Vorwurf Jonathan Rea: Neue Kawasaki für Sykes gebaut

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Jonathan Rea ist einer von zwei Weltmeistern bei Kawasaki

Jonathan Rea ist einer von zwei Weltmeistern bei Kawasaki

Superbike-Weltmeister Jonathan Rea hat seinen Vertrag mit Kawasaki vorzeitig bis Ende der Saison 2018 verlängert. Er wollte damit auch intern ein Zeichen setzen und Tom Sykes als «Mister Kawasaki» ablösen.

Als Erster der beiden Kawasaki-Werksfahrer hat Weltmeister Jonathan Rea am 12. Mai 2016 seinen Superbike-Vertrag um zwei Jahre verlängert. Tom Sykes will vor den nächsten Rennen in Misano am 18./19. Juni nachziehen. «Es geht noch um vertragliche Details», verriet der Engländer SPEEDWEEK.com bei seinem Heimrennen in Donington Park vor zwei Wochen, wo er einen Doppelsieg einfuhr.

Sykes weiß um seinen Status bei Kawasaki. Er hat ihnen 2013 den ersten Superbike-WM-Titel seit 20 Jahren beschert und demonstriert seinen überragenden Speed seit Jahren (35 Pole-Positions). Im Trockenen in Sepang degradierte Sieger Sykes seinen Teamkollegen Rea zum Statisten, in Donington fuhr er einen Doppelsieg ein. Seinen Rückstand in der Weltmeisterschaft hat der WM-Zweite Sykes damit auf 56 Punkte reduziert.

Seit Rea im Herbst 2014 zu Kawasaki kam, war er Sykes stets voraus. 2015 wurde der Nordire überragend Weltmeister, nach 14 von 26 Rennen 2016 führt er erneut überlegen. Den Nummer-1-Status will ihm Kawasaki trotzdem nicht geben.

«Kawasaki hat mit den ganzen Tests und Entwicklungen während des Winters kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie Tom ein Motorrad geben wollen, mit dem er glücklich ist», hielt Rea fest. «Jetzt demonstriert er uns das. Zu Saisonbeginn hat er seinem Motorrad den Spitznamen Baby gegeben. Er fährt schnell, in der Meisterschaft ist er ein Herausforderer – das ist gut. Einen starken Fahrer in der eigenen Box zu haben ist gut, das spornt dich an. Mal sehen, ob er die kommenden Rennen so weitermachen kann. Donington ist eine seiner besten Strecken, dort erwartet jeder starke Leistungen von ihm. In Misano schlägt das Pendel hoffentlich in die andere Richtung aus und es läuft besser für mich.»

Rea: «Ich konzentriere mich auf meinen Stil»

Weil Rea und Sykes grundliegend verschiedene Fahrstile haben, forderten sie von Kawasaki unterschiedliche Entwicklungsrichtungen. Da es der japanische Hersteller beiden Weltmeistern recht machen will, kocht inzwischen jeder Fahrer sein eigenes Süppchen.

«Ich konzentriere mich nicht auf seinen Stil oder seine Richtung, das funktioniert für mich nicht», meinte Rea zum Weg von Sykes. «Wenn ich mich selbst mit ihm vergleiche: Am Scheitel von Haarnadelkurven bin ich etwas schneller. Mit neuen Reifen funktioniert sein Fahrstil super, aber sobald der Reifen nachlässt, ist er Kurvenmitte sehr langsam. Mein Stil ist sehr konstant und fließend. Deshalb war es für mich in Donington so schwierig, gegen Tom zu fahren. Wegen der niedrigen Temperaturen in Donington haben die Reifen nicht so stark abgebaut. Im Sommer in Misano, Laguna und Deutschland, wenn die Temperaturen deutlich höher sein werden, halte ich meinen Stil für besser.»

Der Weltmeister weiter: «Ich muss clever sein, aber es ist noch zu früh, um sich auf dem Vorsprung auszuruhen. Mein Ziel war, dass ich nach Sepang 50 Punkte Vorsprung habe, jetzt sind es nach Donington 56. Das ist gut. Das Wichtigste in den kommenden Rennen ist, dass ich gesund bleibe, danach geht es in die Sommerpause. In der Sommerpause können wir darüber nachdenken, wie wir die restliche WM angehen. Ob ich auf Verteidigung fahre oder ob ich pushen muss. Jetzt ist es zu früh dafür. Bislang ist alles für mich gelaufen, selbst aus schlechten Situationen habe ich das Beste gemacht. In Donington war ich zweimal neben der Strecke und wurde trotzdem Dritter und Zweiter.»

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