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Teamchef Puccetti: «Das hat mir Sofuoglu eingebrockt»

Aller Voraussicht nach wird Kenan Sofuoglu, der erfolgreichste Supersport-WM-Pilot, Mitte Mai in Imola seinen Rücktritt erklären. Ohne den schnellen Türken ist Kawasaki in dieser Saison aufgeschmissen.

Supersport-WM

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So schlecht war Kawasaki in der Supersport-WM seit Jahren nicht mehr. Seit 2012 gewann Kenan Sofuoglu mit der ZX-6R drei Titel. 2017 verlor er ihn nur wegen mehrerer Verletzungen, nach seinem erneuten schlimmen Sturz in Australien Ende Februar neigt sich die Karriere des 33-Jährigen dem Ende zu. Sein gesamtes Umfeld geht davon aus, dass er beim nächsten Rennen in Imola (11. bis 13. Mai) den Rücktritt erklären wird.

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Ohne Sofuoglu steht Kawasaki dieses Jahr gegen die Yamaha-Übermacht auf verlorenem Posten. In den bislang vier Rennen stellt ein fünfter Platz das Maximum dar – und den eroberte ein Wildcard-Fahrer!

Phillip Island: 13. Kenan Sofuoglu (TR), +19,210 sec

Buriram: 5. Thitipong Warokorn (TH), +9,100 sec

Aragón: 7. Sheridan Morais (ZA), +14,771 sec

Assen: Rob Hartog (NL), +17,293 sec

Als Ersatz für Sofuoglu engagierte Teamchef Manuel Puccetti Sheridan Morais. Der Südafrikaner zeigt zwar guten Speed, kommt an die Genialität des fünffachen Weltmeisters aber nicht heran. Und der Japaner Hikari Okubo kann das Potenzial der ZX-6R noch weniger nützen.

In Assen hat Kawasaki Puccetti den Tiefpunkt erreicht: Morais und Okubo fielen aus.

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Es war offensichtlich ein Fehler, nur auf Sofuoglu zu setzen, während Yamaha mit Weltmeister Lucas Mahias, Federico Caricasulo, Sandro Cortese, Randy Krummenacher und Assen-Sieger Jules Cluzel fünf siegfähige Piloten unter Vertrag hat.

"Kenan hat mich in diese Situation gebracht", erzählte Puccetti SPEEDWEEK.com. "Er hat mich gebeten, keinen starken zweiten Fahrer ins Team zu nehmen. Er wollte nicht in Stress geraten und sich auf seinen sechsten Titelgewinn konzentrieren. Ich wollte ihm den bestmöglichen Fahrer zur Seite stellen, dann stacheln sie sich gegenseitig an. Er wollte das nicht, weil er nicht gegen den Teamkollegen kämpfen wollte. Also wählte ich Okubo, einen aufstrebenden jungen Fahrer. Jetzt bin ich ohne ihn in einer schwierigen Position. In Zukunft werde ich wieder zwei starke Fahrer verpflichten."

Für 2019 hat der umtriebige Italiener genaue Vorstellungen. "Cluzel ist der Einzige, der Kenan schlagen kann – ein sehr starker Fahrer. Mahias hat sich 2017 auch zu einem sehr starken Fahrer entwickelt. Sie sind auf Augenhöhe mit Kenan. Sollte Kenan aufhören, sind diese beiden Namen die obersten auf meiner Liste."

Krummenacher und Cortese siehst du nicht auf diesem Level? "Randy schon. Wir haben zwei Jahre mit ihm gearbeitet, er hat aber Leistungsschwankungen. Vor zwei Jahren war er in Australien und Thailand sehr stark, in Imola und Donington ging es abwärts. Ich sage dir nach fünf Rennen, wie ich ihn dieses Jahr einschätze."

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Und Cortese? "Er schaut sehr stark aus. Mich freut es, dass ein so guter Fahrer aus der Moto2, außerdem ein ehemaliger Weltmeister, in unsere Meisterschaft kam. Er hat die Messlatte höher gelegt."

Puccetti hält die Kawasaki nach wie vor für eine Siegmaschine, auch wenn Yamaha dieses Jahr elf von zwölf Podestplätzen eroberte. Lediglich Raffaele De Rosa zerstört mit seiner MV Agusta als Dritter in Assen die makellose Bilanz.

"Im Moment ist Yamaha sehr stark, ich mache mir deswegen aber keine Sorgen", versicherte Puccetti. "Ich glaube nicht, dass das die wahren Kräfteverhältnisse sind, weil Kawasaki momentan keinen starken Fahrer hat. Anthony West ist gut, er fährt aber für ein neues Team und ist jetzt verletzt. Diese Saison ist eine der härtesten in der Supersport-WM. Honda ist fertig, das ist traurig zu sehen. Sie waren so oft Weltmeister."

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