Exklusiv: Wie sich das neue Honda-Team aufstellt

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM

Mit den neuen Partnern Moriwaki und Althea will Honda in der Superbike-WM wieder vorne mitmischen, seit 2007 wurde kein Titel mehr gewonnen. Teamchefin Midori Moriwaki im Interview mit SPEEDWEEK.com.

Honda Japan ist es leid, in der Superbike-WM viel Geld auszugeben und keine guten Resultate zu erreichen. Die letzten beiden Saisons mit der neuen Fireblade wurden ein Desaster, das Image des weltgrößten Motorradherstellers litt gewaltig.

Deshalb schickte Honda Japan seit Mai 2017 mehrfach Manager und Techniker als Beobachter zur Superbike-WM, sie sollten sich anschauen, ob das Geld auch besser ausgegeben werden kann.

Wie wir seit Anfang November wissen kam Honda Japan zu dem Entschluss, dass Ten Kate Racing nicht mehr der richtige Partner für SBK ist und man trennte sich von dem niederländischen Team, das seit 2004 für Honda die Superbike-WM bestritt und 2007 mit James Toseland Weltmeister wurde.

Seit vier Jahren verliert Honda auf der konzerneigenen Rennstrecke in Suzuka das prestigeträchtige Acht-Stunden-Rennen gegen Erzrivale Yamaha. In Suzuka fährt Honda aber auf Augenhöhe mit Yamaha, in der Superbike-WM haben sie gegen Kawasaki, Ducati und Yamaha keine Chance – das gab dem japanischen Management zu denken.

Ab 2019 kümmert sich das japanische Moriwaki-Team um die Superbike-WM. Das Althea-Team von Genesio Bevilacqua wurde als Logistikpartner gewonnen, die Honda Racing Corporation (HRC) kümmert sich um die Vorbereitung und Entwicklung der Werksmaschinen.

SPEEDWEEK.com sprach mit Teamchefin Midori Moriwaki.

Midori, wer wird im Team wofür verantwortlich sein?

Die Logistik wird von Althea kontrolliert. Aber ich leite seit über 20 Jahren ein Rennteam, also läuft alles unter meiner Hand. Es wird eine Mischung aus Althea- und Moriwaki-Mechanikern geben, also wird es ein internationales Team sein – nicht nur Italiener oder Japaner. Das wird lustig!

Werdet ihr auch eine Basis in Rom bei Althea haben?

Es wird eine neue Firma geben. Aus Erfahrung weiß ich, dass es sehr schwierig ist, wenn alles von Japan aus gesteuert wird. Wir sind nicht wie Honda, Yamaha oder Kawasaki. Ich eröffne eine neue Firma in Europa und wir werden unsere Basis in Prag in Tschechien haben.

Es ist nicht mehr viel Zeit bis zum Beginn der Saison. Was kannst du uns über eure Motorräder sagen? Werden diese auf Basis eurer aktuellen Bikes aus der Japanese SuperBike Championship sein?

Wenn wir die offiziellen Tests und die Rennen im Februar beginnen, müssen die Bikes in SBK-Spezifikation passen. Wir werden versuchen, ein paar private Tests auf die Beine zu stellen, bevor die offiziellen starten. Da werden unsere Bikes auf den JSB-Specs basieren, weil wir nur wenig Zeit haben.

In Japan gibt es eine Art «freie Elektronik». Freier als in der Superbike-WM oder gleich?

Das ist eine gute Frage, die ich gerade nicht beantworten kann. Da gab es einige Diskussionen zwischen Honda und mir. Deshalb haben wir die Richtung noch nicht finalisiert.

Was kannst du uns zu den Federelementen und Bremsen in der Superbike-WM sagen? In JSB benutzt ihr Kayaba-Suspension.

Ja, in Japan tun wir das für Moriwaki Racing, aber in SBK wird es Öhlins sein, für die Motorräder von Kiyonari und Camier. Bei den Werksmaschinen werden wir Nissin-Bremsen benutzen. Die Superbikes in Japan fahren mit Brembo.

Wo und wann werdet ihr testen?

Wir haben noch keine finale Entscheidung getroffen, einen Test wird es bestimmt geben. Wenn wir den noch vor dem Testverbot hinbekommen, können wir vielleicht sogar zwei machen – einer ist realistisch. Es benötigt ja auch Zeit, die Motorräder vorzubereiten. Nächstes Jahr werden wir versuchen, bei den Tests mitzufahren, wo alle anderen auch teilnehmen. Jerez Ende Januar wäre gut. Wir versuchen, für alles eine Lösung zu finden. Dann werden wir alle Informationen von der Dorna und der FIM abfragen und versuchen, alles unter einen Hut zu kriegen.

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