Andrea Iannone (Ducati): «Bin sehr zuversichtlich»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Andrea Iannone am 20. Juli beim Test in Spielberg

Andrea Iannone am 20. Juli beim Test in Spielberg

Duacti dürfte beim GP von Österreich die besten Chancen haben, endlich den ersten MotoGP-WM-Lauf seit Oktober 2010 in Phillip Island zu gewinnen. Andrea Iannone dominierte den Test – er gilt als klarer Favorit.

Mit 1:23,420 min hatte Ducati-Held Andrea Iannone am 19./20. Juli beim MotoGP-Test in Spielberg die gesamte Gegnerschaft deklassiert, Teamkollege Andrea Dovizioso büsste damals 0,440 sec ein, Casey Stoner 0,625 sec, Héctor Barbera 0,851 sec. Die beste Nicht-Ducati mit Valentino Rossi verlor 0,929 sec auf die Bestzeit. Kein Wunder, wenn «The Maniac» Iannone mit viel Selbstvertrauen zum Red Bull Ring zurückgekehrt ist.

Andrea, die leistungstarke Ducati Desmosedici scheint für diese neue GP-Piste wie maßgeschneidert zu sein. Beim Test waren sechs Ducati-Fahrer in den Top-Ten.

Ja, richtig. Beim zweitägigen Test nach dem deutschen WM-Lauf waren hier alle Ducati schnell. Deshalb blicke ich diesem Grand Prix mit viel Selbstvertrauen entgegen. Ich bin froh, dass es nach der Sommerpause endlich wieder losgeht. Ich bin glücklich, wieder im Paddock zu sein.
Es ist wichtig für unser Leben als Rennfahrer, wieder auf dem Motorrad zu sitzen.
Wir erwarten uns viel von diesem Weekend. Denn wir waren beim Test sehr konkurrenzfähig, das ist ein guter Augenblick für Ducati.

Michelin wollte nach dem Test neue Reifen entwickeln, denn der neue aggressive Asphalt riss bei einigen Ducati-Fahrern schon nach 10 oder 15 Runden grossen Stücke aus den Reifen, hinten und vorne. Und das Rennen dauert 28 Runden. Was hat sich bei den Reifen geändert?

Ich weiß, dass Michelin die Reifen verändert hat. Aber ich weiß noch nicht, in welche Richtung. Ich habe am Abend in der Box noch ein Technical Briefing mit meinen Ingenieuren. Dann werde ich mehr darüber erfahren. Sie haben sicher inzwischen Informationen bekommen.
Michelin hat bei den Tests hier viele Daten gesammelt. Dadurch konnten sie für diese Piste neue Reifen vorbereiten.
Das macht mir etwas Sorgen, denn wenn sich die Reifen ändern, wird es schwierig rauszufinden, welche Auswirkungen sie haben, was wir davon erwarten dürfen. Anderseits bin ich sehr ruhig, denn ich habe beim Test gesehen, dass unser Motorrad sehr schnell ist.
Ich denke, wir haben an diesem Wochenende gute Möglichkeiten.

Viele Experten meinen, der Österreich-GP werde die beste Gelegenheit in diesem Jahr für einen GP-Sieg sein. Stimmst du zu?

Ja, ich stimme zu. Aber ich weiß nicht... Natürlich, wenn man den Test als Grundlage nimmt, da waren vier Ducati vorne. Das hat es schon sehr lange nicht mehr gegeben. Das ganze Ducati-Team ist hier stark aufgetreten, dazu etliche Fahrer aus unseren Kundenteams.
Beim Test hatten wir alle ein gutes Gefühl mit dem Bike, auch mit der Rennstrecke. Denn diese Piste ist sehr gut, eine schöne Strecke. Es macht viel Freude und Spaß, hier zu fahren.

Die Zielkurve wurde entschärft. Was sagst du dazu?

Ja, es ist schwer abzuschätzen, was sich jetzt im Vergleich zum Test ändert. Eine Veränderung werden die neuen Reifen bewirken, auch die veränderte Ausfahrt aus der Zielkurve wird Auswirkungen haben.
Aber ich bin positiv eingestellt. Ich habe sehr viel Energie, ich vertraue zu 100 Prozent auf mein Team und Crew-Chief Marco Rigamonti.
Ich kann das erste Training kaum erwarten.

Ist die Zielkurve jetzt sicherer?

Für mich ist es genau so wie vorher. Für mich ist diese Linienführung nicht besser. Aber einige Fahrer haben diese Änderung vorgeschlagen.
Als mich Franco Uncini gefragt hat, habe ich dieser neuen Linienführung nicht zugestimmt. Ich habe ihm auch meine Meinung dazu erklärt. Aber es hat nichts genützt.
Die Piste war vorher schmal, jetzt ist sie dort noch schmaler. Also wirst du dort noch leichter neben de Piste geraten. Für mich ist es aber weniger gefährlich, wenn man auf der Piste fährt als neben der Piste... Die Problem kommen erst, wenn du ausserhalb der Piste bist.
Aber egal, no problem, die Piste ist für alle Fahrer gleich. Ich werde mein Bestes geben – wie immer.

Ducati-Testfahrer Casey Stoner hat beim Test die drittbeste Zeit erreicht. Rechnest du damit, dass er in diesem Jahr noch Rennen bestreiten wird?

Das kann ich nicht abschätzen. Casey ist immer ein sehr starker Fahrer. Ich weiß nicht, ob er in Zukunft wieder Rennen bestreiten will oder nicht.

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