fahrern in der Lernphase zu Gute kommt. So zeichnet vor allem Quartararo eine Konstanz aus, die er paradoxerweise weder in der Moto3- noch in der Moto2-Klasse gezeigt hatte.

Der 20-jährige Franzose liegt im WM-Klassement nach drei Grand Prix auf Rang 10 – und wäre sicher noch weiter vorne, wenn er in Katar vor dem Start nicht den Motor abgewürgt hätte. Von Fabio dürfen wir uns in den nächsten Rennen einiges erwarten, vor allem in Le Mans – sein Heim-GP und eine echte Yamaha-Strecke.

Morbidelli versuchte in den ersten drei Rennen, sein Bestes zu geben und keine Fehler zu machen: In Doha blieb er als Elfter hinter den Erwartungen und in Argentinien kam er nicht ins Ziel, während er in Texas – mit einer aggressiveren Herangehensweise – den ausgezeichneten fünften Platz einfuhr, nachdem er vom zehnten Startplatz losgefahren war.

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WM-Stand nach 3 von 19 Rennen:

1. Dovizioso 54

2. Rossi 51

3. Rins 49

4. Márquez 45

5. Petrucci 30

6. Miller 29

7. Nakagami 22

8. Crutchlow 19

9. Pol Espargaró 18

10. Quartararo 17

11. Morbidelli 16

12. Viñales 14

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