BMW: Tom Sykes plant Kunststück wie mit Kawasaki

Von Ivo Schützbach
Gemeinsam mit seinem damaligen Crew-Chief Marcel Duinker hat Tom Sykes 2011 innerhalb einer Saison aus der Kawasaki ZX-10R eine siegfähige Maschine gemacht. Mit BMW hat der Engländer nicht weniger vor.

Alle seine 34 Siege in der Superbike-WM hat Tom Sykes, der Weltmeister des Jahres 2013, an der Seite des Niederländers Marcel Duinker errungen, der von 2011 bis 2018 sein Crew-Chief im Kawasaki-Werksteam war.

Der 42-jährige Diplom-Ingenieur kennt Sykes wie kaum ein anderer und traut ihm im neuen BMW-Werksteam allerhand zu.

«Sehr gut ist, dass dir Tom immer die ehrliche Meinung sagt», lobte Duinker. «Und wenn er etwas nicht weiß, dann sagt er das. Das ist etwas Außergewöhnliches im Rennsport. Da gibt es viele Leute, die sehr viel und so gescheit wie möglich daherreden. Das ist fundamental für eine gute Beziehung. Ich mache es anders herum gleich. Erfolg basiert auf Vertrauen. Ob du privat mehr oder weniger miteinander klarkommst, ist nicht wichtig. Aber beruflich muss gegenseitiges Vertrauen vorhanden sein. Von 2011 auf 2012 haben wir es innerhalb eines halben Jahres geschafft, aus der Top-10-Maschine ZX-10R ein Siegerbike zu machen. Wenn dir ein Fahrer nicht sagen kann was er fühlt oder was ihn einschränkt, dann gelingt dir so etwas nicht.»

Sykes stand seit dem Wechsel von Jonathan Rea 2015 von Honda zu Kawasaki im Schatten des Nordiren, der die letzten vier Weltmeisterschaften in Folge gewann und mit 81 Punkten Vorsprung auf Alvaro Bautista (Ducati) als überragender Führender in die Sommerpause ging.

Dass der Engländer nicht mehr so schnell war wie vor 2015, hat viel mit dem technischen Reglement zu tun, welches immer seriennäher wurde. Als sich Sykes im Herbst 2018 für BMW entschied geschah das auch, weil er den Charakter der S1000RR schätzt: Das Bike passt perfekt zu seinem Stop-and-go-Fahrstil.

«Niemand kann sich vorstellen, wie motiviert Tom ist», betonte Duinker im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Motivation war nie ein Problem. Als Johnny Rea ins Team kam und sich die technischen Regeln dramatisch gegen seinen Fahrstil verändert haben, hat er immer weitergekämpft. Wenn du in der Weltmeisterschaft konstant in den Top-3 bist, mit einem Motorrad, das deinen Fahrstil nicht unterstützt, und du immer bis zum letzten Rennen alles gibst, dann ist es keine Frage der Motivation. Er liebt es zu gewinnen. Jeder Rennfahrer hat dieselben Vorstellungen, er hat aber auch die Möglichkeiten, das umzusetzen. Jetzt hat er sich ein Motorrad und eine Crew gesucht, mit denen das machbar ist.»

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