Exklusiv: Tourist Trophy 2016 mit Suter-MMX 500

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Eskil Suter bei der Enthüllung der Suter MMX 500 Ende September in Dübendorf/CH

Eskil Suter bei der Enthüllung der Suter MMX 500 Ende September in Dübendorf/CH

Die mit Spannung erwartete 580-ccm-Zweitakt-Rakete von Suter wird 2016 auch bei der Senior-TT auf der Insel Man zu sehen sein. Und 2017 mit Turbo beim Pikes-Peak-Bergrennen in den USA.

Eskil Suter, Geschäftsführer der Schweizer Engineering-Firma Suter Racing Technology (SRT), ist bekannt für seine Vorliebe und seinen Sinn für extravagante und ausgefallene motorsportliche Abenteuer.

Der Zürcher Oberländer hat Ende September im Beisein von GP-Stars wie Phil Read, Wayne Gardner, Christian Sarron und Freddie Spencer die neue Suter MMX 500 vorgestellt, einen 580-ccm-V4-Production Racer mit 195 PS zum Preis von 120.000 Euro.

Mit diesem Fahrzeug sollen künftig die ehemaligen Champions in der «World GP Bike Legends»-Rennserie fahren, die 2016 im Rahmen der «Sachsenring Classic» (10. bis 12. Juni) auch auf dem Sachsenring gastiert.

Bis Juni werden die ersten 20 Exemplare der Suter MMX 500 an die Kunden ausgeliefert, maximal 99 Stück sind von dieser limitierten Auflage vorgesehen.

Aber Ex-GP-Fahrer Eskil Suter will mit der Suter MMX 500 nicht nur Altherren-Sonntagsfahrten unterstützen, sondern seine aufsehenerregende Neukonstruktion auch bei anderen Motorsport-Anlässen am Start sehen. Suter hat für diesen Zweck zwei wahre Monumente des Rennsports ausgewählt – die Tourist Trophy auf der Insel Man und den Pikes Peak International Hill Climb in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado.

Suter Racing verhandelt bereits aussichtsreich mit zwei erfolgreichen britischen TT-Helden. Zumindest ein Fahrervertrag soll bereits in den nächsten Tagen unterzeichnet werden. Bei der Zweiradmesse «Swiss Moto» in Zürich (ab 19. Februar) soll dann der Deal mit grossem Tamtam verlautbart werden.

Die Firma Suter Racing Technology (SRT) hat mit dem TT-Promoter bereits verhandelt und durch eine Sondererlaubnis die Teilnahme in den zwei Klassen Superbike und Senior-TT erwirkt. Normalerweise fahren in diesen Kategorien Viertaktmaschinen bis 1200 ccm, Suter darf die 580-ccm-Zweitaktmaschine einsetzen.

«Wir rechnen bei unserem ersten TT-Aufritt nicht mit einem Sieg. Wir wollen die beiden Hauptrennen bestreiten und einen oder zwei routinierte Fahrer verpflichten, die nicht gleich in die erste Gartenlaube brettern», erklärte Philippe Soutter, Marketing-Direktor von Suter Racing.

Die Tourist Trophy existiert seit 1907. Der 60,8 km lange Mountain Circuit auf der Insel Man wird seit 1911 gefahren. In der mehr als 100-jährigen TT-Geschichte verloren 248 Fahrer sowie zwei Zuschauer und zwei Funktionäre bei Unfällen ihr Leben.

Vor 40 Jahren galt eine TT-Runde mit mehr als 100 Meilen Durchschnittsgeschwindigkeit als Heldentat. Inzwischen liegt der Siegerschnitt bei unfassbaren 132,701 mph, erzielt 2015 vom Briten John McGuinness auf einer Honda CBR 1000RR Fireblade. Er drückte den «lap record» auf unfassbare 17:03,567 min, das entspricht einem Fabelschnitt von 213,562 km/h.

Suter Racing Technology wird die TT-Teilnahme mit grossen Plakaten (Schrift weiss auf schwarzem Grund) ankündigen. «THE PROOF OF PASSION. THE BEAST FIGHTS ISLE OF MAN TT. SUTER MMX 500: DER SCHNELLSTE ZWEITAKTER DER WELT AN DER TOURIST TROPHY 2016», steht da zu lesen.

Und wie entstand die Idee zur illustren Teilnahme an der TT und dem Pikes-Peak-Event? Soutter: «Wir wollen uns verstärkt als Motorradhersteller positionieren. Obwohl wir im GP-Sport in der Moto2-Klasse und in der MotoGP-WM nicht mehr tätig sind, wollen wir weiter im Motorsport in den Köpfen der Motorradenthusiasten präsent bleiben. Wir haben also überlegt, welche Rennen könnten wir mit der 500-ccm-Zweitaktmaschine fahren. Da hat sich die TT aufgedrängt und das Pikes Peak-Bergrennen.»

Das Pikes-Peak-Bergrennen gilt wie die Tourist Trophy als eines der letzten Abenteuer des Motorsports. Der Start liegt auf einer Seehöhe von 2.862 Meter, das Ziel auf 4.301 Meter. Die Teilnehmer haben also auf der 19,99 km langen Strecke mit ihren 156 Kurven einen Höhenunterschied von 1.439 Metern zu bewältigen.

Erst im August 2011 wurde die gesamte Strecke asphaltiert, bei der 90. Auflage des 1916 entstandenen Klassikers wurde erstmals durchgehend auf Asphalt gefahren. Bei den Autos gewann 2013 Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb auf einem Peugeot 208 T16 Pikes-Peak-Spezialfahrzeug in einer neuen Rekordzeit von 8:13,878 min.

Den Streckenrekord für Motorräder hält Carlinn Dunne seit 2012 mit einer Ducati Multistrada 1200 in 9:52,819 min.

«Aber das Pikes-Peak-Bergrennen werden wir mit der Suter MMX 500 erst 2017 bestreiten», kündigte Eskil Suter an. «Die Verbrennungsmotoren verlieren in dieser Seehöhe bis zu ein Drittel an Leistung. Deshalb werden wir für unsere 580-ccm-V4-Maschinen einen Turbomotor bauen.»

In der Zweirad-Siegerliste des Pike Peak-Events fehlen die grossen Namen. Bei den Autos haben sich Superstars wie Bobby Unser (13 Siege), Robby Unser (acht Siege), Al Unser, Mario Andretti, Walter Röhrl, Michéle Mouton und Ari Vatanen in die Siegerliste eingetragen.

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