Beschlossen: Aprilia steigt aus der Superbike-WM aus

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Weil alle personellen und finanziellen Ressourcen für die MotoGP-WM gebraucht werden, zieht Aprilia in der Superbike-WM den Stecker. Damit sind die Teams Go Eleven und Ten Kate für 2019 um eine Möglichkeit ärmer.

Die letzten Monate wurden vom Aprilia-Management widersprüchliche Signale ausgesendet. Erst wurde dem Team von Shaun Muir ein Angebot für die Verlängerung des Zwei-Jahres-Vertrags gemacht und die Forderungen für Motorräder, Motoren, Ersatzteile, Personal und Entwicklung um die Hälfte auf 500.000 Euro reduziert. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Engländer bereits für BMW entschieden, er wird die nächsten drei Jahre werksunterstützte S1000RR einsetzen.

Auf der Motorradmesse EICMA in Mailand erzählte Go-Eleven-Teamboss Gianni Ramello am 11. November 2018, dass er kurz vor einer Einigung mit Aprilia stehe. Wenige Tage später folgte der Tiefschlag: Aprilia-Rennchef Romano Albesiano hat von Geschäftsführer Roberto Colaninno die Anweisung erhalten, das Superbike-Projekt zu beenden. Aprilia hat weder die finanziellen noch die personellen Ressourcen, um in den beiden wichtigsten weltweiten Motorrad-Rennserien werksseitig vertreten zu sein.

Hinzu kommt, dass die Basis der nach wie vor schnellen Aprilia RSV4 aus dem Jahr 2008 stammt. Das Nachfolgemodell für 2019 hat 1078 ccm und ist damit nicht für die Weltmeisterschaft zulässig. Im Gegensatz zu Ducati wird Aprilia keine spezielle Version mit maximal 1000 ccm für SBK und nationale Superbike-Serien bauen.

«Wir haben mit Go Eleven gesprochen, wir werden uns aber ausschließlich auf MotoGP fokussieren», erklärte Albesiano gegenüber SPEEDWEEK.com. «Für uns ist es wichtig, dass wir in MotoGP erfolgreich sind. Und in SBK nur dabei zu sein, kommt nicht in Frage. Wenn, dann liefern wir Werksmaschinen und leisten entsprechende Unterstützung.»

Für Go Eleven sind diese Neuigkeiten eine Katastrophe. Nach erfolglosen Jahren mit Kawasaki möchte Ramello wieder mit einem italienischen Hersteller arbeiten, jetzt sucht er den Kontakt zu Ducati. Früher war sein Team bereits als Sterilgarda Ducati mit Max Biaggi Podestkandidat.

Mit dem Rückzug von Aprilia hat auch das Ten-Kate-Team eine Möglichkeit weniger. Nach der Trennung von Honda sprachen die Niederländer mit Aprilia, jetzt bleibt ihnen nur noch Suzuki als möglicher Partner für 2019.

Der Rückzug von Aprilia schmerzt, seit 2010 ist nach Titeln nur Kawasaki erfolgreicher. Bereits beim Debüt der RSV4 in der Saison 2009 wurde Max Biaggi WM-Vierter, 2010 und 2012 wurde der Italiener Weltmeister. 2014 gewann Sylvain Guintoli die Fahrerwertung. Die Marken-Weltmeisterschaft wurde sogar 2010, 2012, 2013 und 2014 gewonnen.

Mit der RSV4 wurden in 260 Superbike-Rennen 44 Siege und 148 Top-3-Platzierungen eingefahren!

Erfolgreichster Pilot mit der RSV4 ist Max Biaggi mit 18 Laufsiegen, 47 Podestplätzen und zwölf schnellsten Rennrunden. Der diesjährige Milwaukee-Aprilia-Pilot Eugene Laverty kommt auf zehn Siege.

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