Cal Crutchlow (Honda/9.): «Mitten im Kriegsgebiet»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow auf der LCR-Honda: Startplatz 9 in Le Mans

Cal Crutchlow auf der LCR-Honda: Startplatz 9 in Le Mans

LCR-Honda-Plot Cal Crutchlow klagte nach dem Qualifying über Vibrationen am Vorderrad, was zu einem turbulenten Q2 für ihn führte. «Ich wäre lieber in Reihe 2 gewesen», sagt er.

Cal Crutchlow sicherte sich im Qualfying 2 auf der LCR-Honda den neunten Startplatz. Er büsste mit einer Zeit von 1:32,963 min immerhin 0,988 sec auf die Bestzeit von Jorge Lorenzo ein.
Crutchlow, am Freitag gestürzt, schaffte sich aber mit der Position in der dritten Reihe eine gute Ausgangslage fürs Rennen und besiegte Dani Pedrosa, der im Quali stürzte und über Platz 11 nicht hinauskam.

«Das war heute ein besserer Tag als gestern, schon im FP3 und FP4 habe ich mich ganz gut gefühlt. Das Motorrad hat gut funktioniert, und wir haben keine üble Pace», schilderte Cal. «Aber im Qualifying habe ich schon n der Besichtigungsrunde vorne massive Vibrationen gespürt; ich bin aber dann trotzdem eine fliegende Runde gefahren, um wenigstens mal eine gezeitete Runde zu haben. Nachher bin ich an die Box gekommen. Ich denke, es war ähnlich wie bei Valentino gestern, also eine Unwucht im Reifen. Ich hätte trotzdem pushen und 1:34 min fahren können. Aber dann wäre das Risiko gewesen, dass ich vom Motorrad gepurzelt wäre. Bisher wissen wir noch nicht, woher die Vibrationen kamen... Ich kam also rein, und wir hatten den K-Vorderreifen als Reserve, also die härtere Mischung. Also bin ich lieber mit dem Ersatz-Bike rausgedonnerte, auf dem komplett neue Bremsen drauf waren, die Bremsbeläge – alles war brandneu. Denn ich habe gesagt, gebt mir den P-Vorderreifen. Ich musste also wegen dem P-Reifen mit völlig den neuen Bremsen fahren, die mich in jeder Bremszone ein paar Zehntel gekostet haben. Ich konnte den Bremshebel überall bis zum Lenker ziehen. Die Bremswirkung war wirklich sehr, sehr stark limitiert... Wir wollten diese neuen Bremsen fürs Rennen aufsparen.»

«In drei Kurven habe ich beim Bremsen deshalb sicher drei Zehntel verloren im Vergleich zu einer normalen Runde. Ich musste also massiv viel Kurvenspeed mitnehmen... Mir ist wegen dieser Umstände in dieser gesamten Quali-Session nur eine wirklich anständige Runde gelungen. In der nächsten Runde habe ich bei 60 Grad Schräglage den Bremshebel justiert... Wir sind jetzt auf Startplatz 9 und wissen genau, warum wir nicht weiter vorne sind. Klar, es hätte auch die zweite Reihe werden können. Zur ersten Reihe fehlen fünf Zehntel. Mit perfekten Bremsen wäre vielleicht sogar Platz 3 möglich gewesen... Aber wir haben eigentlich hier nie mit der ersten Reihe spekuliert.»

Crutchlow weiter: «Jetzt fahre ich eine Reihe zu weit hinten los, da werde ich mitten im Kriegsgebiet landen. Doch wir sind in guter Form. Und wir arbeiten gut zusammen, Marc, ich und Dani. Wir bemühen uns, Honda genug Informationen zu geben, damit wir von Tag zu Tag besser werden, damit sie uns helfen, am besten schon für Sonntagfrüh im Warm-up. Und danach fürs Rennen!»

Cal Crutchlow klagte in Texas, die Michelin-Vorderreifen seien für die Honda zu weich, deshalb werde kostbare Zeit beim Bremsen verloren. Haben die neuen Vorderreifen Abhilfe gebracht?

Crutchlow: «Schwierig zu sagen, denn ausser Marc und mir hat bisher keinen den neuen K-Vorderreifen probiert. Momentan hat jeder Reifen Vor- und Nachteile, Letztes Jahr war die Reifensituation einfacher und überschaubarer. Da wussten wir genauer, was passiert, jeder Reifen war berechenbar. Jetzt sind wir von einer Rennstrecke zur andern immer mit neuen Situationen konfrontiert. Beim Bremsen spüre ich mit den neuen Vorderreifen keinen grossen Unterschied. Und wenn es beim Bremsen besser aussieht, sieht es beim Turning etwas schlechter aus. Du weißt ja, der Rennsport besteht aus Kompromissen... Insgesamt bin ich im Moment mit beiden Vorderreifen happy. Aber fürs Rennen ist der weiche vielleicht hier ein bisschen besser. Ich weiss es nicht. Ich sage es euch morgen.»

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