Minusgeschäft Elektronik? Honda zahlt nichts drauf!

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Ab 2015 gilt in der Superbike-WM ein Kostendeckel für die Elektronik. Jeder Hersteller muss abwiegen, was er seinen Kunden für maximal 8000 Euro bieten kann.

Die FIM hat klar gemacht, dass es ihr egal ist, wie viel Geld ein Hersteller zukünftig für seine Elektronik ausgibt. Wichtig ist dem Motorrad-Weltverband nur, dass Kundenteams um 8000 Euro die gleiche Elektronik bekommen wie die Werksteams. Hat ein Hersteller keine Kundenteams, kann er ohne die Gefahr eines großen Verlusts weiterhin Vollgas seine Elektronik entwickeln. In der Realität werden die Hersteller die Qualität ihres käuflichen Produkts aber so weit senken, bis sie den Kostendeckel einhalten.

Dass die FIM in der Lage sein wird die Elektronik so genau zu prüfen, um eventuelle Unterschiede zwischen der eines Kunden- und eines Werksteams aufzudecken, glaubt niemand. Clevere Programmierer der Werke haben das Know-how Hintertürchen in ihre Software einzubauen, die kein FIM-Offizieller je finden wird. Aus diesem Grund gibt es in der Formel 1 eine Einheitselektronik, in MotoGP kommt sie 2016.

In der Superbike-WM wird die Einheitselektronik von allen Herstellern geschlossen abgelehnt, weil sie sich die Entwicklungsfreiheit für zukünftige Serienprodukte bewahren wollen.

Honda, neben Suzuki einziger Hersteller in der Superbike-WM, der nicht die Elektronik von Magneti Marelli verwendet, wiegt verschiedene Partner für 2015 ab. Stellt der größte japanische Motorrad-Hersteller um, beginnt der jahrelange Ärger von vorne, den das Superbike-Team mit der Umstellung auf die Elektronik von HRC bis zum jetzigen Partner Cosworth hinter sich hat.

Honda spricht mit drei Anbietern

«Unsere Elektronik zu wechseln wäre ein großer Schritt», räumte Honda-Teammanager Ronald ten Kate gegenüber SPEEDWEEK.com ein. «Unser Plan A sieht vor, dass wir mit Cosworth weitermachen. Wir müssen aber auch an die neuen Regeln denken, die vorschreiben, dass die Elektronik maximal 8000 Euro kosten darf und im Markt erhältlich sein muss. Das verlangt vom Hersteller eine andere Herangehensweise. In so einer Situation will man mit allen Anbietern reden, nicht nur mit Cosworth. Motec ist mit einem guten Angebot auf uns zugekommen, Magneti Marelli werden wir demnächst besuchen. Es geht darum sich alles Verfügbare anzuschauen, wir laufen Cosworth nicht davon, weil wir mit deren Arbeit unzufrieden sind.»

Werdet ihr eure Entscheidung anhand des Preises oder nur nach der Performance treffen? «Eine kommerzielle Entscheidung würde bedeuten, dass wir die Elektronik so verwenden, wie sie im Regelbuch steht – für 8000 Euro. Rein theoretisch: Würde Cosworth sagen, dass sie ihr System nicht für 8000 Euro verkaufen können, sondern dass es 15.000 Euro kostet, dann liegt die Entscheidung bei uns, ob jede Einheit mit einem Verlust von 7000 Euro verkauft wird. Immer, wenn das Team oder Honda eine Elektronik verkaufen würde, würden wir 7000 Euro draufzahlen. Dann kommst du schnell zu dem Punkt an dem du überlegst, dass 20 oder 30 Teams eine solche Elektronik bestellen könnten und man zahlt richtig drauf. Aber so weit wird es nicht kommen.»

Langfristig möchte die FIM in den nationalen Meisterschaften die gleichen technischen Regeln einführen wie in der Weltmeisterschaft. «Dahinter sehe ich ein riesiges Fragezeichen», so ten Kate. «Wie sollen diese Teams eine Elektronik um 8000 Euro bezahlen? In der Niederländischen Meisterschaft können wir froh sein, dass die Bikes in der Startaufstellung keine Spiegel und Blinker haben, der Level ist am Boden.»

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