Jorge Lorenzo: «Wir haben erste Fortschritte gemacht»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Jorge Lorenzo

Jorge Lorenzo

Jorge Lorenzo forderte Weltmeister Marc Márquez beim Mugello-GP alles ab. Der Yamaha-Star ist auf dem Weg nach oben. Aber der WM-Zug ist abgefahren.

Sechs Rennen, nur zwei Podestplätze, Rang 4 in der WM-Tabelle, Rückstand auf Marc Márquez bereits unfassbare 85 Punkte: Für Jorge Lorenzo hätte die MotoGP-Saison 2014 nicht schlimmer beginnen können.

Der Movistar-Yamaha-Werksfahrer grübelt, er rätselt. Er sucht die Fehler bei sich («Ich war nach den Operationen im Winter körperlich bis jetzt nicht stark genug»), aber auch an den Umständen und am Material.

Kritiker sagen, Lorenzo sei wegen der Siegesserie von Márquez verstört, der neue Weltmeister habe ihn geknickt. Dazu kommen die Niederlagen gegen seinen Teamkollegen Rossi.

Fakt ist: Lorenzo braucht Nestwärme, er braucht die Bewunderung der Fans und der Gegner; er hat 2010 Rossi entzaubert und dann zu einem jahrelangen Höhenflug angesetzt, er schien unantastbar, der Titelgewinn von Casey Stoner war für ihn 2011 ein Betriebsunfall, sonst wäre er dreimal hintereinander MotoGP-Weltmeister geworden – von 2010 bis 2012.

Auch die Saison 2013 war noch erträglich. Lorenzo gewann sieben Rennen, also eines mehr als Márquez, er verpasste den Titel nur um 4 Punkte, er machte sich in Assen unsterblich, als er zwei Tage nach einem Schlüsselbeinbruch und 30 Stunden nach der Operation im Rennen Fünfter wurde.

Aber dann passierte im Sachsenring-Training ein ähnliches Missgeschick, wieder Schlüsselbein entzwei, wieder OP. Aber diesmal kehrte die Nummer 99 nicht mehr vom Operationssaal direkt an die Rennstrecke zurück.

Marc Márquez nützte diese Phase zu vier Rennsiegen in Serie, die Basis für den Titelgewinn.

Jetzt hat Márquez Selbstvertrauen ohne Ende, er hat von seine 24 MotoGP-Rennen zwölf gewinnen und 22 auf dem Podest beendet. Nur der Sturz in Mugello 2013 und die schwarze Flagge in Australien haben Nuller verursacht.

Lorenzo hat schon viele Ursachen für seine schwache Saison genannt. Fakt ist, dass er im Winter kein Vertrauen zu den 2014-Hinterreifen von Bridgestone fand, dass er sich sehr lautstark darüber beklagte – bis die Japaner in Le Mans eine neue Generation lieferten. Eine Konstruktion, die näher an den Vorjahres-Compounds lieg, aber trotzdem hitzebeständiger ist, denn seit dem Australien-GP-Desaster (die Hinterreifen hielt nur 10 statt 27 Runden) musste Bridgestone aus Sicherheitsgründen neue Reifen entwickeln.

«Die Bridgestone-Techniker sagen, das seien jetzt dieselben Reifen wie 2013, wir müssen ihnen also vertrauen», hält Lorenzo fest. «In Mugello habe ich aber ein bisschen weniger Grip gespürt als 2013. Vielleicht hatte es mit dem Belag zu tun. Es war jedenfalls schwieriger, die Zeiten vom letzten Jahr zu erreichen. Dabei habe ich mehr gepusht, und ich glaube, ich fahre inzwischen besser. Ja, das neue Reglement mit 20 statt 21 Litern spielt auch eine Rolle, der Motor fühlt sich nervöser an, die Maschine ist ein bisschen schwieriger zu beherrschen. Wir haben mehr Wheelspin, hinten pumpt sich die Federung rascher auf. Aber wir machen von Rennen zu Rennen Fortschritte. In Mugello haben wir ein paar Lösungen gefunden, wir haben dort einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, auch wenn es noch nicht für den Sieg gereicht hat. Wir hoffen, dass uns beim Catalunya-GP der nächste Schritt gelingt.»

Was sich Rossi und Lorenzo ebenfalls wünschen: Ein bisschen mehr Motorleistung, doch die Entwicklung ist 2014 erstmals eingefroren für die Factory-Teams, also für die acht Prototypen-Fahrer von Honda und Yamaha.

Es dürfen nur im Umfeld des Motors (zum Beispiel: Airbox)Änderungen vorgenommen werden – und zum Beispiel bei den Materialien der Leistungsteile, um die innere Reibung zu verringern.

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