Dorna-Boss Ezpeleta: «Wir müssen noch vieles ändern»

Von Günther Wiesinger
Superbike-WM
Carmelo Ezpeleta

Carmelo Ezpeleta

In der ersten Saison als Promoter der Superbike-WM kämpft die spanische Firma Dorna Sports mit dem Erbe des ehemaligen Superbike-WM-Veranstalters Flammini.

Der Terminkalender wird nächstes Jahr gegenüber 2013 kräftig umgekrempelt. «In Donington kamen zum WM-Lauf nur halb so viele Zuschauer wie zum Britischen Superbike-Meisterschaftslauf. Dabei fahren in der SBK genügend britische Spitzenfahrer mit», wundern sich die Dorna-Funktionäre.

Warum Flammini angesichts dieser Probleme zwei britischen Superbike-Events in den Kalender genommen hat, gibt Rätsel auf. Flammini wollte einfach demonstrieren: Wir sind zweimal im Jahr in England, MotoGP nur einmal. Wir sind also bedeutender als MotoGP.

Und warum musste Donington während der Tourist-Trophy stattfinden?

Auch Monza steht bei der Dorna auf der Abschussliste – die Piste ist viel zu gefährlich geworden. Es sei heutzutage unverantwortlich, in Monza zu fahren, heisst es bei der Dorna. Aber man müsse den Vertrag respektieren, der noch das Rennen 2014 einschliesst. Nachher wird die Dorna nicht mehr das Leben der Fahrer aufs Spiel setzen. Falls 2014 neben Imola und Misano ein dritter italienischer Schauplatz als sinnvoll erscheint, wird in Mugello gefahren.

Da Brünn nicht mehr stattfindet und auch Deutschland wackelt, könnte der Red Bull Ring 2014 ein Thema werden.

Die Superbike-WM kehrt im September 2013 nach Laguna Seca zurück, aber dieser Superbike-WM-Event in Kalifornien wird für die Dorna mit einem finanziellen Verlust enden. Flammini schloss mit dem Promoter einen so ungünstigen Vertrag ab, dass nicht einmal die Kosten für den US-Auftritt gedeckt werden können.

Kein Wunder, wenn Flammini angesichts solcher Deals den Fahrern und Teams jahrelang keine Zuschüsse bezahlen konnte und sogar die Pirelli-Einheitsreifen teuer bezahlt werden müssen. In der MotoGP beliefert Bridgestone 22 Fahrer kostenlos.

Da die Flammini Group die Teams nicht bezahlte, herrscht unter den Rennställen ein fröhliches Kommen und Gehen. Wer nach Übersee reisen will macht es, wer keine Lust dazu hat, bleibt daheim.

Das ominöse Team Effenbert stieg aus, kam für drei Rennen zurück – und verschwand wieder.

Die Dorna bearbeitet jetzt eine SBK-Baustelle nach der anderen. Zuerst wurden die technischen Vorschriften für die nächsten Jahre in Angriff genommen. 2014 darf jedes Team pro Fahrer nur noch 300.000 Euro an Materialkosten (ohne Sturzteile) ausgeben: für die zwei Jahre danach verringert sich dieser Betrag jeweils um 50.000 Euro. Jetzt müssen die Einnahmen erhöht werden, damit die Teams entschädigt werden können. Dazu muss der Kalender adaptiert werden. Gut möglich, dass es 2014 weniger Rennen gibt, vor allem weniger in Übersee – wenn die Veranstalter zu geringe Gebühren bezahlen. Aber es wird Package-Deals mit MotoGP geben – wie in Katar für die «Qatar Motorcycle Week», bei der Fans die MotoGP und SBK Ende März oder Anfang April 2013 innerhalb von acht Tagen erleben werden.

«Und wir müssen weitere Änderungen vornehmen», ist sich Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta bewusst.

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