Greg Hancock über Sohn Wilbur: «Furchterregend!»

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP
Greg Hancock mit Sohn Wilbur

Greg Hancock mit Sohn Wilbur

Speedway-Weltmeister Greg Hancock wird Anfang Juni 47 Jahre alt, seine Karriere neigt sich dem Ende zu. Sein ältester Sohn Wilbur will ebenfalls Profi werden und hat laut seinem Vater enormes Talent.

Viermal ist Greg Hancock bereits Weltmeister, 2017 will er den fünften Titel in Angriff nehmen. Mit jedem weiteren Jahr wird es für den Kalifornier schwerer: Während er auf die 50 Jahre zugeht, drängen die jungen Wilden immer stärker nach.

Läuft alles wie geplant, wird uns der Name Hancock im Speedway-Sport noch lange erhalten bleiben, Sohn Wilbur will seinem Vater unbedingt nacheifern, wie der Champion SPEEDWEEK.com im Exklusiv-Interview verriet.

Greg, du lebst mit deiner Familie nach wie vor in Schweden?

Nur während der Saison von März bis Oktober, nicht weit weg von Stockholm. Zusammen mit meiner Frau und meinen drei Söhnen.

Dein Ältester Wilbur fährt auch schon Rennen?

Ja, seit drei Jahren. Es ist furchterregend, wie viel ich von mir in ihm sehe. Auch wenn er eine größere Klappe hat, er geht auf jeden zu. Er ist so, wie ich als Kind gerne gewesen wäre. Aber ich war zu scheu – das hat sich über die Jahre geändert.

Er wird auch Speedway-Profi?

Die Chancen stehen gut. Ich habe versucht ihn vom Sport abzubringen, wie es mein Vater mit mir getan hat. Aber ich sehe, dass er es unbedingt will – trotzdem versuche ich es weiter. Ich käme auch in anderen Sportarten zurecht, aber nichts gibt mir so viel, wie mein Speedway-Bike zu fahren.

Wann sehen wir ihn in Europa Rennen fahren?

Während des Winters fuhr er schon in den USA, aber noch nicht in Schweden. In den USA wird mit 250er-Viertaktern gefahren, in Schweden mit 80-ccm-Zweitaktern. Damit er in Schweden fahren darf, muss er einem Club angehören. Traurigerweise bin ich nicht oft genug zuhause, um ihn zu den Rennen begleiten zu können. Klar könnte ich ihn mit anderen Leuten dahin schicken. Er will aber auch zu so vielen Rennen wie möglich mit mir gehen.

Er weiß, dass ich im Winter für ihn da bin, da kann ich mit ihm zu Trainings oder zu den Rennen. Es liegt an mir, dass ich mehr Zeit habe, um mit ihm zu seinen Rennen zu gehen.

Ich gehe davon aus, dass sich die Viertakter auch in Schweden durchsetzen werden. Ich bin kein Fan der Zweitakter. Bei einem Viertakter hast du viel mehr Kontrolle mit dem Gasgriff, die Zweitakter sind zu aggressiv. Über die Zweitakter kamen aber viele großartige Fahrer aus Skandinavien.

Motocross oder Straßenrennen sind keine Option für ihn?

Daran hat er kein Interesse. Er fährt gerne zum Spaß Motocross, aber was er wirklich will, ist driften.

Für Motocross fehlt es ihm auch an Koordination, um viele Dinge gleichzeitig zu machen. Aber wenn er auf die Speedway-Maschine steigt, hat er jegliches Gefühl und Vertrauen dafür. Er hat keinerlei Zweifel an sich. Gib ihm einen Fußball – vergiss es.

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