Rallye-WM-Auftakt: KTM siegt vor Speedbrain

Von Otto Zuber
Cross-Country-Rallye-WM
Paulo Goncalves gewann die letzte Etappe

Paulo Goncalves gewann die letzte Etappe

Auf der letzten Etappe in Abu Dhabi überstürzten sich die Ereignisse. Paulo Goncalves (Speedbrain) holt den Tagessieg, Marc Coma (KTM) den Gesamtsieg und Sam Sunderland (Honda) fiel zurück.

Mit einem extrem spannenden Wimpernschlagfinale ging heute die Abu Dhabi Desert Challenge, die erste Runde der Rallye-WM 2013, zu Ende. Paulo Goncalves auf seiner Speedbrain 450 Rally demonstrierte erneut seine Klasse und bewies Nervenstärke. Mit hauchdünnen zehn Sekunden vor seinem schärfsten Rivalen Marc Coma (KTM) gewann Goncalves die finale Etappe und sicherte sich und dem Team hinter Coma damit den zweiten Gesamtrang bei diesem Wüstenklassiker. Sam Sunderland (Honda), der die Gesamtwertung vor dem Start des letzten Tages noch anführte, fiel hinter das Duo noch auf Rang 3 zurück.
 
Der heutige Renntag, der die Teilnehmer über insgesamt 296 Kilometer zurück nach Abu Dhabi führte, war ein echter Thriller. Goncalves startete hinter Coma und zog auf den sehr schnellen Pisten alle Register. Aber auch die anderen Wettbewerber waren hart am Gas und kämpften um die Top-Positionen, denn das Streckenprofil der fünften Etappe war eindeutig auf Tempo ausgelegt und hatte nicht die navigatorischen und fahrtechnischen Herausforderungen der vorangegangenen Tage zu bieten.

Der Speedbrain-Pilot musste bei seinem Husarenritt also Nervenstärke zeigen und gleichzeitig attackieren. Schlussendlich wurde er für diesen Einsatz mit dem Tagessieg belohnt. Im Endklassement fehlten lediglich 32 Sekunden auf Sieger Marc Coma.

Goncalves sagte nach dem Tagessieg: «Ich habe heute alles gegeben und bin überglücklich nicht nur über den Tagessieg, sondern vor allem auch über den zweiten Platz im Gesamtklassement. Es war ein brutaler Nervenkrimi, denn der geringste Fehler hätte das Aus bedeuten können. Aber ich bin cool geblieben und konnte das Podium heimfahren. Leider hat es zum Gesamtsieg nur um wenige Sekunden nicht gereicht. Wir haben gezeigt, dass wir ganz vorne mit dabei sind und unser Motorrad enorm gut funktioniert. Die wichtigste Erfahrung für mich persönlich aus diesem Rennen ist, dass ich mit dem Bike voll attackieren und mit den Topfavoriten um den Sieg fighten kann. Vielen Dank an mein Team für den super Job und auch herzlichen Glückwunsch an Marc. Wir hatten einen spannenden, fairen Kampf.»

Fischer: «Die Spitze liegt eng zusammen»

Speedbrain-Teamchef Wolfgang Fischer atmete nach dem ersten Einsatz als eigenständiger Hersteller auf: «Ein wahrer Krimi. In der ersten Hälfte der Etappe konnte sich Marc Coma etwas absetzen, aber ab dem Tankstopp lief es dann um so besser für Paulo und er konnte sich wieder an Coma rankämpfen. Schlussendlich hat Paulo die Etappe verdient gewonnen. Da nur 32 Sekunden auf den Gesamtsieg fehlen, haben wir bewiesen, dass wir ganze vorne dabei sind. Die Spitzenpiloten in der Rallyewelt liegen inzwischen sehr eng zusammen. Nur eine halbe Minute Unterschied nach vier Fahrtagen und mehr als 14 Stunden Spezialwertungs-Zeit ist dafür bezeichnend.»

Fischer: «Die Desert Challenge ist für uns ein grandioser Saison-Auftakt – nicht nur als Rennteam, sondern nun auch auch als Hersteller. Wir haben mit Paulo und Joan Barreda zwei Spitzenpiloten. Joan wird in wenigen Wochen wieder fit sein. Schade, dass er das Rennen nicht zu Ende fahren konnte. US-Fahrer Quinn Cody wird erstmals in Katar auf unserer neuen Speedbrain 450 Rally an den Start gehen.»

Das Gastspiel in der Wüste war auch eine Gelegenheit, um neue Kunden zu werben. «Unseren Aufenthalt hier in Abu Dhabi haben wir auch genutzt, um eine Reihe von interessierten Kundensportfahrern das Motorrad testen zu lassen. Sie waren durchweg begeistert. Wir haben unser Bike nach der Dakar weiter optimiert und bereiten auch die Motoren wieder im eigenen Haus vor. Heute Abend wird gefeiert, und wir freuen uns auf die zweite Runde bei der Sealine Rally in zwei Wochen in Katar», erzählte Fischer.

Abu Dhabi Desert Challenge 2013
Ergebnis Etappe 5:

1. Paulo Goncalves (P), Speedbrain, 3:11:54 h   
2. Marc Coma (E), KTM, +00:00:10
3. Hélder Rodrigues (P), Honda, +00:00:32
4. Kuba Przygonski (PL), KTM, +00:00:37
5. Sam Sunderland (GB), Honda, +00:01:48

Endstand:
1. Coma, 14:31:51 h
2. Goncalves, +00:00:32
3. Sunderland, +00:08:45
4. Pal Anders Ullevalseter (N), KTM, +00:17:12
5. Przygonski, +00:18:02

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