Aus dem möglichen Valencia-Doppelsieg wurde zwar nichts, aber KTM ist nahe an Ducati dran und will im achten MotoGP-Jahr endlich um den Titel fighten. Doch Jack Miller muss sich steigern.
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Brad Binder hat sich in der Fahrer-WM 2023 gegenüber dem Vorjahr vom sechsten auf den vierten Platz verbessert und die "premier class" als bester Nicht-Ducati-Fahrer beendet. "Wir wollen 2024 um die WM-Krone kämpfen", hat KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer deshalb jetzt im Interview mit SPEEDWEEK.com als Parole ausgegeben.
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Es ist aber kein Geheimnis, dass Jack Miller in seiner ersten MotoGP-Saison bei Red Bull-KTM insgesamt enttäuscht hat, auch wenn er in Valencia am Sonntag während 19 von 27 Runden führte und dann stürzte. Rundenlang bahnte sich bei diesem denkwürdigen Rennen ein Doppelsieg für das Red Bull-KTM-Duo an. Auch Ing. Sebastian Risse, Technical Coordinator bei KTM, fand bis zu den letzten Rennen keine fundamentale Lösung für die Probleme des Australiers.
Dabei hatte die Saison für "Thriller Miller" recht vielsprechend begonnen. Er lobte bei den Wintertests das Potenzial der KTM RC16, eroberte bei den ersten vier Rennen am Sonntag einen siebten Platz (Portimão) und einen sechsten Rang (Las Termas de Río Hondo), in Jerez setzte er sich mit dem ersten Podestplatz Rang 3 hinter Brad Binder in Szene.
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Aber dann folgten etliche Rückschläge – und nur noch zwei sechste Sonntags-Ergebnisse in Sachsen im Juni und in Motegi im Oktober.
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"Ich habe keine Erklärung für diese Performance. Es ist einfach sehr schade. Denn Jack hat uns besser gemacht, er hat uns durch seine Arbeitsweise neue Wege geöffnet und mit seiner Art, das Motorrad abzustimmen. Er war ja am Anfang über Nacht der schnellste KTM-Fahrer. Nachher hat Brad Binder enorm von der Arbeit profitiert, die Jack ins Team mitgebracht hat. Und Jack konnte von seiner eigenen Entwicklungsarbeit nicht profitieren. Er war im Sommer halt abgelenkt", erklärte Pit Beirer.
Damit spielte der KTM-Motorsportchef auf den Nachwuchs im Hause Miller an, der Mitte September, kurz nach dem Misano-GP, mit Töchterchen Pip-Florence zur Welt kam. "So eine Familiengründung in Australien mitten in der Saison ist vielleicht auch etwas, was nicht ganz spurlos an so einem Rennfahrer vorbei geht", meint Pit Beirer. "Aber wir haben Jack das ganze Jahr über den Rücken gestärkt. Denn wir konnten keine offensichtlichen Fehler finden, außer dass ihm manchmal das Vorderrad weggerutscht ist. Dann kommst du in eine Spirale, denn dann will uns der Fahrer etwas beweisen. Er drückt noch mehr und fliegt noch schneller runter. Wenn das Selbstvertrauen bei einem MotoGP-Fahrer einmal angeknackst ist, wird es schwierig. Deshalb sind bei Jack die Highlights im Sommer ausgeblieben. Bei den letzten drei Grand Prix, eigentlich mit dem Umstieg auf das Karbonchassis, kamen wieder die Lichtblicke zurück.
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"Jack hat dann mit Platz 8 in Sepang und Platz 9 in Doha zwei ordentliche Rennen absolviert. Wir haben ihn aufgebaut und vom Speed her in Valencia wieder dorthin gebracht, wo er im Frühjahr schon war", blickt Pit Beirer zurück. "Aber bei aller Kritik an Jack möchte ich schon festhalten: Er ist bei den meisten Rennen, bei denen er 2023 um den zehnten Platz rumgefahren ist, schnellere Rundenzeiten gefahren als in der Saison 2022. Es also nicht so, dass er einen Einbruch hatte, der noch nie da gewesen ist, sondern das MotoGP-Feld entwickelt sich einfach auch brutal weiter." Ergebnisse MotoGP-Rennen Valencia (26.11.): 1. Pecco Bagnaia (I), Ducati, 27 Runden in 40:48,525 min 2. Johann Zarco (F), Ducati, +0,360 3. Brad Binder (ZA), KTM, +2,347 4. Fabio Di Giannantonio* (I), Ducati, +3,176 sec 5. Raúl Fernández (E), Aprilia, +4,363 6. Alex Márquez (E), Ducati, +4,708 7. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +4,736 8. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +8,014 9. Luca Marini (I), Ducati, +9,486 10. Maverick Viñales (E), Aprilia, +10,556 11. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +12,001 12. Takaaki Nakagami (J), Honda, +21,695 13. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, +43,297 14. Pol Espargaró (E), KTM – Alex Rins (E), Honda, 19 Runden zurück – Jack Miller (AUS), KTM, 18 Runden zurück – Enea Bastianini (I), Ducati, 9 Runden zurück – Augusto Fernández (E), KTM, 9 Runden zurück – Marc Márquez (E), Honda, 5 Runden zurück – Jorge Martin (E), Ducati, 5 Runden zurück – Marco Bezzecchi (I), Ducati, erste Runde nicht beendet *= 3-Sekunden-Strafe (Reifendruck-Vergehen)
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