Milwaukee Yamaha in SBK: Wechsel zu BMW ist möglich!

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Milwaukee ist von Yamaha bitter enttäuscht

Milwaukee ist von Yamaha bitter enttäuscht

Yamaha könnte in der Superbike-WM 2016 bis zu sieben Motorräder am Start haben. Nun stellte sich heraus: Die japanische Marke will am Liebsten gar keine Privatteams! Das britische Milwaukee-Team ist auf dem Sprung.

Seit Monaten eruiert Milwaukee-Teamchef Shaun Muir, wie er mit seinem Meisterteam in die Superbike-WM aufsteigen kann. 2011 gewann er mit Tommy Hill die Britische Meisterschaft, letztes Wochenende mit Joshua Brookes.

Als Muir mit dem Werkzeughersteller Milwaukee einen Weltkonzern als Hauptsponsor gewann, wurde ein mehrjähriger Plan verfasst, welcher das Team und seine Partner auf die Weltbühne bringt.

Milwaukee Yamaha bemühte sich lange darum Yamaha-Werksteam in der Superbike-WM zu werden, doch Rennchef Andrea Dosoli zog das britische Team Crescent Racing von Paul Denning vor.

Das hätte Milwaukee eventuell noch geschluckt, nun wurde ihnen aber mitgeteilt, dass es von Yamaha keinerlei Unterstützung geben wird. «Für 2016 gibt es diesbezüglich keine Pläne», sagte Dosoli auf die Frage, ob für kommende Saison Satellitenteams geplant sind.

Obwohl Shaun Muir Yamaha wiederholt mitgeteilt hat, dass er mit ihnen Weltmeisterschaft fahren möchte, sagte Dosoli in Magny-Cours gegenüber SPEEDWEEK.com: «Wir würden gerne mit ihnen in BSB weitermachen. Sie erledigen einen fantastischen Job und wir sind dankbar für ihre Arbeit. Ich verstehe diese Erwartungshaltung und den Wachstumsprozess. Wir würden trotzdem gerne 2016 mit ihnen in BSB weitermachen – dann sehen wir, was 2017 möglich ist.»

So weit wird es nicht kommen.

Die Enttäuschung bei Teamchef Shaun Muir über Yamaha sitzt tief, deshalb hat er verschiedene Optionen für 2016 geprüft, darunter eine Zusammenarbeit mit Suzuki, Aprilia und Ducati.

Suzuki stellt die neue GSX-R1000 erst im Juli 2016 vor, zu Beginn der nächsten Saison ist kein konkurrenzfähiges Motorrad verfügbar. Joshua Brookes, der 2016 zusammen mit dem Tschechen Karel Abraham für Milwaukee starten soll, hält fest, dass der Wechsel in die WM für ihn nur Sinn macht, wenn er auf einem guten Motorrad sitzt.

Bei Ducati hätte Milwaukee neben dem Werksteam Aruba.it nur die zweite Geige gespielt, technische Neuerungen erhalten Kundenteams mit Verzögerung. Aus diesen Gründen hat sich sogar das passionierte Althea-Team zu BMW verabschiedet.

Von Aprilia bekam Milwaukee eine Offerte zur Fortführung des Werksteams, diese wurde aber aus verschiedenen Gründen als uninteressant eingestuft.

Podestplätze sind möglich

Nun zeichnet sich ab, dass nach Althea auch Milwaukee bei BMW eine neue Heimat findet.

Der bayerische Hersteller hat ein interessantes Kundensport-Programm, welches zu guten Preisen viel Unterstützung garantiert. BMW sorgt für die Motoren, den Kabelbaum, das Steuergerät, die Software und das Dashboard. Um die Entwicklung des Chassis’, der Schwinge, der Umlenkung und der Gabelbrücken muss sich das Team selbst kümmern. Bei BMW in München gibt es aber jede Menge Referenzwerte dazu, viel Erfahrung und beste Kontakte zu Firmen, die im Chassisbau befähigt sind.

Milwaukee ist ein Hersteller von Elektrowerkzeugen, die Milwaukee Tool Corporation, 1924 in Milwaukee/Wisconsin gegründet, ist eine Marke von Techtronic Industries. Zu dieser Firma gehören auch AEG, Ryobi, Hoover, Dirt Devil und Vax – ein Weltkonzern.

Bei einer Partnerschaft mit BMW erhält das Milwaukee-Team zwar keine Werksunterstützung im herkömmlichen Sinn, im Rahmen des Kundensport-Programms aber das bestmögliche verfügbare Material. Viele Experten sind überzeugt davon, dass mit der neuen BMW S1000RR Podestplätze möglich sind – wenn das richtige Team dahintersteckt.

Mit Althea und Milwaukee wird BMW 2016 aller Voraussicht nach zwei Spitzenteams am Start haben.

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