Nicky Hayden (Rang 18): «Die Honda ist nicht einfach»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Nicky Hayden will 2015 wieder unter den Top-Ten mitmischen. Aber in Sepang büsste er sogar auf die beste Open-Yamaha von Bradl 1,2 Sekunden ein. «Wir haben noch viel Arbeit», weiss er.

Im Laufe des dritten MotoGP-Testtages in Sepang vergrösserte sich der Abstand zwischen Open-Class-Favorit Stefan Bradl und Nicky Hayden auf der besten Open-Honda RC213V-RS auf 1,214 Sekunden.

Dabei sind die neuen Open-Honda nichts anderes als die letztjährigen Factory-Bikes der Teams von Repsol, LCR und Gresini, die statt der Factory-Software die Einheits-ECU montiert haben, das Seamless-Getriebe kann dadurch nicht verwendet werden.

Eine Mutmassung: Honda verwendet das Seamless-Getriebe bereits seit 2011 bei allen MotoGP-Werksmaschinen, die Kundenteams erhielten es 2012, Yamaha setzt es erst seit Misano 2013 ein, deshalb ist das herkömmliche Yamaha-Getriebe wohl weiter entwickelt.

Immerhin steht Hayden besser da als vor einem Jahr mit dem unseligen Production-Racer RCV1000R, mit dem Hayden 2014 am ersten Testtag 3 Sekunden einbüsste.

Im Vorjahr war Hayden beim ersten Sepang-Test 1,516 Sekunden hinter Aleix Espargaró auf der Open-Yamaha von Forward gelandet. Der Fortschritt ist also überschaubar und macht die Honda-Teams und -Fahrer keinesfalls happy.

Hayden räumt zwar ein, dass die neue Open-Honda ein Fortschritt ist, aber der amerikanische MotoGP-Weltmeister von 2006 ist als Gesamt-18. noch weit von den Rängen entfernt, die er sich zum Ziel gesetzt hat.

Auf die Repsol-Honda von Marc Márquez büsste der «Kentucky Kid» aus Owensboro nicht weniger als 2,64 Sekunden ein.

«Wir sind noch auf der Suche nach der richtigen Richtung», betonte Hayden, der jetzt mit dem Neuseeländer Matthew Davies jenen Crew-Chief hat, der letztes Jahr bei Forward für Aleix Espargaró zuständig war. Haydens Chefmechaniker Mauro Noccioli arbeitet jetzt in der Moto3-WM beim RBA-KTM-Team von Aleix Espargaró, für das Gabriel Rodrigo, Niklas Ajo und Anna Carrasco fahren.

Tatsächlich hat Nicky Hayde am Getriebe einiges auszusetzen. «Wir haben jetzt Daten gesammelt, damit das Team einen Plan für den zweiten Sepang-Test in zwei Wochen machen kann», stellte Nicky fest. «Wir haben einen besseren Motor mit mehr Performance, weil er jetzt die Pneumatik hat. Aber eines wissen wir: Am Getriebe muss sich etwas ändern. Bei manchen Richtungswechseln macht das Motorrad Wheelies. Ich konnte zwischen den Kurven 2 und 3 und 8 und 9 die Richtung nicht rasch genug ändern, weil dort das Vorderrad in der Luft ist und ich die Power nicht auf den Boden bringe. So fehlt dir der Speed, bevor du zur Bremszone vor Kurve 4 kommst. Wir haben noch nicht alle Getriebeteile erhalten, da müssen wir einiges ändern. Bisher konnte ich den zweiten Gang nicht so übersetzen, wie ich mir das vorgestellt habe.»

«Klar, das Motorrad ist besser als unser letztjähriges. Aber es ist ja nicht so, dass die Gegner vorne sind alle tatenlos rumgesessen sind. Letztes Jahr ist hier keiner 1:58 min gefahren. Márquez ist 0,666 Sekunden schneller gefahren als 2014, ich nur um 0,006 Sekunden. Unser Ziel bewegt sich.... Das ist die grosse Herausforderung», ist sich Nicky bewusst.

«Wir haben am Freitag in Sepang kleine Fortschritte erzielt, wir haben die Geometrie geändert und dadurch das Turning leicht verbessert, also das Einlenkverhalten. Aber besonders beim Beschleunigen aus den langsamen Ecken raus haben wir Mühe. Bis zum Saisonstart haben wir noch sechs Tage Zeit zum Testen. Aber wir sind nicht so schnell, wie wir uns erwartet haben. Das Motorrad ist ganz neu für das Team und auch für mich. Ich muss auch meinen Fahrstil für dieses Bike umstellen. Obwohl der Motor kraftvoller ist, bin ich kaum schneller als vor einem Jahr. Wenn ich anderen Jungs nachfahre, verstehe ich ganz gut, wo wir Zeit verlieren.»

Nicky Hayden: «Wir stehen am Anfang»

Wie geht’s dem im Juli 2014 operierten rechten Handgelenk, aus dem vier Knochen entfernt wurden? Hayden: «Die Hand ist in Ordnung. Am dritten Tag habe ich leichte Schmerzen gespürt, aber nicht zu schlimm. Daran muss ich mich bei diesem Motorrad gewöhnen. Letztes Jahr habe ich in der ganzen ersten Saisonhälfte Schmerzen gehabt. Deshalb konnte ich nicht so bremsen, wie es erforderlich gewesen wäre. Jetzt muss ich versuchen, wieder heftiger zu bremsen. Sepang ist beim Bremsen sehr anspruchsvoll. Also mache ich mir wegen der Hand keine grossen Sorgen.»

Der Abstand zu Stefan Bradl fiel aber ziemlich gross aus, nicht wahr? Hayden: «Wie weit ist Stefan vor mir? 1,2 Sekunden? Wirklich? Wenn ich gegen ihn um den ersten Open-Platz fighten will, haben wir noch einige Arbeit vor uns... Naja, wir stehen mit diesem Motorrad erst am Anfang. Auch bei der ECU-Software müssen wir noch einen grossen Schritt machen. Das Zeug ist vielleicht in Japan ein bisschen getestet worden, aber HRC hat mit den Factory-Bikes viel zu tun. Deshalb haben wir noch viel Arbeit. Forward-Yamaha hat vielleicht ein bisschen mehr Erfahrung als wir. Sie haben denselben Motor wie vor einem Jahr... Wir müssen noch viel testen. Diese RC213V-Honda ist nicht einfach zu handhaben, sie ist nicht leicht zu fahren. Das sieht man bei Crutchlow und Redding. Und mit der Magneti-Marelli-Einheits-Software ist es noch schlimmer.»

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