SBK: Lächerliche Strafe für Toprak

Stefan Bradl (15.): «Noch keine Basis gefunden»

Von Günther Wiesinger
Stefan Bradl verbesserte sich zwar gegenüber Freitagfrüh um um 0,8 Sekunden. «Aber ich verliere am Kurvenausgang zu viel, das macht mich noch wahnsinnig», ärgerte er sich.

Stefan Bradl gelang im zweiten freien MotoGP-Training von Le Mans gleich zu Beginn eine Zeit von 1:35,352 min, damit lag er haarscharf an jener Zeit dran, die ihn im FP1 auf Platz 14 brachte.

Im zweiten Run steigerte sich der Yamaha-Pilot aus dem Athinà-Forard-Racing-Team bei Halbzeit um mehr als 0,6 sec auf 1:34,705 min, diese Performance brachte ihn auf Rang 12 – der Abstand zur Lorenzo-Bestzeit schrumpfte auf 1,180 sec. Er lag zu diesem Zeitpunkt immerhin vor Dani Pedrosa.

Mit 1:34,549 min gelang Bradl auf dem 4,185 km lange Circuit Bugatti in Le Mans rund neun Minuten vor Schluss die nächste Steigerung, er blieb aber auf Platz 13 sitzen, weil ihn Pedrosa distanziert hatte.

Dann verdrängte ihn noch Yonny Hernandez, damit schien in den letzten fünf Minuten Platz 14 besiegelt.

Während Gegner wie Pol Espargaró und Aleix Espargaró stürzten, rutschte Bradl im Finish auf Platz 15 ab, er büsste 1,370 Sekunden auf die überraschende Bestzeit von Bradley Smith ein, obwohl er sich in der 19. und letzten Runde noch minimal auf 1:34,543 min verbessern konnte.

Bradl hat seine Zeit verbessert, die Position aber nicht, deshalb war er nicht einmal annähernd zufrieden. «Die Temperaturen waren höher, der Asphalt war im FP2 in einem besseren Zustand», schilderte er. «Bei der Elektronik haben wir uns ein bisschen verbessert. Aber ich weiss nimmer, was ich sagen soll... Wir kommen schon vorwärts, aber jetzt ist der Freitag schon wieder vorbei. Der Motor war nicht mehr so aggressiv wie in der Früh, es ist deutlich besser geworden. Auf der Hälfte der Strecke sind wir in einem Zustand, bei dem ich zufrieden bin. Aber ich bin einmal eine Runde hinter dem Valentino hergefahren. Da muss ich versuchen, sehr viel Zeit auf der Bremse gutzumachen, weil ich am Kurvenausgang extrem viel verliere. Das ist mir bewusst. Als ich hinter dem Vale nachgefahren bin, habe ich das noch einmal bestätigt gekriegt, dass das Motorrad am Kurvenausgang in der Kombination von der Motorleistung mit der Traktionskontrolle viel zu aggressiv ist. Wir kämpfen in den unteren Gängen extrem stark gegen Wheelies. Und dadurch verlieren wir bei jedem Kurvenausgang rund zwei Zehntel, weil die Kraftentfaltung nicht weich genug ist. Sie ist auch sehr unkonstant. Das macht mich noch wahnsinnig. was heute am Vormittag los war, weiss ich nicht, da hat überhaupt nix funktioniert. da war ich extrem unzufrieden. Jetzt wird es ein bisschen besser. Aber wir sind immer noch nicht dort, wo wir nach zwei Trainings sein sollten.»

«Mit der Honda haben wir im letzten Jahr die ganze Saison nie über solche Sachen geredet, dass der Motor im unteren Bereich zu mager ist. So was habe ich bisher nicht gekannt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir weiter vorwärts kommen. Im FP2 haben wir am Chassis ein bisschen was verändert, wir haben auch den harten Vorderreifen probiert. Aber ich vermisse noch etwas Turning am Vorderrad, also müssen wir mit der Suspension noch etwas weicher gehen. Aber beim Chassis sind wir nicht so weit weg; das ist einigermassen in Ordnung. Doch es stellt sich immer wieder aufs Neue heraus, dass die Elektronik jedes Mal unsere grösste Baustelle ist.»

Die Open-Class-Teams erhielten für Le Mans wegen der geringen Temperaturen für hinten von Bridgestone die «super soft»-Mischung. «Dieser Reifen hat sehr, sehr viel Grip, aber für mich ist es ein grosses Problem, ihn zu nutzen, weil die Kraftentfaltung so aggresssiv ist, dass ich dauernd Wheelies habe und den weichen Reifen überhaupt nicht nutzen kann. Die Zeiten waren gleich, als ich vorher mit dem harten Hinerreifen gefahren bin, jeweils 1:34,5 min. Mit dem harten Hinterreifen ist mir die Zeit leichter von der Hand gegangen. Es ist noch viel zu tun...»

Bradl liegt in der Tageswertung nach FP1 und FP2 auf Platz 15. Er spürt, dass mit dem Forward-Yamaha-Paket bessere Positionen möglich wären. «Sicher ist mehr drin als ein 14. oder 15. Platz», sagt er. «Am Samstag wäre über das Q1 der Aufstieg ins Q2 möglich, wo die besten zwölf Startplätze vergeben werden. Aber ich weiss nicht, wie es bei uns wieder ausschaut, wenn die Strecke kühler und in einem schlechteren Zustand ist. Wir suchen immer noch nach einer Basis. Jetzt ist Freitagabend – und wir haben immer noch keine gefunden.»

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