Jorge Martinez: Die Suche nach dem besten Material

Von Günther Wiesinger
MotoGP

In der Saison 2017 werden sich einige renommierte MotoGP-Teams mit anderen Herstellern verbünden müssen. Teamchefs wie Jorge Martinez halten bereits Ausschau.

Die heutigen MotoGP-Kundenteams haben grossteils enge Bindungen an einen Hersteller. LCR ist seit 2006 mit Honda verbündet, Gresini hat sich jetzt mit Aprilia Racing zu einem Joint Venture hinreissen lassen, Tech3 fährt seit 15 Jahren mit Yamaha, Marc VDS hat sich für zwei Jahre mit HRC zusammengetan, Pramac bildet das zweite Ducati-Factory-Team, Forward ist mit dem erfolgreichen Open-Projekt von Yamaha liiert.

Dazu hat Avintia einen Deal mit Ducati für die Open-Class, LCR hat erstmals ein zweites MotoGP-Motorrad für Miller, dazu bilden Drive M7 Aspar und AB Motoracing weitere Honda-Kundenteams.

Für 2016 wird sich an diesem Gebilde nicht viel ändern.
2016 verschwindet allerdings die Open-Class, es kommt die Einheits-ECU für alle, Michelin ersetzt Bridgestone als Reifenlieferant.

Und die existierenden Teams werden voraussichtlich mit ihren aktuellen Herstellern weitermachen, grossteils existieren entsprechende Verträge.

Die Dorna will aber die Ein-Fahrer-Teams AB Motoracing und IodaRacing eliminieren, um die Teilnehmerzahl von 25 auf 22 oder 23 zu senken.

2016 wird ein Übergangsjahr sein. Statt der Open-Bikes werden dann Drive M7 und die anderen Open-Teams voraussichtlich Vorjahresmaschinen erhalten, also 2015-Modelle.

Da Suzuki und Aprilia in der zweiten Saison noch keine Kundenteams ausrüsten wollen, wird das Feilschen ums beste und preiswerteste Material bei den Privattteams erst während der Saison 2016 richtig losgehen.

Das heisst aber nicht, dass sich die Teambesitzer nicht bereits Gedanken machen.

So sucht zum Beispiel KTM einen MotoGP-Partner für den Einstieg 2017. Der Kreis der Anwärter ist überschaubar: Avintia, Forward und Drive M7 Aspar heissen die vorrangigen Kandidaten. Auch Marc VDS könnte ein Thema werden.

Denn 2017 sollen alle sechs Hersteller je vier MotoGP-Maschinen einsetzen, das wären 24. KTM wird im ersten Jahr eine Ausnahmegenehmigung erhalten und sich auf zwei Bikes beschränken dürfen, dann wären wir bei den von der Dorna gewünschten 22.

Bei HRC wird sich dann herausstellen, ob neben Repsol nur ein zweites Team beliefert wird, das wäre dann LCR oder Marc VDS, wobei Lucio Cecchinello der langjährigere HRC-Partner ist. Es wird dann aber auch von den Sponsoren und den Namen und von der Qualität der Fahrer abhängen.

Wenn 2017 kein Hersteller mehr als vier Fahrer ausrüsten darf, müssen sich Avintia, Forward, Drive M7 und vielleicht auch Marc VDS um neue Partner umschauen.

Es ist klar, dass zum Beispiel Drive-M7-Aspar-Team lieber die Nummer 2 bei Aprilia oder Suzuki wäre als die Nummer 4 bei Honda.

«Ich weiss natürlich jetzt noch nicht, welcher Hersteller 2017 unser Partner sein wird», sagt Jorge Martinez im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Er ist vierfacher Weltmeister und hat 37 GP-Siege erobert. «Sicher ist, dass wir alle Möglichkeiten prüfen und die beste Möglichkeit auswählen. Es wird dann Optionen bei Ducati geben, bei KTM und so weiter. Auch Honda kommt in Frage, wenn ich dort nicht dritte Wahl bin. Ich werde ähnlich vorgehen wie bei meinem Moto3-Team und die beste Option suchen. In der Moto3 bilden wir jetzt zu 100 Prozent das Mahindra-Werksteam. Wir haben erstklassigen Support. So etwas stelle ich mir auch für die MotoGP 2017 vor.»

Bei einer Verbindung von Drive M7 Aspar und KTM könnte es Stolpersteine geben: KTM kooperiert ist den meisten Serien mit Sponsor Red Bull, Drive M7 wäre eine direkte Konkurrenz. Und in der Moto3-Klasse ist Martinez jetzt ein Gegner der Österreicher.

Aber: Aspars Vertrag mit Mahindra läuft Ende 2016 aus, der Deal mit Drive M7 erstreckt sich auf 2015, für 2016 existiert eine Option.

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