Deutschland: Neuville baut mit P2 WM-Führung aus

Von Toni Hoffmann
WRC

Thierry Neuville hat mit dem zweiten Platz bei der ADAC Rallye Deutschland, der neunten Meisterschaftsrunde, seine Gesamtführung weiter ausgebaut und Hyundai hat bei den Herstellern die Spitze behauptet.

Es war ein dramatisches Finale am Sonntag bei der ADAC Rallye Deutschland, die am Ende einen höchst versöhnlichen Abschluss für Thierry Neuville nach einem bescheidenen Start am Freitag hatte. Nach dem Pech seiner Mitbewerber rückte der dreifache Saisonsieger Neuville im Hyundai i20 Coupé WRC auf den Ehrenrang hinter Ott Tänak (Toyota) vor. Mit den 19 Punkten in Deutschland baute der Ostbelgier seine WM-Führung weiter aus und liegt nun 23 Zähler vor dem Titelverteidiger Sébastien Ogier (Ford). Bei den Herstellern festigte Hyundai mit 254 Punkten seine Spitzenposition, 13 Zähler vor dem neuen Verfolger Toyota.

Mit Deutschland verbinden Neuville und Hyundai gute Erinnerungen. Dort feierten beide 2014 ihren ersten Sieg in der Rallye-Königsklasse. Als Tabellenführer reisen sie zum zehnten Lauf beim WM-Comeback der Rallye Türkei Mitte September.

Neuville war am Sonntagmittag bei der Zielankunft in St. Wendel sichtlich erleichtert. «Es war ein sehr herausforderndes Wochenende. Hier bei dieser schweren Rallye den zweiten Platz zu holen, ist eine gute Leistung», sagte der letztjährige Vizechampion. Etwas Enttäuschung schwebte dennoch mit. Er fuhr auf der Power Stage nur einen Bonuspunkt ein. «Ich hatte auf der Power Stage auf mehr Punkte gehofft, aber leider machte ich einen Fehler», ergänzte Neuville. «Die Meisterschaft bleibt bis zum Saisonende hart umkämpft.»

Der dramatische Auftakt beim Deutschland-Finale am Sonntagmorgen betraf auch das Hyundai-Team. Beim ersten Durchgang der mit 29,07 km zweitlängsten Prüfung landete der bis dahin auf den zweiten Rang liegende Dani Sordo in den Weinbergen. Mit einer beschädigten Front und einer zerstörten Windschutzscheibe erreichte Sordo zwar noch das Ende dieser Prüfung, musste danach aber aufgeben.

Sordo gewann der Rallye, bei der er 2013 gesiegt hatte, dennoch etwas Positives ab: «Das Auto hatte einen guten Grip, es fühlte sich super an. Ich hatte viel Vertrauen in das Auto. Am Sonntagmorgen machte ich aber einen Fehler. Ich bremste in einer Kurve mit etwas Dreck ein wenig zu spät. Wir rutschten von der Piste. Ich tröste mich mit der Erkenntnis, dass wir um das Podium gekämpft haben», erklärte ein enttäuschter Sordo.

Durch das Pech anderer rückte Andreas Mikkelsen auf den sechsten Rang vor und lieferte so noch wichtige Punkte für die Herstellerwertung. «Ich denke, wir werden von dieser Rallye viele Hausaufgaben mitnehmen», war der Kommentar von Mikkelsen.

Teamchef Michel Nandan sucht nach einer Schadensbegrenzung: «Wir hatten kein ideales Wochenende, aber der zweite Platz von Thierry ist ein starkes Ergebnis. Auch wenn wir in der Herstellerwertung etwas Boden verloren haben, wir führen weiter. Die Meisterschaft bleibt spannend.»

ADAC Rallye Deutschland – Endstand nach 18 Prüfungen:

Pl.

Team / Nat / Fahrzeug

Zeit / zurück

1.

Tänak/Järveoja (EE), Toyota

3:03:36,9

2.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

+ 39,2

3.

Lappi/Ferm (FIN), Toyota

+ 1:00,9

4.

Ogier/Ingrassia (F), Ford

+ 1:34,5

5.

Suninen/Markkula (FIN), Ford

+ 2:02,9

6.

Mikkelsen/Jaeger (N), Hyundai

+ 2:13,8

7.

Breen/Martin (IRL/GB), Citroën

+ 2:39,1

8.

Griebel/Rath (D), Citroen

+ 10:41,2

9.

Kopecky/Dresler (CZ), Skoda R5

+ 13:12,8

10.

Rovanperä/Halttunen (FIN), Skoda

+ 13:16,6

 

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