Fix bei Ducati: Bautista macht Melandri arbeitslos

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Alvaro Bautista fährt 2019 im Ducati-Werksteam

Alvaro Bautista fährt 2019 im Ducati-Werksteam

Mittwochnacht haben sich Ducati, Hauptsponsor Aruba und das Team Feel Racing endgültig für Alvaro Bautista entschieden. Nach neun Jahren in der MotoGP-Klasse wechselt der 33-jährige Spanier in die Superbike-WM.

Der Wechsel von Alvaro Bautista in die Superbike-WM zeichnete sich seit Wochen ab, die Entscheidung fiel aber tatsächlich erst in der Nacht von Mittwoch auf den heutigen Donnerstag. Kommt er gesund durch die Saison, wird der 125er-Weltmeister von 2006 im November nach 159 MotoGP-Rennen in die Superbike-WM wechseln.

Bautista löst im Ducati-Werksteam Marco Melandri ab und wird 2019 an der Seite von Chaz Davies fahren. Die Vertragsunterzeichnungen der beiden werden demnächst publik gemacht.

«Auf Alvaro zu setzen ist ein Risiko», sagte ein Ducati-Manager zu SPEEDWEEK.com. «Aber er ist ein starker Fahrer, er kann mehr, als er in der MotoGP-WM gezeigt hat. Gleichzeitig tut es mir leid für Melandri, den für mich stärksten Fahrer der Superbike-WM neben Rea und Davies.»

Bautista überzeugt im MotoGP-Team Angel Nieto Ducati trotz betagtem Material seit Anfang Mai mit starken Leistungen. In den letzten acht Rennen brauste er siebenmal in die Top-10, auf dem Sachsenring glänzte er als Fünfter.

Der Mann aus Talavera de la Reina in Kastilien fährt seit 2010 MotoGP, seine erfolgreichsten Jahre erlebte er bei Honda: 2012 und 2013 wurde er WM-Fünfter und -Sechster, drei dritte Plätze sind seine besten Ergebnisse. 2006 wurde er 125er-Weltmeister, zwei Jahre später auf der 250er Vize. In den kleinen GP-Klassen holte Bautista 46 Podestplätze, darunter 16 Siege.

Mit der Superbike-Konkurrenz darf sich Bautista erstmals bei den Wintertests im November messen, voraussichtlich in Jerez.

Wie es mit Melandri weitergeht, ist unklar. Der 36-Jährige hofft weiterhin, dass er im Yamaha-Satelliten-Team von Mirko Giansanti und Filippo Conti unterkommt. Das klappt aber nur, wenn genügend Budget für zwei Motorräder und einen Spitzenfahrer wie Melandri vorhanden ist. Kommt nur eine R1 zum Einsatz, soll diese einer der drei Supersport-Piloten Sandro Cortese, Lucas Mahias oder Federico Caricasulo erhalten.

Eine interessante Möglichkeit könnte sich für Melandri im Milwaukee-Team auftun, wenn sich Teameigentümer Shaun Muir gegen Aprilia und für Ducati entscheidet.

Zu seinem alten Arbeitgeber BMW würde Melandri nur zurückkehren, wenn sich der bayerische Hersteller 2019 werksseitig deutlich stärker als dieses Jahr bei Althea einbringt – was bislang nicht entschieden ist.

Melandri hat anklingen lassen, dass er auch einen Wechsel in die US-Meisterschaft nicht ausschließt. In MotoAmerica könnte er an der Seite von Toni Elias die zweite Yoshimura-Suzuki fahren.

Melandri gehört zu den erfolgreichsten Superbike-Piloten der letzten acht Jahre. Seit 2011 fuhr er für die Werksteams von Yamaha, BMW, Aprilia und Ducati bislang 146 Rennen. 68 Mal stand er auf dem Podium, 22 Mal als Sieger. Marco drehte 20 Mal die schnellste Rennrunde und startete dreimal von Pole. Die Weltmeisterschaft beendete er auf den Rängen 2, 3, 4, 4 und 4. Nach 18 von 26 Läufen in dieser Saison liegt er nach zwei Siegen zum Auftakt in Australien und sechs Podestplätzen auf Gesamtrang 5.

Verliert die Superbike-WM Marco Melandri, wäre das ein herber Verlust. Der Mann aus Ravenna ist der weltweit bekannteste Fahrer im SBK-Paddock, im sehr wichtigen italienischen Markt zieht er nach wie vor mehr als jeder andere. Er ist der Letzte aus der bekannten MotoGP-Generation Biaggi, Checa und Hayden, der zu den Superbikes kam und noch aktiv ist.

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