Speedway-GP Horsens: Jetzt gibt es zwei WM-Leader!

Von Helge Pedersen
Der Pole Maciej Janowski konnte im Casa Stadion in Horsens/Dänemark seinen Sieg von 2016 wiederholen. Jason Doyle und Patryk Dudek setzten sich in der Gesamtwertung des Speedway-Grand-Prix weiter ab.

Nie war die Leistungsdichte im Speedway-GP höher, nie waren die Rennen spannender, Horsens war erneut eine Galavorstellung der besten Drifter der Welt. Einzelne Manöver in Worte zu fassen erspare ich mir, viel zu viele unerhört gute Aktionen sahen wir. Jeder sollte sich den Grand Prix auf Youtube zu Gemüte führen.

Nach den zwölf Vorläufen führte der tapfere Jason Doyle die Tabelle an. Vor sechs Tagen brach sich der Australier bei einem Ligarennen in Polen zwei Mittelfußknochen rechts, im Fahrerlager von Horsens konnte er sich nur auf Krücken fortbewegen. Was er fahrerisch zeigte, war trotzdem einmal mehr Extraklasse und betonhart.

Hinter Doyle kamen mit Maciej Janowski und Patryk Dudek zwei Fahrer mit elf und mit Matej Zagar, Tai Woffinden und Emil Sayfutdinov drei Fahrer mit zehn Punkten in die Semifinales. Zu ihnen gesellten sich die Schweden Fredrik Lindgren und Antonio Lindbäck.

Weltmeister Greg Hancock fehlte ein Punkt in die Semis, ebenso Ex-Champion Chris Holder. Obwohl mit Iversen, Bjerre und Kildemand ein Fünftel des Feldes aus Dänen bestand, schaffte es nicht einer in die Top-8. Der dreifache Weltmeister Nicki Pedersen fehlte erneut verletzungsbedingt.

Eine Katastrophennacht erlebte Martin Vaculik. Der Slowake war als WM-Dritter nach Dänemark gereist, holte nur einen Punkt und stürzte in der Gesamtwertung auf Platz 8 ab.

Erstes Finale für Sayfutdinov

Im ersten Halbfinale rempelte sich Doyle an Zagar vorbei in Führung, der Slowene verlor den zweiten Platz noch an Sayfutdinov. Damit stand der Russe zum ersten Mal seit seiner GP-Rückkehr im Finale.

Im zweiten Halbfinale ging Janowski vom Start weg in Führung. Dudek und Lindgren lieferten sich einen heftigen Kampf um Platz 2, in dem sich der Pole durchsetzte. Woffinden schnappte in der letzten Runde noch Lindgren, der in Dänemark seinen 100. Grand Prix bestritt.

Im Finale gewann Sayfutdinov den Start, auf der Gegengerade zog Janowski mit einem Wheelie gleichauf. Sayfutdinov fuhr etwas zu fair und ließ Janowski jede Menge Platz, um außen vorbeizufahren. Doyle kollidierte in der ersten Kurve fast mit Janowski und verlor dadurch seinen Drive gegen Dudek.

Im Ziel feierte Janowski nach 2016 seinen zweiten Sieg in Horsens, in der Weltmeisterschaft brachte ihn das auf den dritten Gesamtrang. «Unfassbar, das Rennen war so hart», stöhnte der Pole. «Ich mag diese Strecke, eine kleine technische Strecke.»

Sayfutdinov meldet sich mit Rang 2 in der Weltspitze zurück, Dudek bekam als Dritter einen Punkt und zog damit in der Gesamtwertung mit dem Führenden Doyle gleich. Beide haben jetzt 65 Punkte und liegen sieben vor Janowski.

Die größte Verbesserung erzielten Woffinden und Sayfutdinov, sie wanderten von den WM-Rängen 8 und 9 auf 5 und 6.

Der größte Verlierer ist neben Vaculik (von 3 auf 8) der Pole Piotr Pawlicki, der von Platz 6 auf 9 zurückfiel.

Ergebnisse Speedway-GP Horsens/DK:

Vorläufe: 1. Jason Doyle (AUS), 12 Punkte. 2. Maciej Janowski (PL), 11. 3. Patryk Dudek (PL), 11. 4. Matej Zagar (SLO), 10. 5. Tai Woffinden (GB), 10. 6. Emil Sayfutdinov (RUS), 10. 7. Antonio Lindbäck (S), 8. 8. Fredrik Lindgren (S), 8. 9. Kenneth Bjerre (DK), 7. 10. Bartosz Zmarzlik (PL), 7. 11. Greg Hancock (USA), 7. 12. Chris Holder (AUS), 7. 13. Piotr Pawlicki (PL), 4. 14. Peter Kildemand (DK), 3. 15. Niels-Kristian Iversen (DK), 3. 16. Martin Vaculik (SK), 1.

1. Halbfinale: 1. Doyle, 3 Punkte. 2. Sayfutdinov 2. 3. Zagar 1. 4. Lindbäck 0.

2. Halbfinale: 1. Janowski, 3 Punkte. 2. Dudek 2. 3. Woffinden 1. 4. Lindgren 0.

Finale: 1. Janowski, 3 Punkte. 2. Sayfutdinov 2. 3. Dudek 1. 4. Doyle 0.

Stand nach 5 von 12 Läufen: 1. Doyle 65. 2. Dudek 65. 3. Janowski 58. 4. Lindgren 51. 5. Woffinden 48. 6. Sayfutdinov 47. 7. Hancock 45. 8. Vaculik 45. 9. Pawlicki 43. 10. Zmarzlik 39. 11. Zagar 36. 12. Holder 34. 13. Iversen 31. 14. Lindbäck 29. 15. Vaclav Milik (CZ), 13. 16. Kildemand 12. 17. Nicki Pedersen (DK), 8.

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