Stefan Bradl (Honda): Lausitzring nicht in Gefahr!

Von Günther Wiesinger
Superbike-WM
Stefan Bradl muss sich zehn Tage schonen

Stefan Bradl muss sich zehn Tage schonen

Stefan Bradl musste wegen einer Mittelohrentzündung die 8hours Suzuka absagen. Wenn am 19./20. August auf dem Lausitzring der nächste Superbike-WM-Lauf stattfindet, wird er wieder dabei sein.

«Als ich das Blut gesehen habe, ist mir sofort klar geworden, ich kann nicht nach Japan fliegen. Ich bin ja nicht lebensmüde», schilderte Stefan Bradl am Mittwochnachmittag nach der Rückkehr von der ärztlichen Untersuchung bei Dr. Kirchmair.

Wie ist es zu dieser ärgerlichen Mittelohrentzündung gekommen?

«Ich habe vor ein paar Wochen eine Afte im Mund gehabt. Ich war gerade beim Superbike-WM-Lauf in Laguna Seca, dort ist es aufgetreten. Ich habe dann gemerkt, dass ich beim Schlucken immer leichte Beschwerden habe. Ich bin dann zum Suzuka-8h-Test nach Japan geflogen, dort ist es immer schlimmer geworden», erzählte der Bayer. «Als ich nach Deutschland zurückgekommen bin, bin ich gleich zum Arzt gegangen. Es war tatsächlich eine Entzündung der Mundschleimhaut. Dieses Problem ist letzte Woche behandelt worden, die Afte ist dann Stück für Stück zurückgegangem. Ich habe weiter meinen Sport gemacht, ich habe mich dabei nicht schlecht gefühlt, es ist immer besser geworden. Aber der Arzt hat gemeint, das sei eine recht starke Infektion gewesen. Ich habe ihm erzählt, dass ich quer um die Welt geflogen bin – von Deutschland nach Kalifornien, von dort direkt nach Japan. Er meinte, die Klimaanlagen seien bei solchen Infektionen nicht unbedingt hilfreich...»

«Auf alle Fälle ist die Infektion nachher abgeheilt, es war fast wieder perfekt», ergänzte Bradl. «Ich habe also am Samstag und Sonntag beim Rennradfahren keine Beschwerden gehabt, obwohl ich insgesamt rund 200 km zurückgelegt habe. Ich hatte nur am Nachmittag immer das Gefühl, ich würde auf dem rechten Ohr schlechter hören. Ich bin deshalb am Montag noch einmal zum HNO gegangen, denn ich wollte vor dem Flug nach Japan lieber auf Nummer Sicher gehen. Er sagte, die Schwellung drückt jetzt auf den Gehörgang, er gab mir ein leichtes Medikament, außerdem hat er noch einmal im Ohr nachgeschaut und irgendwelche Rückstände entfernt. Er meinte, okay, die Reise nach Japan sollte in Ordnung gehen.»

«Am Montagabend hatte ich keine Beschwerden. Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und spürte Schmerzen im rechten Ohr. Ich habe gemerkt, dass mein Finger blutig war... Deshalb habe ich ein bisschen Panik gekriegt, also bin ich in der Nacht kurz ins Krankenhaus nach Aichach gefahren. Aber die haben mir nicht viel helfen können. Sie haben mir nur Schmerzmittel gegeben. Um 7.30 in der Früh bin ich wieder zu meinem HNO Dr. Kirchmair gefahren. Seine Diagnose: Mittelohrentzündung mit geplatztem Trommelfell. Dass das Trommelfell geplatzt ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen, damit die Flüssigkeiten und alle Rückstände entweichen konnten. Aber er hat gesagt: Fliegen ist mit Sicherheit nicht das Beste in dieser Situation. Er hat mir aus medizinischen Gründen von der Reise nach Japan abgeraten. Er meinte, ich würde bis zum Wochenende sowieso nicht fit genug sein, um ein Rennen fahren zu können. Ich hätte am Dienstag um 11 Uhr über Frankfurt fliegen sollen. Ich bekam stattdessen beim HNO eine Infusion, die habe ich heute auch wieder gekriegt, morgen ebenfalls. Ich bin gestern nach der Rückkehr vom Arzt komplett flachgelegen. Wenn ich in diesem Zustand elf Stunden im Flieger sitzen hätte müssen, wäre ich wahrscheinlich drauf gegangen.»

Der Red Bull Honda-Superbike-Pilot, der in Suzuka mit Domi Aegerter und Randy de Puniet für das werksunterstützte F.C.C. TSR-Honda-Team fahren hätte sollen, rief dann SBK-Teammanager Marco Chini an. «Ich habe ihn gestern angerufen und ihn über den Stand der Dinge informiert. Er hat gleich Verständnis gezeigt, sich mit dem Team in Japan in Verbindung gesetzt und Bericht erstattet. Ich habe eh ein schlechtes Gewissen... Aber in dem Fall blieb mir keine andere Wahl. Ich habe gehört, dass Ersatzfahrer Josh Hook meinen Platz beim F.C.C.-Team übernehmen wird. Er ist sowieso Stammfahrer bei diesem Team.»

Für Stefan Bradl entsteht jetzt eine fast vierwöchige Pause, am 19./20. August findet der nächste Superbike-WM-Lauf auf dem Eurospeedway Lausitz statt.

«Der Arzt hat gesagt, ich muss bis zum Wochenende Ruhe geben. Acht bis zehn Tage, meinte er. Ich bin gestern kaum rumgelaufen, ich fühle mich momentan nicht fit. Es passiert nicht oft, dass ich freiwillig im Bett liegen bleibe und den ganzen Tag überhaupt nichts unternehme. Das ärztliche Attest habe ich gestern gleich an Honda gemailt.»

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