12 km/h höherer Kurvenspeed liess Reifen überhitzen

Von Matthias Dubach
MotoGP
Marc Márquez beim illegalen Motorradwechsel in der elften Runde

Marc Márquez beim illegalen Motorradwechsel in der elften Runde

Reifenhersteller Bridgestone präsentierte in Motegi erste Erkenntnisse aus dem Debakel beim Australien-GP. Hiroshi Yamada forderte nachdrücklich einen Wintertest auf Phillip Island.

Eines muss man Bridgestone zugute halten: Der Hersteller verkroch sich nach der Blamage auf Phillip Island mit den überhitzenden Reifen nicht und wollte sich unsichtbar machen, sondern geht mit der Peinlichkeit relativ offen um. Das ist gerade für eine Firma aus Japan, wo ein Gesichtsverlust gesellschaftlich extrem schmerzt, nicht selbstverständlich. Nachdem bereits unter der Woche ausführliche Pressemitteilungen verschickt wurden, gab es auf der Rennstrecke in Motegi auch noch eine Pressekonferenz zum Australien-Wirbel mit Bridgestone-Motorsport-Manager Hiroshi Yamada.

Die Reifen aus Phillip Island wurden bereits ersten Analysen unterzogen. «Wir arbeiten schon die ganze Woche an einer Lösung für das nächstjährige Rennen. Bei den Datenaufzeichnungen der Teams erkannten wir, dass die durchschnittliche Kurvengeschwindigkeit 12 km/h höher war als im Vorjahr. Deshalb mussten die Reifen 20 Prozent mehr Energie absorbieren. Wir haben auf dem neuen Asphalt einen Anstieg der Werte erwartet, aber nicht in diesem Ausmass. Die Aussentemperaturen haben nicht eine entscheidende Rolle gespielt», sagte Yamada.

Im Rennen waren nur zehn Runden möglich, die reguläre Renndistanz wäre 27 Runden gewesen. Marc Márquez drehte unerlaubt eine elfte Runde, in seinem Hinterreifen klafften danach grosse Risse, ganze Gummistücke fehlten. Yamada: «Eine Runde mehr konnte viel ausmachen, das waren immerhin schon 10 Prozent mehr als erlaubt. Wir wissen aber noch nicht, ob bei Márquez vielleicht schon von Anfang an Risse im Reifen waren. Er fährt sehr aggressiv.»

Der Einheitsreifenhersteller ist nun sehr daran interessiert, im nächsten Winter einen Test auf Phillip Island abhalten zu können. Im Bewusstsein um den neuen Asphalt wurde schon vor einem Jahr daran gedacht. «Es wurde diskutiert. Aber damals hat die neue Strecke in Austin erste Priorität gehabt. Die Strecke war neu, sie war absolut unbekannt. Deshalb haben wir im März mit Honda und Yamaha in Austin getestet. Auch in Argentinien waren wir im Hinblick auf das neue Rennen bereits, wenn auch nur mit wenigen Fahrern», schildert Yamada, der Terminprobleme nicht verhehlt. «Ab Februar beginnt die Saison schon wieder mit dem ersten Sepang-Test, ausserdem ist die Strecke auf Phillip Island nicht immer erhältlich. Ein Test mit drei bis fünf Werksfahrern würde genügen.»

Bei einem Test kann Bridgestone hilfreiche Temperatursensoren in den Reifen verwenden, die an den GP-Wochenenden nicht erlaubt sind.

In zwei Wochen findet das WM-Finale in Valencia ebenfalls auf einer neu asphaltierten Strecke statt. «Wir erwarten keine Probleme, Valencia beansprucht die Reifen nicht so sehr.»

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