Taktik Martin Smolinski: «Ich fahre 40 Meter weniger»

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP

Jason Crump hat ihn für seine Taktik verspottet, doch letztlich zahlte sie sich aus: Martin Smolinski verrät, wieso er beim Speedway-GP in Auckland fuhr wie er fuhr.

Martin Smolinski gilt besonders in Großbritannien als Innenbahn-Pilot. Diesen Weg hat der 29-Jährige aber nicht eingeschlagen, weil er es nicht anders könnte. SPEEDWEEK.com verriet er die Gründe für sein Erfolgsrezept.

Warum gehst du mit deinem Set-up so sehr auf die Innenlinie? Du kannst doch auch außen herum fahren, wie du auf der Langbahn oft genug bewiesen hast.

Mein Set-up zielt nicht direkt darauf ab, meine Bikes sind auch außen brutal schnell. Ich war in Auckland einer der wenigen Fahrer, der von Startplatz gelb Vollgas außen herum gefahren ist und den Lauf gewonnen hat. Die Abstimmung meiner Motoren funktioniert innen wie außen.

Warum fahre ich innen? Da fahre ich 40 Meter weniger. Wenn man auf der Autobahn gleichmäßig 140 fährt, kommt man auch schneller voran, wie wenn man kurz 250 und dann wieder nur 100 fährt. Vielleicht bin ich damit zwei Minuten schneller. Das Risiko erhöht sich dadurch aber extrem. Niki Lauda sagte immer, dass er 20 Prozent Risiko einging, alles darüber ließ er sein. So sehe ich das auch.

Gibt es Bahnen im Grand-Prix-Kalender, die dir Kopfzerbrechen machen, auf denen du mit Schwierigkeiten rechnest?

Ole Olsen ist ja bei fast jedem Grand Prix vor Ort und bereitet die Bahn fürs Fernsehen ganz spezifisch vor. Wir haben das im Team schon sehr gut besprochen, ich habe vor keiner Bahn Angst. Ich fahre Linien, die kein anderer fährt. Ich probiere Linien, die kein anderer probiert. Ich überschneide, wie kein anderer überschneidet. Ich habe extrem gelernt, durch die Ruhe im Team lässt sich aber auch viel berechnen.

Dann frage ich anders herum: Auf welchen Bahnen rechnest du dir besonders viel aus?

Das interessiert mich wenig, die Bahnen sind für alle gleich. Man weiß nie, wie sich die Bahn am Renntag verhält, es kann gutes oder schlechtes Wetter sein, es kann alles sein. Man muss mit den Begebenheiten vor Ort umgehen, das ist das Interessanteste.

Ich arbeite mit meinem Team, meinen Tunern und meinem Personal-Trainer eng zusammen, außerdem habe ich nichts zu verlieren. Vor dem Grand Prix in Auckland habe ich mit meinen Jungs gesprochen. Ich habe ihnen gesagt, dass wir jetzt hier sind, ob wir Erster oder Letzter werden ist egal, wir können uns freuen. Die Quintessenz aus dem Gespräch war aber, dass wir zwar nichts zu verlieren haben, den anderen jetzt aber mal richtig zeigen wo es langgeht. Und wir haben es gemacht. Das ist der Weg, wie man kämpft.

Wirst du alle Grands Prix mit den Motoren von Großewächter fahren oder greifst du auf kleinen Bahnen auf das Material von Eddy Bull zurück?

Ich arbeite mit beiden sehr gut zusammen, sie kooperieren auch intern, Eddy Bull und Friedhelm Großewächter. Speziell für die kurzen Bahnen, vor allem für Cardiff, haben wir noch einige Ideen. Mal sehen, was sich ergibt. Ich werde nicht pokern, wichtig ist ein gutes Grund-Set-up zu fahren. Derzeit bin ich ganz zufrieden. Ob ich dann diesen oder jenen Motor fahre...

Da muss ich meinen Leuten auch mal ein ganz großes Kompliment aussprechen. Ihnen geht es nicht darum welchen Motor ich fahre, sondern dass wir Erfolg haben. Unterm Strich zählt, dass ich gewinne. Wie ich gewinne, ist vollkommen wurschd. Persönliche Befindlichkeiten stehen da hinten an, alle verstehen, wie es im wahren Motorsport abläuft.

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