Supercross: Justin Barcia mit der Premiere

Von Matthias Dubach
Supercross-WM
Justin Barcia: Sieger in Phoenix

Justin Barcia: Sieger in Phoenix

Schon in der zweiten Runde der Supercross-WM schlug die Stunde des Riesentalents. Titelverteidiger Ryan Villopoto erbte Rang 2 von Trey Canard. KTM-Star Ryan Dungey konnte vom Podest nur träumen.

Obwohl Justin Barcia dieses Jahr seine erste Supercross-WM-Saison als Stammfahrer bestreitet, galt das Riesentalent schon vor dem Auftakt als Anwärter auf Siege und gar den WM-Titel. Diese Vorschusslorbeeren hat nun der Pilot von Honda Muscle Milk bereits in der zweiten Runde in Phoenix bestätigt. Barcia gewann im Chase-Field-Baseballstadion das Finale und sicherte sich damit seinen ersten 450-ccm-SX-Sieg der Karriere.

Barcia legte die Basis zum Sieg beim Start, bei dem er sofort in Führung ging. Im Schlepptau des 20-Jährigen befand sich Davi Millsaps (Rockstar Energy Suzuki), der Sieger des Auftaktrennens in Anaheim vor Wochenfrist. Titelverteidiger Ryan Villopoto war gut vom Startgatter weggekommen und reihte sich hinter Chad Reed als Vierter ein. Aber in der zweiten Runde rutschte dem Kawasaki-Star in einer langsamen Kurve das Vorderrad weg, Villopoto büsste Zeit ein und fiel zurück.

KTM-Pilot Ryan Dungey mühte sich derweil auf Rang 16 ab. Der Vorjahressieger von Phoenix hatte nach dem Start gestürzten Fahrern ausweichen müssen.

Villopoto nicht zufrieden

Hinter dem unangefochtenen Barcia musste sich Millsaps dem Honda-Piloten Trey Canard beugen, der bereits beim Auftakt auf das Podest gefahren war. Aber Canard schmiss den möglichen Doppelsieg für Honda Muscle Milk in der letzten Runde mit zwei Stürzen in derselben Kurve noch weg, Villopoto erbte Rang 2. Der aktuelle Weltmeister hatte sich nach seinem Patzer in der Anfangsphase mit unwiderstehlichen Rundenzeiten wieder nach vorne gefahren und dabei auch Millsaps hinter sich gelassen. Canard fiel noch hinter Millsaps (zweiter Podestplatz im zweiten Rennen) und Chad Reed (Honda) auf Rang 5 zurück.

Barcia fügte mit seinem ersten Supercross-WM-Laufsieg seiner jungen Karriere nach dem zweifachen SX-Lites-Titel und dem Sieg im Oktober beim Monster Energy Cup einen weiteren Meilenstein hinzu. «Ich versuchte, sehr sanft zu fahren. Die Piste war etwas rutschig und rau», stellte er fest. «Jetzt bin ich völlig ausser mir, ich habe zum ersten Mal ein 450er SX-Rennen gewonnnen!»

Als Zweiter startete Villopoto nach dem enttäuschenden Auftakt (Rang 8) in Anaheim seine Mission «Dritter WM-Titel in Serie» mit Nachdruck: «Der zweite Platz ist nicht wirklich das, was ich wollte», knurrte der Rotschopf. «Aber es war um einiges besser als letztes Wochenende. Es sind noch viele Rennen zu fahren, und wir haben begonnen, den Rückstand auf den Leader etwas abzuknabbern.»

KTM braucht bessere Starts

Dungey blieb nach dem Debakel beim Start nichts anderes als übrig, als im Hinblick auf die Meisterschaft Schadensbegrenzung zu betreiben. Der KTM-Star erreichte noch Rang 8. KTM-Teammanager Roger DeCoster analysierte: «Leider hatte Ryan den ganzen Abend keine grossartigen Starts zeigen können, das schlug sich nun im Resultat nieder. Er musste sich von hinten nach vorne kämpfen und beendete das Finale auf dem soliden achten Rang, wir sind dankbar, wenigstens ein paar Punkte geholt zu haben. Das Motorrad hat gut funktioniert. Sollten wir mal perfekte Starts haben, werden wir um den Sieg fahren können.»

Zwei starke Starts in den Finals hatte Millsaps gezeigt: Darum thront der Überraschungsmann auch nach Phoenix an der Tabellenspitze.

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