Alex Lowes glaubt: Yamaha bald so stark wie Kawasaki

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Yamaha-Werksfahrer Alex Lowes

Yamaha-Werksfahrer Alex Lowes

Zweieinhalb Jahre hat Yamaha mit der neuen R1 gebraucht, um in der Superbike-WM das erste Rennen zu gewinnen. Läuft der japanische Hersteller Kawasaki und Ducati schon bald den Rang ab?

In 30 Jahren Superbike-Weltmeisterschaft hat Yamaha erst einmal den Titel erobert: 2009 mit dem Amerikaner Ben Spies.

Im dritten Jahr nach der werksseitigen Rückkehr 2016 schickt sich Yamaha an, wieder tonangebend zu werden. In Donington Park sorgte Michael van der Mark für den vielbejubelten ersten Sieg mit der neuen R1, im zweiten Rennen legte der Niederländer mit seinem zweiten Sieg nach.

In Brünn gewann Alex Lowes den zweiten Lauf und damit sein erstes Rennen in der Superbike-WM. Drei der letzten vier Rennen hat Yamaha gewonnen! In der Hersteller-WM ist Yamaha mit 220 Punkten hinter Kawasaki (295) und Ducati (260) dritte Kraft.

«Seit wir die Elektronik-Strategien verändert haben, ist für mich alles anders herum», erklärte Lowes SPEEDWEEK.com. «Ich war immer gegen Rennende stark, mir fehlte es aber besonders am Kurveneingang an Vertrauen. Jetzt habe ich dieses Vertrauen am Kurveneingang, dafür habe ich in der Beschleunigungsphase Probleme. Michael hingegen ist sehr glücklich damit und ist jetzt zum Rennende deutlich stärker. Letztes Jahr war ich das, nur ist das niemand aufgefallen, weil es nicht um den Sieg ging. Ich bin Michael zum Schluss hin oft weggefahren. In Donington führte ich und wurde dann durchgereicht, das war enttäuschend. Insgesamt konnte ich aus Donington aber viel Vertrauen mitnehmen, ich habe dort einiges gelernt, was ich in Brünn umsetzen konnte.»

«Ich fühle mich seit Ende letztes Jahr sehr gut», unterstreicht der Engländer. «Wir hatten schon letzte Saison öfters eine gute Pace und konnten ein paar Mal aufs Podium fahren. Auch in Assen war ich dieses Jahr das ganze Wochenende sehr stark, letztlich konnte ich aber nicht das ganze Potenzial ausschöpfen – was nicht alleine auf meine Kappe geht. Schon dort hätte ich gewinnen können. Imola war immer eine schlechte Strecke für uns, aber auch dort war ich im zweiten Rennen stark. Ich rauschte einmal von der Strecke, hatte danach aber die gleiche Pace wie Sykes, letztes Jahr war ich dort eine Sekunde langsamer als er. In Donington und Brünn haben wir erwartet, dass wir vorne liegen. Es gibt einige Strecken, die uns mehr liegen. Insgesamt können wir jetzt aber jedes Rennwochenende erwarten, vorne dabei zu sein. Das ist unser Ziel. Die größten Teams mit dem meisten Budget und Weltmeistern auf den Motorrädern gewinnen. Es ist nicht einfach, in die Superbike-WM zu kommen und an der Spitze zu fahren – es ist sehr schwierig. Wir erledigen gute Arbeit. Bis Ende dieser Saison sollten wir auf Augenhöhe mit Kawasaki und Ducati sein und sie herausfordern können.»

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