Andrea Dovizioso: «Dürfen nicht nur Márquez sehen»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Andrea Dovizioso kam in Valencia vor Alex Rins ins Ziel

Andrea Dovizioso kam in Valencia vor Alex Rins ins Ziel

Nach Platz 4 in Valencia blickte Andrea Dovizioso auf seine MotoGP-Saison 2019 durch. Die Bilanz des Ducati-Stars und dreifachen Vizeweltmeisters fällt zweigeteilt aus.

Für Ducati wurde es in Valencia nichts mit dem ersten Team-Titel seit 2007: Platz 4 von Andrea Dovizioso und ein Sturz von Danilo Petrucci waren zu wenig, um den Zwei-Punkte-Vorsprung gegen einen überragenden Marc Márquez zu verteidigen. In seinem Abschiedsrennen steuerte zudem Jorge Lorenzo als 13. drei Zähler für Repsol Honda bei.

«Dovi», der zum dritten Mal in Folge mit dem ungeliebten Titel des Vizeweltmeisters Vorlieb nehmen muss, machte aber ohnehin nie einen Hehl daraus, dass die Teamwertung nicht über die erneute Niederlage gegen Márquez hinwegtrösten hätte können. Trotz allem will der 33-Jährige seine Saison aber rational betrachten: «Wenn wir Marc anschauen, dann können wir mit unserer Saison nicht zufrieden sein. Aber wir dürfen auch nicht nur das sehen», unterstrich er.

«Wir müssen unsere Saison auf eine andere Weise betrachten. Das Ziel war ein anderes – um die Weltmeisterschaft zu kämpfen und den Titel zu gewinnen. Das haben wir nicht geschafft, deshalb können wir nicht happy sein.Wir haben auch noch einige Punkte, die wir noch mehr verbessern müssen, als wir es bisher getan haben. Wir müssen aber auch realistisch sein. Denn in dieser Saison hat der Mix aus Marc und Honda etwas Verrücktes geschafft: Sie haben einen Punkterekord aufgestellt und alle Titel gewonnen», unterstrich Dovi.

«Ich bin enttäuscht darüber, dass wir die Team-Wertung nicht für uns entschieden haben, aber nur deshalb, weil ich vor der Saison gesagt hatte, dass ich und Danilo das stärkste Team sein würden», ergänzte der Ducati-Werksfahrer. «Ich glaube, das ist auch passiert. Leider hat Marc alles alleine gemacht. Er war zu stark für alle anderen, denn an einem schlechten Tag wurde er Zweiter – und das gerade einmal um ein paar Zehntel. Er hatte einen anderen Speed.»

Dovi verwies aber auch auf die Zahlen seiner Saison: Nach 19 Grand Prix liegt er 58 Zähler vor dem drittplatzierten Maverick Viñales. Auch wenn der Italiener 2019 nur zwei Rennen für sich entscheiden konnte, sorgte er mit 269 Punkten für eine persönliche Bestleistung. Zur Erinnerung: 2018 hatte er noch viermal gewonnen, 2017 sogar sechsmal. Damals stand allerdings noch ein GP weniger im Kalender.

«Die Weltmeisterschaft war merkwürdig. Marc hat einen Punkterekord aufgestellt, ich habe meinen Rekord verbessert. Nach mir sind fast 60 Punkte Abstand auf den Drittplatzierten. Das bedeutet, dass wir gut gearbeitet haben. Ich hatte auch zwei Nuller, an denen wir nicht schuld waren. Das sind viele Punkte», blickte der Vizeweltmeister zurück. «Ich glaube, dass wir glücklich sein müssen mit dem, was wir geleistet haben. Das Level ist einfach so hoch. Wenn ich sehe, wer hinter mir ist, bin ich ein bisschen überrascht – da sind viele gute Bikes. Ich glaube, dass wir die Rennen in dieser Saison gut gemanagt haben. Es hängt also davon ab, wie man es sehen will. Aber sicher ist es nicht genug, wir wollen um die Weltmeisterschaft kämpfen.»

Dovizioso weiter: «Wir überlegen alle, was wir tun können, um Marc zu schlagen. Es ist sehr schwierig – für alle, aber es ist nicht unmöglich. Marc hat in dieser Saison etwas Verrücktes geleistet, aber es kann auch anders laufen. In der MotoGP kann in vielen Bereichen viel passieren – Bikes, Entwicklung, Fahrer, Stürze... Jede Weltmeisterschaft hat ihre eigene Geschichte. Man muss diese Mentalität beibehalten und optimistisch bleiben. Am Dienstag beginnt schon die neue Saison und wir werden neues Material bekommen. Wir werden sehen, ob etwas Interessantes dabei ist. In diesem Moment ist es schwierig, an den WM-Titel zu denken, aber es ist sicher nicht unmöglich. Wir müssen hart weiterarbeiten – auf die Art, wie wir es in dieser Saison gemacht haben. Denn Ducati und ich pushen schon hart.»

MotoGP-WM-Endstand nach 19 Rennen:

1. Marc Márquez 420. 2. Dovizioso 269. 3. Viñales 211. 4. Rins 205. 5. Quartararo 192. 6. Petrucci 176. 7. Rossi 174. 8. Miller 165. 9. Crutchlow 133. 10. Morbidelli 115. 11. Pol Espargaró 100. 12. Mir 92. 13. Nakagami 74. 14. Aleix Espargaró 63. 15. Bagnaia 54. 16. Iannone 43. 17. Oliveira 33. 18. Zarco 30. 19. Lorenzo 28. 20. Rabat 23. 21. Bradl 16. 22. Pirro 9. 23. Syahrin 9. 24. Abraham 9. 25. Guintoli 7. 26. Kallio 7.

Konstrukteurs-WM:
1. Honda 426. 2. Yamaha 321. 3. Ducati 318. 4. Suzuki 234. 5. KTM 111. 6. Aprilia 88.

Team-WM:
1. Repsol Honda Team 458. 2. Ducati Team 445. 3. Monster Energy Yamaha 385. 4. Petronas Yamaha SRT 307. 5. Team Suzuki Ecstar 301. 6. Pramac Racing 219. 7. LCR Honda 210. 8. Red Bull KTM Factory Racing 134. 9. Aprilia Racing Team Gresini 106. 10. Red Bull KTM Tech3 42. 11. Reale Avintia Racing 32.

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