Speedway-Bundesliga: Arbeit am fünften Team

Von Ivo Schützbach
Speedway-Bundesliga
Robert Lienemann stellte Ende Oktober seine Ideen vor, wie man mehr Zuschauer in die Stadien bringen kann. Inzwischen hat der Event-Spezialist auch Gefallen an der Speedway-Bundesliga gefunden.

Der Oldenburger Robert Lienemann ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma «Big Beat PA-Service». Er hat in der Formel 1 gearbeitet und sorgte bei Festivals wie dem «Pop meets Classic» oder «Springtime Rock» für die richtige optische und akustische Präsentation.

Für den Bahnsport schwebt ihm folgende Idee vor: Seine Firma sorgt für die komplette Vermarktung und Präsentation eines Rennens, sucht Sponsoren, bezahlt die Fahrer und trägt das finanzielle Risiko. Weshalb er dieses Projekt vorerst auf Eis gelegt hat, erzählte er SPEEDWEEK.com im Interview.

Du hast vor kurzem von deinen Ideen für eine neue Rennserie berichtet. Was hat sich seit Oktober getan?

Im Prinzip hatte ich sehr positive Resonanzen und es gab auch viele Leute, die mir ihre Hilfe angeboten haben und ähnliche Meinungen vertreten. Insbesondere gab es einen Club in Süddeutschland, der starkes Interesse bekundet hat so etwas mit mir zu probieren. Mit den Clubs in meiner norddeutschen Heimat gab es ebenfalls Gespräche, allerdings stimmten dort einige Parameter nicht, die zum jetzigen Zeitpunkt so eine Konstellation zulassen.

Seitens der norddeutschen Funktionäre des DMSB war ich positiv überrascht, dass meine Ideen nicht auf Ablehnung gestoßen sind, sondern sie mir mit konstruktiver Kritik aufgezeigt haben, welche Probleme mich erwarten könnten. Ich bin ja immer noch aktiver Kart-Sportler und habe aus dieser Motorsportart nicht immer zwingend die positivste Meinung über den Verband. Das ändert sich zumindest im Bezug auf den Bahnsport.

Wird es 2015 das angedachte Pilotprojekt zur Serie geben?

Leider nein. Ich hatte schon etwas Arbeit in das Projekt gesteckt, als ich erfahren habe, dass es eventuell die Deutsche Speedway-Meisterschaft Solo ab 2016 mit mehreren Rennveranstaltungen geben könnte. Das ist genau das, was ich mit meiner Serie wollte. Wenn es dazu kommen sollte, würde ich eine unnötige Konkurrenz zu einem Prädikatslauf auf die Beine stellen. Mein Ziel ist es Speedway zu fördern und nicht einen Wettlauf um die Gunst der wenigen Fans zu verursachen.

Das bedeutet, du ziehst dein Engagement im Bahnsport zurück?

Auf gar keinen Fall. 2015 betreue ich den Fahrer Marcel Limberger und habe eventuell noch einen zweiten Fahrer in Vorbereitung, der seit geraumer Zeit von der Bildfläche verschwunden war. Er will aber erst probieren, ob er seine Leistung noch abrufen kann und ob er wettbewerbsfähig ist.

Was aber noch interessanter sein dürfte, ist, dass wir hinter den Kulissen versuchen eine weitere Bundesliga-Mannschaft auf die Beine zu bekommen. Ob wir das bis zum Nennschluss am 15. Januar 2015 hinbekommen, ist unklar. Bisher gab es aber von allen beteiligten grünes Licht und wir arbeiten an der Finanzierung.

Um welche Mannschaft handelt es sich?

Der Verein, der gegebenenfalls die Nennung einreicht, möchte aktuell noch nicht genannt werden. Ich hatte für die ursprünglich geplante Rennserie Sponsoren und Geldgeber gefunden. Die zur Verfügung gestellten Summen hätte ich verfallen lassen müssen und sie würden anderen Sportarten zugute kommen, würde ich nichts machen. Als ich angefragt habe, ob der Sponsor und die Geldgeber sich auch vorstellen könnten die Summen anderweitig im Bahnsport einzusetzen, fiel die Begeisterung zwar geringer aus, ebenso deutlich die Summen über die ich jetzt noch verfügen könnte, aber mittlerweile wäre ich sogar bereit das ganze alleine zu stemmen, wenn diese abspringen würden.

Vor einigen Wochen habe ich die Bundesliga mit drei Mannschaften noch als relativ uninteressant empfunden. Interessant war, das genau in dem Augenblick, als ich angefangen hatte die vierte Mannschaft zu planen, die Botschaft kam, dass René Schäfer und Sönke Petersen die White Tigers aus dem Boden gestampft haben. Wenn unsere Mannschaft auch noch auf die Beine kommen sollte, wäre das endlich wieder eine richtige Liga. Der Transfermarkt mit den wenigen Fahrern wird relativ knapp ausfallen, was dem Nachwuchs echte Chancen beschert.

Welche Fahrer würden für dich in Frage kommen?

Mein Schützling Marcel Limberger wäre fest gesetzt als Kategorie-C-Fahrer, von der Geldgeberseite würde es einen B-Fahrer geben, alle anderen Plätze werden aktuell noch verhandelt. Auf einem der A-Fahrer-Plätze könnte es eine große Überraschung geben, sofern unsere Verhandlungen positiv verlaufen.

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