Michael vd Mark hatte keine Ahnung, wer ihn verfolgte

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Michael van der Marks Strategie ging auf

Michael van der Marks Strategie ging auf

Im chaotischen ersten Superbike-WM-Lauf in Magny-Cours preschte Michael van der Mark mit seiner Honda Fireblade als Zweiter zum sechsten Mal in diesem Jahr aufs Podium. Das war so nicht zu erwarten.

Das erste Qualifying verpasste Michael van der Mark nach einem Motorschaden (Pleuellager) in der Outlap komplett. In der Superpole qualifizierte er sich als Sechster für Startreihe 2, das Rennen nahm er wie die meisten anderen Fahrer auf Regenreifen in Angriff.

Van der Mark wechselte drei Runden früher auf Slicks als die Kawasaki-Werksfahrer Tom Sykes und Jonathan Rea, dieser Umstand bescherte ihm letztlich den zweiten Platz. Nur Vizeweltmeister Chaz Davies war unantastbar, der Waliser fuhr die gesamte Renndistanz und ohne Boxenstopp mit einem Intermediate-Reifen hinten und siegte mit dieser riskanten Strategie mit fast 10 sec Vorsprung.

«Als es heute Morgen nass war, hätte ich nie einen Podestplatz erwartet», erzählte der Niederländer SPEEDWEEK.com. «Ich hatte viele Probleme, meine Leistung war nichts besonders, ich spulte meine Runden ab. In der Superpole fühlte ich mich auf dem Motorrad viel besser, wir hatten die richtige Richtung gefunden. Mit Startplatz 6 bin ich glücklich. Dann schaute ich mir das Supersport-Training an und beobachtete, wie die Strecke abtrocknete. In Magny-Cours dauert das eine Weile. Es ist auch immer so, dass die höher gelegenen Stellen bereits trocken sind, wenn die niedrigen noch nass sind. Ich entschied mich für ein Trocken-Set-up mit Regenreifen. Nur die Elektronik passten wir etwas an.»

Als Zweiter wechselte Honda-Teamkollege Nicky Hayden auf Slicks, «das war zu früh», ist van der Mark überzeugt. Der 23-Jährige wartete drei Runden länger, bevor er die profillosen Reifen auffasste. «Zu diesem Zeitpunkt gab es nur noch vier oder fünf Kurven, in denen es etwas rutschig war. Meine Pace war gut, aber nicht fantastisch. Ich holte gegen Ende Leute ein, die immer noch auf Regenreifen unterwegs waren – und ich begann zu rechnen. Einige beendeten sogar das Rennen mit Regenreifen, damit hatte ich nicht gerechnet. Davies ging das Risiko ein auf Intermediates zu setzen, ich mag diesen Reifen nicht und ging lieber auf Nummer sicher.»

Van der Mark rettete sich 4/10 sec vor Tom Sykes über den Zielstrich. Wäre dieser am Ende und nicht am Anfang der Geraden, wäre es für den Niederländer wohl nur Rang 3 geworden. «Mein Team hat vergessen, mir das mit Sykes auf dem Pitboard anzuzeigen», schmunzelte der Supersport-Weltmeister von 2014. «Nur auf dem großen Bildschirm für die Zuschauer konnte ich sehen, dass er nicht mehr weit weg ist. Ich dachte aber, dass er aus der Boxengasse kam. Erst nach dem Zielstrich realisierte ich, wie eng es war. Hätte ich das gewusst, hätte ich stärker gepusht.»

Mit den 20 Punkten aus Frankreich ist van der Mark (223 Punkte) nun hinter Jonathan Rea (406), Tom Sykes (362) und Chaz Davies (320) komfortabler WM-Vierter, nachdem Nicky Hayden (195) ausfiel und Davide Giugliano (194) verletzungsbedingt auf den Rennstart verzichtete.

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