Superbike-WM

Wo steht Reiterberger im Vergleich zu Tom Sykes?

Von - 17.01.2019 16:03

Mit Ex-Weltmeister Tom Sykes und Superstock-Europameister hat BMW Motorrad eine starke Fahrerpaarung für die Superbike-WM 2019. SPEEDWEEK.com sprach mit Motorsport-Direktor Marc Bongers.

Am 23. und 24. Januar stellt sich BMW mit neuem Team, neuen Fahrern und neuem Motorrad in Jerez erstmals der Konkurrenz – sämtliche bisherigen Tests fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das neue Partnerteam Shaun Muir Racing hat mit Aprilia bewiesen, dass sie in der Superbike-WM aufs Podest fahren können. Mit Pole-Rekordhalter Tom Sykes (46 Mal) angelte sich der bayerische Hersteller den über eine Runde schnellsten Superbike-Piloten; und mit einem WM-Titel (2013), 34 Siegen und 108 Podestplätzen zweiterfolgreichsten Fahrer der letzten zehn Jahre. Nur Rekord-Weltmeister Jonathan Rea war besser.

Eigengewächs Markus Reiterberger gewann dreimal die IDM Superbike, 2018 die Superstock-Europameisterschaft und brauste in seinem einzigen vollen WM-Jahr 2016 mit der privaten Althea-BMW viermal in die Top-7.

SPEEDWEEK.com sprach mit BMW Motorsport-Direktor Marc Bongers.

Marc, wo wird Reiterberger im Vergleich mit Sykes 2019 stehen?

Um darüber zu urteilen, ist es zu früh.

Tom Sykes ist bekannt für seine eine starke Runde, er ist jetzt Mister Pole-Position. Natürlich wäre es schön, wenn er auch mit der BMW sehr starke Ergebnisse umsetzen könnte.

Wenn es um die Qualifying-Performance geht bezweifle ich, dass Markus an ihn rankommen kann. Das ist eine von Toms Stärken. Aber wie das im Renntrimm zwischen den beiden aussieht, ist offen.

Sykes hatte immer schon diesen hohen Initialspeed, er hat im Rennverlauf aber öfter die Reifen ruiniert. Als Kawasaki das im Griff hatte, wurde er einmal Weltmeister und zweimal fast. Wird BMW in der Lage sein ihm ein Motorrad zu geben, mit dem er seinen Speed über die Distanz bringen kann?

Nach zwei Tagen Shakedown im Dezember kann ich noch nichts über die Haltbarkeit der Reifen sagen. Wir haben so viele Änderungen gemacht, um das Motorrad zu verstehen und es ins richtige Set-up-Fenster zu bringen, dass wir keine qualitativen Long-runs machen konnten. Das ist bei beschränkter Testzeit im Winter ohnehin schwierig. Morgens musst du warten bis die Strecke warm wird, und um 16 Uhr musst du aufhören, weil es zu kalt wird.

Grundsätzlich glaube ich, dass die Konstruktion unseres Basismotorrads dem ursprünglichen Fahrstil vom Tom entgegenkommt – im Vergleich zu dem Motorrad, auf dem er die letzten Jahre saß. Da musste er seinen Stil anpassen und hohen Kurvenspeed fahren, was nicht seinem eigentlichen Stil entspricht. So fährt er nur, wenn ihm das Motorrad das so vorgibt.

Wir werden erst Ende Januar wissen, wo wir gegenüber der Konkurrenz stehen. Unser erstes Jahr ist ein Entwicklungsjahr, wir können nicht von 0 auf 100 und vorne mitfahren, das ist nicht zu erwarten.

Habt ihr bewusst einen zweiten Fahrer neben Reiterberger gesucht, der den gleichen Stop-and-Go-Fahrstil hat?

Es hat eine Rolle gespielt, dass die Fahrstile unserer Piloten nicht komplett auseinanderliegen. Jonathan Rea hat einen eigenen Stil, aber auch Melandri, der sehr klein und leicht ist. Das würde sich negativ auf die Entwicklung auswirken, weil du dann in zwei Richtungen entwickeln müsstest.

Mit der neuen Kooperation mit Shaun Muir Racing und dem neuen Motorrad haben wir auch so alle Hände voll zu tun. Da ist es vorteilhaft, wenn beide Fahrer einen ähnlichen Stil haben.

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