Marco Melandri erster WM-Leader: «Furchterregend!»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Sieger Marco Melandri

Sieger Marco Melandri

In den letzten vier Runden des ersten Superbike-Rennens auf Phillip Island ließ Ducati-Werksfahrer Marco Melandri Tom Sykes (Kawasaki) keine Chance. Auf anderen Strecken erwartet der Italiener größere Probleme.

Über weite Strecken der 22 Runden musste sich Marco Melandri mit Weltmeister Jonathan Rea herumplagen. Als er am Kawasaki-Star vorbei war, schloss er in der 19. Runde zu dessen Teamkollege Tom Sykes auf, überholte ihn und fuhr innerhalb einer Runde 0,6 sec Vorsprung heraus.

Im Ziel lag Melandri 1,180 sec vor Sykes und 9,265 sec vor dem drittplatzierten Chaz Davies (Ducati). Es ist Melandris 21. Sieg in der Superbike-WM, sein zweiter für Ducati und sein 63. Podestplatz. Nach dem ersten von 26 Läufen der Saison 2018 führt der 35-Jährige aus Ravenna die Weltmeisterschaft an.

Marco, hast du diesen Sieg vor dem Start für möglich gehalten?

Sicher, sonst hätte ich es gar nicht erst versucht.

Tom hatte einen erstaunlichen Start. Manchmal lassen seine Zeiten nach ein paar Runden nach, heute hat er voll durchgezogen.

Erst versuchte Johnny Tom zu folgen, dann bekam er Schwierigkeiten und machte Fehler. Ich habe lange keine Fehler mehr von ihm gesehen. Ihn zu überholen war aber schwierig, weil er in die erste Kurve hinein so spät bremst.

Als ich Zweiter war, lief es für mich besser. Da ließen bereits von allen die Reifen nach, ich konnte aber gegenüber Tom aufholen und ihn einholen.

Als ich führte rechnete ich damit, dass er sofort kontern würde. Glücklicherweise konnte ich aber gleich eine Lücke auffahren und meinen Rhythmus durchziehen.

Nach den Wintertests schien es so, als würden euch die neuen Regeln mit der gesenkten Maximaldrehzahl härter treffen als die Konkurrenz. Dann seid ihr nach Australien gekommen und wart schnell.

Phillip Island ist wahrscheinlich die einzige Strecke, auf der wir die gleiche Gesamtübersetzung fahren können wie letztes Jahr. Wenn wir auf der Geraden Rückenwind haben, passt es mit unserer Drehzahl. Aus Kurve 4 und 6 hinaus bin ich ständig im Drehzahlbegrenzer, weil die Übersetzung nicht passt. Besonders in Schräglage ist das sehr schwierig, wir können es aber nicht ändern, weil wir das ganze Jahr mit der gleichen Getriebeübersetzung fahren müssen. Dort verliere ich viel gegenüber Johnny und Tom. Überall sonst, wo ich nicht in den Drehzahlbegrenzer kam, war das Motorrad gut.

Ducati schaut auf Phillip Island stärker aus, als ihr in Wirklichkeit seid?

Das kann ich dir auf der nächsten Rennstrecke sagen. Vielleicht können wir auch auf anderen Strecken mit der gleichen Gesamtübersetzung fahren. In Jerez und Portimao mussten wir sie ändern und strauchelten dadurch massiv.

Es sieht furchterregend aus, wie es dein Motorrad auf der Geraden verwindet.

Es ist furchteinflößend. Wenn der böige Wind von der Seite kommt, habe ich große Probleme. Ich kann nicht mehr Gewicht nach hinten verlagern, weil es mir dann vorne an Gewicht fehlt. Drum bewegt sich das Motorrad so. Wir arbeiten an diesem Problem.

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