Wolfgang Streubel: Wieder 200.000 Fans am Sachsenring

Von Günther Wiesinger
MotoGP
GP-Promoter SRM veranstaltet 2015 bereits zum vierten Mal den Sachsenring-GP, diesmal am 12. Juli. Geschäftsführer Wolfgang Streubel hofft auf schwarze Zahlen.

Als der ADAC Sachsen im September 2011 keinen neuen Vertrag mit der Dorna mehr unterschreiben wollte, weil er für 2012 bei der Austragung des Motorrad-GP von Deutschland auf dem Sachsenring einen Verlust von 650.000 Euro befürchtete, war die Zukunft des traditionellen Events in Hohenstein-Ernstthal nur etwa zehn Tage in Gefahr.

Dann bot sich die Sachsenring Rennstrecken Management GmbH (SRM) als Promoter an, das ist eine Firma, die von den umliegenden Gemeinden wie Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz, Gersdorf und so weiter finanziert und am Leben gehalten wird.

Der spanische Rechte-Inhaber Dorna hatte die Gebühren für die Ausrichtung des Grand Prix (der erste fand 1998 auf dem permanenten Sachsenring statt) für die Saison 2012 auf 3,5 Millionen Euro erhöht, vorher lagen sie bei 1,5 Millionen.

Im ersten Jahr schrieb die SRM GmbH einen kräftigen Verlust von rund 209.000 Euro. 2013 folgte eine schwarze Null, 2014 wurde ein kleiner Gewinn erwirtschaftet, jetzt sollen die Gewinne allmählich steigen.

Interessenten finden hier alle wichtigen Informationen: www.sachsenring-gp.de

Wir haben uns mit SRM-Geschäftsführer Wolfgang Streubel, er amtiert hauptberuflich als Bürgermeister von Gersdorf, über die angespannte finanzielle Lage und die Aussichten für den Grand Prix 2015 unterhalten.

Wolfgang, die SRM tritt in diesem Jahr zum vierten Mal als GP-Promoter auf. Wie lautet deine bisherige Bilanz? Es läuft finanziell von Jahr zu Jahr besser?

Ja, das kann man so sagen.

Im zweiten Jahr seid ihr ohne Verlust ausgestiegen. Wie sah die Gesamtrechnung nach dem WM-Lauf 2014 aus? Konnte ein Teil des Anfangsverlusts ausgeglichen werden?

Ja, aber nur ein kleiner Teil. Es ist eine leichte Ertragssteigerung zu erkennen, aber nicht so stark, dass sie die Verluste von 2012 aufwiegen könnten. Schon allein deshalb, weil damals auch das Wetter so extrem schlecht war.

Wie können die Einnahmen erhöht werden? Die Rennprogramme werden von der Dorna verkauft, de Bandenwerbung auch, dazu kriegt die Dorna die Einnahmen durch den GP-Namenssponsor GOPRO. Es geht also in erster Linie über den Kartenverkauf? Ausserdem wollt ihr Gebühren von allen Unternehmern, die vom Grand Prix profitieren: Gaststättenbetriebe, Hotels, Pensionen, Campingplätze und so weiter. Tragen diese Firmen inzwischen ihr Scherflein bei? Ist da mehr Goodwill zu erkennen?

Ja, bei einem ganzen Teil der Leute, aber nicht bei allen. Wir kämpfen jedes Jahr, damit die Zahl derer grösser wird, die begreifen, dass sie sich irgendwo einbringen müssen, damit der Grand Prix überhaupt auf dem Sachsenring bleibt. Bisher haben wir jedes Jahr eine Steigerung hinbekommen. Wir gehen davon aus, dass es uns auch 2015 wieder gelingt. Dort liegt noch das grösste Entwicklungspotenzial.

Ein Streitpunkt waren in der ADAC-Sachsen-Ära immer auch die Tribünen auf Privatgrundstücken rund um die Strecke, deren Einnahmen jahrelang zu 100 Prozent den Grundbesitzern zugute kamen.

Wir von der SRM sind dieses Thema vom ersten Jahr weg konsequent und pragmatisch angegangen. Als dann alle merkten, dass alle gleich behandelt werden, war auch die Einsicht da, auf unseren Vorschlag einzugehen und bei unserem Konzept mitzumachen. In diesem Punkt gibt es jetzt eigentlich keine Diskussionen mehr.

Wie viele Sitzplätze werden da pro Jahr nicht direkt von euch verkauft?

6500. Nein, halt, wenn wir die Tribüne des ADAC Sachsen dazuzählen, sind es 8000.
Wir haben das so fair wie möglch geregelt. Die privaten Grundbesitzer bezahlen bei uns Stehplatzpreise und kassieren dann Aufschläge für die von ihnen verkauften Tribünen-Sitzplätze.
Die Vereinbarung mit dem ADAC sieht anders aus, weil wir ja von ihm auch Leistungen beziehen. Das ist eine Kooperation, weil der ADAC ja Verschiedenes einbringt.

Wie sieht die Preisentwicklung bei der SRM im Vergleich zu den letzten Jahren aus?

Wir haben für dieses Jahr noch verschiedene Preise leicht angehoben. Stehplätze kosten jetzt für drei Tage um einen Euro mehr, also 90 statt 89. Die teuersten Tribünenkarten kosten für drei Tage 155 Euro, die Preise gehen da bei 119 Euro los.

Wie kann der SRM mehr Zuschauer aus dem Westen Deutschland, aus Österreich und aus der Schweiz nach Hohenstein und Sachsen locken?

Wir versuchen, die touristischen Angebote in Zusammenhang mit dem Grand Prix immer zu erweitern. Es gibt einzelne Pakete. Aber bis sich das herumgesprochen hat, vergeht seine Zeit.
Bei uns gibt es viel zu sehen. Bis Dresden ist es von der Strecke nicht einmal eine Stunde mit dem Auto. Jeder, der einmal in Dresden war, kommt wieder.
Wir bemühen uns auch um zusätzlichen Besucher aus den umliegenden Bundesländern.

Wie viele Zuschauer kamen 2014? Was ist die Zielsetzung für 2015?

Insgesamt hatten wir über die drei Tage im Vorjahr 209.000 Besucher. Am Sonntag waren es 98.000.

Wie viele Tickets müssen am Weekend vom 10. bis 12. Juli verkauft werden, damit der SRM in die Gewinnzone zu kommt?

Auf jeden Fall immer die 200.000 über drei Tage. Und natürlich ist es am besten, wenn am Sonntag viele Fans kommen, weil an diesem Tag die Einnahmen höher sind.

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