Pedersen macht dem Schiedsrichter Vorwürfe

Von Katja Müller
Speedway-GP
Pedersen (Mitte) fühlt sich falsch behandelt

Pedersen (Mitte) fühlt sich falsch behandelt

Der dreifache Weltmeister und neue Vizeweltmeister Nicki Pedersen hat das letzte Rennen der Saison im polnischen Thorn, und die seiner Meinung nach falsche Schiedsrichterentscheidung, noch nicht verdaut.

Der Däne reiste mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Australier Chris Holder zum letzten GP 2012. Der WM-Titel war zum Greifen nah, doch am Ende war es Chris Holder, der mit acht Punkten Vorsprung den WM-Pokal nach Australien holte.

Grund dafür ist nach Pedersens Meinung das Halbfinale, in dem beide aufeinander trafen und es in der ersten Kurve zu einem Unfall kam, bei dem der 35-Jährige zu Boden musste. Der Schiedsrichter Craig Ackroyd entschied, dass alle Fahrer zum Wiederholungslauf zugelassen werden. Eine Entscheidung, die auf dem Weg zurück ins Fahrerlager einen kleinen Tumult zwischen Pedersen, Holder und dessen Team auslöste.

«Ich war den ganzen Abend nicht schnell genug, aber ich habe von Startplatz 2 einen Start hingezaubert, den kaum einer so hinbekommen hätte», schilderte Pedersen den Unfall. «Ich war vor Chris, als wir in die Kurve fuhren, da gab es Berührung, was auch okay ist. Dann kam Chris mit dem Vorderrad über die weisse Innenlinie und sein Hinterrad berührte den Randstein. Er verlor die Kontrolle über sein Motorrad und krachte in mich hinein.»

«Es zählt nicht, was irgendwelche Leute sagen», maulte Pedersen. «Er hätte disqualifiziert werden müssen. Der Schiedsrichter meinte, es sei eine 50/50-Entscheidung gewesen. Chris hätte etwas früher vom Gas gehen müssen, als ich die Tür zugemacht habe. Ich bin verwundert, dass er einfach so weitermacht. Das hätte ihn den WM-Titel kosten können.»

Ob es letztlich für ihn gereicht hätte, ist sich Pedersen nicht zu 100 Prozent sicher: «Ich will nicht sagen, dass ich den Titel gewonnen hätte. Ich hätte immer noch Zweiter werden müssen im Finale, was durchaus drin gewesen wäre. Aber das zählt nun nicht mehr. Der Schiedsrichter hatte nicht den Mut, die richtige Entscheidung zu treffen. Er hat lieber den einfachen Weg gewählt und alle vier wieder starten lassen. Chris hatte eine Art Schutzengel an dem Abend: Zuerst wird er nicht disqualifiziert und dann explodierte sein Motor, als die WM bereits entschieden war. Das hätte auch im Halbfinale passieren können ...»

Experten sind uneins, was die Schiedsrichter-Entscheidung anbetrifft. Während sich die meisten auf die Seite des Referees schlagen, meint Sky-Moderator Kelvin Tatum, dass Holder viel Glück hatte, nicht disqualifiziert worden zu sein. Der Weltmeister räumt ein: «Ich vielen Rennen wurde ich nach solchen Unfällen nicht mehr für den Wiederholungslauf zugelassen.»

Auch wenn Pedersen den Titel verpasst hat, kann er doch zufrieden sein. In den Jahren 2010 und 2011 wurde er nur Zehnter in der WM und war auf eine der vier Wildcards angewiesen. Sein Team hat eine grosse Rolle gespielt, dass es in diesem Jahr besser lief: «Alles in allem war es eine grossartige Saison, auf die ich glücklich zurückschauen kann. Mein Team funktioniert gut, und meine eigene Leistung war auch wieder da. Mein Ziel war es, dass ich mich von Platz 10 in die Top-3 verbessere, denn nur dann hat man Chancen auf den WM-Titel. Ich war nah dran, und natürlich ärgert es mich, dass es nicht geklappt hat. Aber wenn es so knapp ist, sollte man auch zufrieden sein mit seiner Leistung.»

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