Álvaro Bautista (2./Ducati): «Reifen wie Pudding»

Von Gerraint Thompson
Superbike-WM
Seinen ersten Superbike-Test mit Aruba Ducati absolvierte Álvaro Bautista als Zweitschnellster mit Bravour. Was der ehemalige MotoGP-Pilot zur Panigale V4R und die Pirelli-Reifen sagt.

Álvaro Bautista sorgte am ersten Testtag in Jerez in der Box von Aruba Ducati für gute Laune: In 1:39,979 min beendete der Spanier seinen ersten Arbeitstag in der Superbike-WM als Zweiter und war neben Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) der Einzige, der unter 1:40 min blieb.

Es scheint, als würde Bautista der Wechsel spielerisch zu gelingen. «Ich war überrascht, dass ich so schnell war», gab der Ducati-Pilot im Gespräch mit SPEEDWEEK.com zu. «Allerdings habe ich einen Qualifyer-Reifen verwendet, weil ich den Unterschied zum Rennreifen spüren wollte. Das war neu für mich und den zusätzlichen Grip spürte man deutlich. Eigentlich ist es weniger der Grip, der Reifen hat eine bessere Stabilität.»

«Das Superbike kann man fast wie eine 250er fahren – mit mehr Kurvenspeed und man darf nicht so hart ans Gas gehen», erzählte Bautista weiter. «Man muss sehr gefühlvoll mit dem Gas umgehen, damit das Bike stabil bleibt. Aber das hat Spaß gemacht. Es erinnerte mich an eine 250er, nur mit mehr Power. Meinen Fahrstil muss ich etwas anpassen. Mit jeder Runde spürt man besser, was man ändern muss. Auf der 250er war ich immer schnell, deshalb ist die Umstellung kein Problem für mich.»

Auch wenn die revolutionäre Panigale V4R viele MotoGP-Gene hat, handelt es sich dennoch um ein Superbike. «Die Panigale V4R fühlt sich komplett anders an als das MotoGP-Bike», betonte Bautista. «Der Motor fühlt sich zwar ähnlich an, aber er hat deutlich weniger Motorleistung, das merke ich auf der Geraden deutlich. Und der Rahmen ist weicher. Der Tag hat echt Spaß gemacht. Ich habe angefangen, einiges über die Panigale herauszufinden und habe gut mit dem Team gearbeitet – außer einen Techniker kannte ich niemanden. Am Bike haben wir heute nicht viel geändert, nur an der Abstimmung und der Elektronik haben wir Kleinigkeiten angepasst.»

«Meinen ersten Run am Vormittag habe ich mit Regenreifen absolviert, weil die Strecke noch feucht war. Ich kam aber nach nur einer Runde wieder rein, weil sich der Reifen wie Pudding angefühlt hat», berichtete Bautista lachend. «Mit dem Slick war es nicht so viel anders, sie rutschten immer noch sehr. Aber das ist etwas, woran ich mich gewöhnen muss, denn mit diesem Motorrad und diesen Reifen ist das einfach so.»

Anders am Superbike auch die Bremsen. Statt Karbonbremsen in der MotoGP sind in der Superbike-WM Stahlscheiben vorgeschrieben. «Die Bremsen haben mich überrascht», sagte der 34-Jährige. «Ich habe absolut nicht erwartet, dass man mit ihnen so hart verzögern kann. Mit den Karbonbremsen hat man zwar noch einmal mehr Bremskraft, die Stahlbremse reichen aber völlig aus.»

Einem der etablierten Superbike-Piloten folgte Bautista an seinem ersten Testtag nicht. «Bei diesem Test will ich das nicht tun. Ich will nur das Bike verstehen lernen und mich Schritt für Schritt dem Limit nähern. Wir hatten einen guten Start, aber wir stehen noch am Anfang. Ganz sicher muss und kann ich mich noch stark verbessern. Am Dienstag werden wir vielleicht noch ein paar Set-up-Änderungen durchführen, allerdings nicht wegen der Rundenzeit, sondern um die Reaktionen des Bike herauszufinden.»

Zeiten Jerez-Test,Tag 1:

Pos Serie Fahrer Land Motorrad Zeit/Diff.
1 SBK Jonathan Rea GB Kawasaki 1:39,657 min
2 SBK Alvaro Bautista E Ducati + 0,322 sec
3 SBK Chaz Davies GB Ducati + 0,545
4 SBK Alex Lowes GB Yamaha + 0,639
5 SBK Leon Haslam GB Kawasaki + 0,733
6 SBK Marco Melandri I Yamaha + 1,006
7 SBK Michael vd Mark NL Yamaha + 1,915
8 SBK Sandro Cortese D Yamaha + 2,315
9 SSP Raffaele De Rosa I MV Agusta + 3,646
10 SSP Hikari Okubo J Kawasaki + 5,558
11 SSP Lucas Mahias F Kawasaki + 5,967
12 SSP Ayrton Badovini I Kawasaki + 8,163

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