Romano Albesiano: «Ohne Wings ein Rückschritt»

Von Jordi Gutiérrez
MotoGP
Romano Albesiano erklärte im Gespräch mit SPEEDWEEK.com, welche Neuerungen die Aprilia-Piloten in Misano testeten. Zudem erklärte er, warum das Winglet-Verbot einen Verlust für die MotoGP-WM darstellt.

In Misano testete das Aprilia-Werksteam um Stefan Bradl und Alvaró Bautista ein neues Chassis und eine neue Schwinge für die RS-GP. Am Dienstag hatte Bradl eine Zeit von 1:34,0 min mit der neuen Schwinge in seiner Aprilia gefahren. Zum Vergleich: Die Pole-Zeit lag bei 1:32,146 min. Auch am Mittwoch erwarteten das Aprilia-Team sonniges Wetter und 28 Grad Lufttemperatur an der Adria.

Aprilia-Renndirektor Romano Albesiano erklärte in Misano: «Das Wichtigste für uns ist, dass wir hier vor dem Grand Prix zwei gute Testtage haben. Die Werksfahrer sollen sich hier gut auf das Rennwochenende vorbereiten können. Bei einem solchen Test haben wir zudem auch mehr Zeit, um neue Teile zu testen. Manchmal muss man auch Dinge erneut prüfen, die man während der Rennwochenenden bereits getestet hatte. Wir haben also ein paar unterschiedliche Schwingen mit unterschiedlicher Steifigkeit im direkten Vergleich nochmal getestet. Auch ein neues Chassis haben wir für diesen Test erhalten, zudem testeten wir eine neue Abstimmung der Federung am Hinterrad, um mehr Grip zu erzielen. Das ist das Programm für die Werksfahrer. Sam Lowes ist nur hier, um mit dem MotoGP-Bike zu trainieren. Er braucht noch Zeit, um sich umzustellen. Doch er macht seine Sache gut. Da er mit dem Bike des Testteams unterwegs war, prüfte er auch eine neue Benzinpumpe für den Renneinsatz.»

Auch Testpilot Mike di Meglio war auf dem «Misano World Circuit Marco Simoncelli» unterwegs. «Mike testete spezielle Dinge, welche die Schaltung betreffen. Da wir im nächsten Jahr die Winglets nicht mehr haben, müssen wir auch Veränderungen an der Verkleidung vornehmen. Ohne Wings verringert sich die Kraft, die das Vorderrad nach unten zwingt. Es ist nicht einfach, denn Wings sind schon eine sehr gute Sache. Daher ist ihr Verbot auch ein Rückschritt, was die Aerodynamik dieser Maschinen betrifft. Ich denke, wir haben so eine Möglichkeit verpasst, um Motorräder für die Zukunft zu verbessern. Gut, die Form mancher Wings ist vielleicht gefährlich. Es wäre also das Beste gewesen, an der Form zu arbeiten, damit sie nicht gefährlicher sind als jeder andere Teil der Maschine. Sie hätten kleiner und runder sein müssen. Für mich wäre das der beste Weg gewesen, diese Entwicklung fortzusetzen. Wir haben einen solchen Vorschlag gemacht, aber die Hersteller konnten sich nicht einigen. Also werden sie nun im nächsten Jahr verboten.»

Wird bei diesem Test ein Motor mit mehr Power eingesetzt? «Nein, wir haben ein Upgrade für Spielberg gebracht. Eine weitere Weiterentwicklung wird es spätestens für den Japan-GP geben, vielleicht auch schon vorher. Wir hoffen, dass dies einen weiteren großen Fortschritt bringt. Man ist nie mit der Power zufrieden, aber nun ist die Power unserer Maschine in Ordnung. Eine Kombination aus Dingen macht sie nun auf den Geraden recht schnell», behauptet Albesiano. Im Rennen von Spielberg hatte Stefan Bradl jedoch 10 km/h auf die Ducati von Andrea Dovizioso eingebüßt. «Wir sind nun nicht so schlecht, wir verbessern uns, aber es muss natürlich noch etwas mehr kommen. Wir werden im September noch privat in Valencia testen. Hinzukommt der Montagstest nach dem Rennen in Misano.»

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