Corteses Rat an Aegerter: «Er hätte wechseln sollen»

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
In der Moto2-WM waren Domi Aegerter (77) und Sandro Cortese viele Jahre Konkurrenten

In der Moto2-WM waren Domi Aegerter (77) und Sandro Cortese viele Jahre Konkurrenten

Bis vor kurzem sah es danach aus, dass Dominique Aegerter Randy Krummenacher und Sandro Cortese in die Supersport-WM folgen könnte. Doch der Schweizer fährt lieber weiterhin Moto2-WM.

Nach den fünften WM-Plätzen 2013 und 2014 kam Dominique Aegerter in den Jahren darauf nur noch auf die Moto2-Gesamtränge 17, 12, 12 und 17. Als in der Moto2-WM für 2019 immer mehr Türen zufielen, hörte sich Aegerter auch in anderen Meisterschaften wie der Superbike- und Supersport-WM und sogar in MotoE um. In der Supersport-WM redete er mit den starken Teams MV Agusta, CIA Landlords Insurance Honda, Kawasaki Puccetti und Kallio Yamaha.

Jetzt hat der Schweizer den letzten Moto2-Strohhalm ergriffen und bei Forward für die Moto2-WM 2019 unterschrieben. Nicht nur seine alten Moto2-Weggefährten Randy Krummenacher und Sandro Cortese fragen sich, weshalb er sich so an die Prototypen-Klasse klammert.

SPEEDWEEK.com sprach mit Sandro Cortese. Der Schwabe wechselte nach erfolglosen Moto2-Jahren in die Supersport-WM, wurde auf Anhieb Champion und fährt nächstes Jahr auf einer Werks-Yamaha Superbike-WM.

Sandro, vor fast genau einem Jahr lag deine Karriere in Trümmern, du wurdest 18. in der Moto2-WM. Jetzt bist du Supersport-Weltmeister und 2019 sitzt du auf einer Werks-Yamaha und bist Teamkollege von Melandri. Das hat etwas Märchenhaftes.

Ich war bei einem Yamaha-Dinner als Ehrengast eingeladen, da waren Eric de Seynes, Lin Jarvis, Andrea Dosoli, der Yamaha-Präsident aus Japan und alle Präsidenten aus Europa. Da auf der Bühne zu stehen, das war, als würde ich träumen.

Ein Jahr zuvor habe ich ums Überleben gekämpft und jeden Sponsor akquiriert, um irgendwie weiterzumachen. Jetzt bekomme ich eine Werks-Yamaha und fahre mit Melandri Superbike-WM. Hätte mir das letztes Jahr einer gesagt, den hätte ich nicht für voll genommen.

Randy Krummenacher und du sind den Weg aus der Moto2- in die Supersport-WM gegangen: Hättest du das auch Domi Aegerter empfohlen?

So wie es bei mir lief, war es ein Traumaufstieg. Das war aber auch sehr, sehr harte Arbeit, damit das so geklappt hat. Man muss das mit Vorsicht angehen. Wenn jemand aus der Moto2-Klasse kommt, darf er das nicht unterschätzen. Man darf nicht meinen, dass man kommt und gleich gewinnt. Ich habe alles in Bewegung gesetzt, um meine Chance in der Supersport-WM im Team von Vesa Kallio voll zu nützen.

In der Situation wie Domi war, kann es nicht weitergehen. Natürlich hätte ich ihm den Wechsel empfohlen. Ich hoffe, dass er die Kurve kriegt und dann wieder erfolgreich ist. Domi ist ein guter Freund von mir, wir kommen super miteinander aus. Es ist nicht schön zu sehen, wie es ihm im Moment geht.

Vielleicht ist es oftmals ganz gut, wenn man einen anderen Weg einschlägt, um dann wieder einen Schritt nach vorne zu gehen. Da wo er jetzt ist, wird es nur noch deprimierender. Das ist für den Kopf nicht gut. Die Supersport-WM hätte ihm einen Karriereschub geben können.

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