Teil 3: Gestatten? Der furchtlose Andrea Iannone!

Von Michael Scott
MotoGP
Andrea Iannone ist einer der außergewöhnlichen Charaktere im Paddock – nicht nur privat, sondern auch auf dem Bike. In Teil 3 zeigen sich seine Stärken und Schwächen.

Andrea Iannone ist für seine harte Fahrweise bekannt. Er scheint nie Angst zu haben. Das zeigt seine beeindruckende Sturzstatistik. Zwölf Abflüge waren es im letzten Jahr. 2014 landete er sogar 14 Mal im Kies.

«Wenn man Angst hat, kann man diesen Sport nicht betreiben, denn dann ist der Kopf nicht zu hundert Prozent frei. Manchmal spürt man Angst, wenn man weiß, dass man stürzen wird. Wenn es zu spät ist… Doch es ist sehr wichtig, dass man vorher keine Angst hat.»

Abgesehen von einer typisch italienischen Vorliebe für Gnocci, Mafiafilme und Popmusik, ist «Maniac Joe» sehr individuell. Er verweigert sich jeglicher Rollenmuster, doch durch seinen Fahrstil ähnelt er Kevin Schwantz etwas.

«Als ich sieben Jahre alt war, sah ich Valentino im Fernsehen, als er 1997 die Weltmeisterschaft gewann. Ich habe mich gefreut, denn er ist ein verrückter Typ. Nach jedem Rennen lieferte er eine spezielle Show, wenn er gewonnen hatte. Doch er tat es nur für den Spaß und für nichts anderes.»

Auch auf eine Lieblingsstrecke will er sich nicht festlegen. «Ich denke, Mugello und Barcelona stehen ganz oben, aber jede Strecke ist schön. Ich mag jede einzelne. Einen Favoriten habe ich nicht. Ich mag schnelle Kurven und harte Bremszonen. Doch ich kann sogar den Sachsenring und Indianapolis leiden. Für mich sind alle gleich. Es ist wichtig, dass ein Fahrer auf jeder Strecke stark ist, nicht nur auf zwei oder drei.»

Natürlich gibt es auch keine speziellen Fahrer, die er unbedingt besiegen will. «Ich will alle Fahrer schlagen. Ich trete gegen 24 Piloten an, nicht nur gegen einen.» Ja, stimmte ich zu, doch du musst einen nach dem anderen überholen. Er lacht. «Ich weiß nicht. Manchmal ist es möglich, mehrere gleichzeitig zu überholen.»

Sein Ziel ist ein MotoGP-Podestplatz, doch seine bisher beste Position war Rang 5. Iannone weiß, dass «es sehr schwierig ist, weil ich keine Honda oder Yamaha fahre. Es sieht so aus, als seien sie einfacher zu fahren. Ich weiß es aber nicht, weil ich bisher nur die Ducati kenne. Doch ich will mich auf mein Team und die Ducati konzentrieren. Ich arbeite mit Ducati an der Weiterentwicklung. Zudem versuche ich, auch meinen Fahrstil und alles andere zu verbessern. Rennsport erfordert kontinuierliche Weiterentwicklung. Ich gebe immer hundert Prozent, daher will ich mich auch immer um hundert Prozent steigern.»

«Mit der Saison 2014 bin ich sehr zufrieden, denn ich habe mich auf jeder Strecke gesteigert. Mein Gefühl für die Maschine und für die Menschen ist besser. Ducati und ich haben einen guten Job gemacht.»

2015 wird Iannone für das Ducati-Werksteam antreten. Der ehemalige Aprilia-Rennchef Gigi Dall’Igna konstruiert ein völlig neues Bike, das bei den Sepang-Tests in Februar erstmals eingesetzt wird. «Ich erwarte, dass das Bike besser ist. Für mich ist das wichtig, denn vor meinem Wechsel in die MotoGP-Klasse kämpfte ich jeden Sonntag um das Podest. Nun ist es lange her, seit ich um einen Platz unter den Top-3 fuhr.»

Wo liegen deine Stärken? «Ich weiß nicht. Ich denke, meine Stärke ist das Bremsen.» Er macht eine Pause. «Und Wheelis machen», grinst er. «Das ist fest in meinem Kopf verankert. Ich denke, das ist meine Mentalität.» Das ist wohl das ‹Wahnsinnige› an «Maniac Joe». Also tretet alle zurück…

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