Superbike-WM

Nürburgring: Wenn der Fixateur am Rahmen streift

Von Ralf Waldmann - 31.08.2013 08:17

In der Eifel auf dem Nürburgring habe ich viel erlebt. Ich bin gestürzt, habe gewonnen und stehe auf der Ahnentafel. Nur meine Ehrenkarte gilt nicht mehr.

Auf dem Nürburgring bin ich mein erstes Rennen gefahren – 1986 im Juni oder Juli im OMK-Pokal. Auf einer Kawasaki-Kindercross mit MBA-Verkleidung. Kurz vor Start/Ziel bin ich in der letzten Runde gestürzt, aufgestanden und noch Vierter geworden. Das hat schon früh bei mir angefangen, ein Naturtalent.

1988 war ich ziemlich gut, habe mir damals aber im Straßenverkehr den Unterschenkel gebrochen. Mit 23 oder 24 ist man ja unsterblich, ich habe mir eine etwas weitere Lederkombi machen lassen, damit der Fixateur im Bein reinpasste und nicht zu sehen war. Dann bin ich den 80-ccm-WM-Lauf auf dem Nürburgring gefahren. Es hat geregnet wie die Hölle, ich bin natürlich prompt abgeschmiert im Training, das Motorrad ist auf den Fixateur gefallen, alles war krumm. Das Bein stand nach hinten, der Fixateur war total verbogen, ich hatte tierische Schmerzen. Mein Papa hat gemeint: «Kein Problem, nimm mal ne Spalt-Tablette.»

Als ich da lag, wurde ich vom Krankenwagen zur Untersuchung abgeholt. Sie haben dann auch geprüft, ob ich noch fahrfähig bin. Dr. Kreutz, der damals der Arzt war, hat mir gesagt, dass er so etwas in seinem Leben noch nie gesehen hat. Er hat mir sofort die Lizenz entzogen, ich habe eine sofortige Sperre gekriegt. Das hat dann Monate gedauert, bis ich meine Lizenz wieder hatte.

Ich wäre das Rennen natürlich gefahren: Spalt-Tablette rein und weiter. Aber die haben mich nicht mehr fahren lassen.

Schon im Training hat der Fixateur immer am Rahmen angestanden und vibriert. Das hat in den Zähnen gekribbelt, brutal. Bei 14.000/min bekam ich Schmerzen im Zahn. Ich immer das Bein weggehalten. Dann habe ich meinem Mechaniker Scholli gesagt, dass die Pins des Fixateurs zu weit rausstehen, das ist Kacke. Da hat er den Bolzenschneider genommen und die Edelstahldrähte abgeknickt. Er sagte dann: «Kuck, die sind jetzt schön kurz.» Ich: «Astrein, jetzt geht es weiter!»

Mit der 250er habe ich auf dem Nürburgring auch mal gewonnen. Ich stehe auch auf der Ahnentafel. Und ich habe eine Ralf-Waldmann-Kiefer, an die ich immer ran pinkel, damit die schön wächst. Zwölf oder 13 Jahre hatte ich auch eine Ehrenkarte und konnte immer gratis auf dem Nürburgring fahren. Aber leider, seit der Lindner das Sagen hat, ist das nicht mehr.

Mit 20 Siegen in den Klassen 125 und 250 ccm ist Ralf Waldmann (46) der erfolgreichste Grand-Prix-Fahrer, der nie Weltmeister wurde. Heute arbeitet er mit viel Begeisterung in der Superbike-WM für das MR-Racing Team, in dem Max Neukirchner fährt.

Ralf Waldmann hat auf dem Nürburgring Heldentaten vollbracht und Dramen erlebt © MR-Racing Ralf Waldmann hat auf dem Nürburgring Heldentaten vollbracht und Dramen erlebt

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