Chaz Davies (Ducati): «Das werde ich sicher bereuen»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Bis auf den WM-Titel hat Chaz Davies bei den Superbikes alles gewonnen

Bis auf den WM-Titel hat Chaz Davies bei den Superbikes alles gewonnen

2007 durfte Chaz Davies im Team Pramac d’Antin Ducati drei MotoGP-Rennen bestreiten. Während er in der Superbike-WM fast alles erreichte, bekam der 31-Jährige in der Königsklasse nie ein erfolgversprechendes Angebot.

Jonathan Rea, Tom Sykes und Chaz Davies, die seit Jahren besten Briten in der Superbike-WM, sehen, zu was es Cal Crutchlow in der MotoGP-Klasse gebracht hat: Seit 2011 eroberte der ehemalige Supersport-Weltmeister 16 Podestplätze, darunter drei Siege. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das Rea oder Davies oder Sykes nicht auch hingebracht hätten. Ihnen mangelte es schlicht an der Chance, in der Königsklasse Fuß zu fassen.

Davies stand in 177 Superbike-Rennen 79 Mal auf dem Podium, er gewann für Ducati, BMW und Aprilia insgesamt 29 Rennen. Gleich oft fuhr er die schnellste Rennrunde und startete zudem sechsmal von Pole-Position. Die Weltmeisterschaft beendete er seit 2012 auf den Plätzen 9, 5, 6, 2, 3, 2 und 2. Seit 2015 stand ihm nur der überragende Kawasaki-Werksfahrer Jonathan Rea vor der Sonne, 2011 wurde er auf Yamaha Supersport-Champion.

Davies hat immer davon geträumt, eines Tages auf einer Werksmaschine die MotoGP-WM zu bestreiten. Nachdem er sich mit Ducati bis Ende 2020 auf einen Werksvertrag für die Superbike-WM geeinigt hat, ist dieses Ziel kaum noch zu erreichen, wie er im Interview mit SPEEDWEEK.com gestand.

Chaz, wenn dein Vertrag mit Ducati Ende 2020 endet, bist du fast 34 Jahre alt. Zu alt für MotoGP?

Für einige der Teammanager im MotoGP-Fahrerlager war ich schon vor fünf Jahren zu alt. Heute lässt sich mit Sicherheit sagen, dass es dann schwer für mich sein wird, in der MotoGP-Klasse einen Platz zu bekommen. 34 ist in MotoGP Pensionsalter.

Ich würde liebend gerne mal einen Wildcard-Einsatz absolvieren, von so etwas träume ich. Aber wenn man so etwas macht, dann muss man es richtig machen – und das ist sehr unwahrscheinlich.

Troy Bayliss hat als Superbike-Weltmeister in Valencia 2006 mit Wildcard das MotoGP-Rennen gewonnen. Lässt sich so etwas wiederholen?

Damals dachte auch jeder, dass das unmöglich ist. Aber mit der ganzen heutigen Technik in MotoGP – ich glaube, was Bayliss geschafft hat, passiert nur einmal im Leben. Ich wäre geschockt, würde ich so etwas noch einmal sehen, der Level dort ist heute so hoch. Das war er damals auch, Bayliss hat großartige Fahrer geschlagen, aber die Motorräder sind heute mit den Reifen und der Elektronik extrem nuanciert und fortgeschritten. Alles ist näher am Limit und jeder Fahrer braucht heute länger, um sich heranzutasten.

Tut es dir weh, dass du in der MotoGP-WM nie die Chance hattest auf einem siegfähigen Motorrad etwas zu beweisen?

Zehn oder 15 Jahre nachdem ich aufgehört habe, werde ich es ganz sicher bereuen. Ich bin ambitioniert und will immer wissen, zu was ich fähig bin. Deshalb kann ich dir jetzt schon sagen, dass ich es bereuen werde.

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