Troy Bayliss (48): «Das ist mein richtiges Comeback»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
2018 bestreitet Troy Bayliss auf Ducati die Australische Superbike-Meisterschaft und will zum ersten Mal nationaler Champion werden. «2015 bin ich in der Superbike-WM nur eingesprungen», bemerkte der Ausnahmerennfahrer.

Zu Beginn der Saison 2015 vertrat Troy Bayliss im Ducati-Werksteam bei den Events in Australien und Thailand den verletzten Davide Giugliano. Mit fast 46 Jahren kehrte der dreifache Superbike-Weltmeister nach sieben Jahre Pause zurück, man konnte getrost vom größten Comeback seit dem neunfachen GP-Weltmeister Mike Hailwood in den 1970er-Jahren reden. Der Australier fuhr dreimal in die Punkte und glänzte mit Platz 9 in Buriram. Doch Bayliss realisierte schnell: Seine Zeit auf diesem Level ist abgelaufen.

Heute erlebten wir das echte Comeback des Ausnahmerennfahrers, der 2006 mit Wildcard das MotoGP-Rennen in Valencia gewann, in der Australischen Superbike-Meisterschaft.

«Vor heute hatte ich nur zwei Tage auf dem Motorrad», sagte Bayliss, nachdem er das erste freie Training am Donnerstag auf Phillip Island als Zweitschnellster hinter Meister Joshua Waters (Suzuki) beendete. «Für mich ist es ein neues Bike, ich darf in Australien die 1299 Panigale Final Edition einsetzen. Unsere Bikes sind fast wie in Serie, wir dürfen nur die Innereien der Gabel und den hinteren Stoßdämpfer tauschen. 1299 ccm hört sich gut an, aber der Motor dreht nicht sehr hoch.»

«Und jetzt wirst du mich sicher fragen, warum zur Hölle ich zurückgekommen bin», fuhr der 52-fache Superbike-WM-Laufsieger fort. «Das ging echt seltsam zu. Letztlich sagte einer unserer Sponsoren, dass er mich auf dem Motorrad haben möchte. Ich sorge für die nötige Aufmerksamkeit, wie gut die Ergebnisse sind, werden wir sehen. Seit heute wissen wir: Die Resultate passen auch. Zusammen mit meinem Partner Ben Henry bin ich Eigentümer des Teams DesmoSport Ducati, außerdem fährt jetzt mein Sohn Oli in der 300er-Klasse. Die letzten vier Monate habe ich wie ein Verrückter daraufhin gearbeitet, dass ich bereit bin. Das hat mich gesund und fit gehalten, ich habe acht Kilogramm abgenommen. Ich fühle mich wieder wie früher. Das ist jetzt ganz anders als vor drei Jahren. Da entschieden wir zwei Tage vorher, dass ich einspringe. Jetzt hatte ich mehrere Monate Vorbereitungszeit, ich genieße das Motorradfahren unheimlich.»

Wirklich aufhören wolltest du nie, dass geschah 2008 ja eher auf Druck deiner Frau. «Ich habe nicht vor, mehr als die Australische Meisterschaft zu fahren», versicherte Bayliss SPEEDWEEK.com. «Ich hasse die ganze Reiserei, in Australien besteht die Meisterschaft nur aus sieben Events. Wegen Oli wäre ich sowieso bei den Rennen. Natürlich mache ich das aus Spaß, ich nehme die Sache aber trotzdem ernst.»

Hast du noch genügend Zeit um Oli zu helfen, wenn du wieder selber fährst? «Heute ist es eher so, dass er mir Ratschläge gibt», schmunzelte der bald 49-Jährige. «Er sagt mir, ich soll mehr neben das Motorrad hängen. Er hat eine gute Crew, wir reden zwischen den Sessions miteinander. Wir helfen uns gegenseitig und haben gemeinsam eine großartige Zeit. Mein Frau Kim ist dabei, sie kommt klar damit. Oli fährt, ich fahre und unser Sohn Mitch bestreitet Martial-Arts-Kämpfe. Er hat nächste Woche einen wichtigen Fight. Ich lebe in einem Actionman-Haus. Unsere Tochter Abbey ist jetzt das dritte Jahr auf der Universität, sie studiert Mathematik. Sie und Kim sind die einzigen Normalen.»

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